Die vielbefahrene Bonner Nordbrücke hat keine ausreichenden Tragreserven mehr für den Schwerlastverkehr. Deshalb gilt ab sofort eine Teilsperrung.
Marodes BauwerkDie Bonner Nordbrücke ist jetzt für schwere Lkw gesperrt – Kontrollen schwierig

Seit Montagvormittag (9. Februar) ist die Bonner Nordbrücke für Lkw gesperrt, die schwerer als 7,5 Tonnen sind. Die Sperrung gilt zunächst in Richtung Meckenheim, ab Donnerstag (12. Februar) dann auch in der Gegenrichtung.
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Seit Montagvormittag (9. Februar) geht für den Schwerlastverkehr, der auf der Autobahn 565 in Richtung Westen unterwegs ist, auf der Bonner Nordbrücke nichts mehr. Wie seit Wochen angekündigt, ist die fast 60 Jahre alte Brücke für alle Fahrzeuge mit mehr als 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht in Fahrtrichtung Meckenheim gesperrt. Für schwere Lkw, die in der Gegenrichtung unterwegs sind, gilt die Sperrung dann ab Mittwoch (11. Februar), einen Tag früher als zunächst geplant.
Der Schwerlastverkehr in der Region muss sich wegen der Teilsperrung der Nordbrücke neue Wege suchen. Als Ausweichrouten werden von der Autobahn GmbH die A59, die A555 und die A559 empfohlen. Den Rhein soll der Schwerlastverkehr dann über die A4 und die Rodenkirchener Brücke im Süden Kölns überqueren.
Hinweise schon im Ruhrgebiet und bei Koblenz
Darüber informiert die Autobahn GmbH des Bundes bereits weit außerhalb der Region Bonn/Rhein-Sieg: Im Süden gibt es entsprechende Hinweise bereits auf den Autobahnen rund um Koblenz. Im Norden wird der Schwerlastverkehr bereits im Ruhrgebiet darauf hingewiesen, dass er sich für Fahrten nach beziehungsweise durch Bonn alternative Routen suchen muss.
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Die Hoffnung der Verantwortlichen bei der Autobahn GmbH, bei der Stadt Bonn und beim Rhein-Sieg-Kreis ist, dass der überregionale Lkw-Verkehr diesen Hinweisen folgt und die Nordbrücke weiträumig umfährt. Schwieriger wird es für den Lkw-Verkehr zwischen Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis.
Der dürfte auf den ohnehin bereits belasteten Straßen im Bonner Stadtgebiet und den angrenzenden Rhein-Sieg-Kommunen zu zusätzlichen Staus und Behinderungen führen. Offizielle Umleitungsempfehlungen der Stadt und des Kreises gibt es bislang nicht. Die Verantwortlichen dort wollen das Verkehrsgeschehen zunächst beobachten. Von den Staus betroffen sind auch die Fahrgäste von Buslinie der RSVG und der SWB, die bislang über die Nordbrücke fuhren. Sie werden nun innerstädtisch umgeleitet.

Die 1967 gebaute Bonner Nordbrücke ist den Belastungen des weiter zunehmenden Schwerlastverkehrs nicht mehr gewachsen. Deshalb ist sie seit Wochenbeginn für Lkw mit mehr als 7,5 Tonnen Gewicht gesperrt.
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Ob sich der Schwerlastverkehr tatsächlich an die Teilsperrung und die Umleitungsempfehlungen hält, wird sich zeigen müssen. Die Verantwortlichen setzen vorerst vor allem auf die Einsicht der Lkw-Fahrer. „Die Autobahn GmbH selbst hat keine Kontrollbefungnisse“, sagt deren Pressesprecherin Sabrina Kieback. Die Stadt Bonn habe entsprechende Kontrollen angekündigt. „Man hat uns zugesichert, dass die Stadt im Brückenbereich Blitzer aufstellen will, mit deren Hilfe Verstöße gegen die Sperrung nachgewiesen werden können“, sagt die Sprecherin der Autobahn GmbH.
Denkbar sei auch, den Schwerlastverkehr mit der Hilfe von Schranken am Befahren der Brücke zu hindern. „Das konnten wir bei der Sperrung der Leverkusener Autobahnbrücke machen, weil der Lkw-Verkehr dann über die angrenzenden Autobahnen gut umgeleitet werden konnte“, so Kieback. Im Falle der Nordbrücke sei das schwieriger, weil man die schweren Lkw dann über die angrenzenden Bundes-, Landes- und Kreisstraßen von der A565 ableiten müsse. Theoretisch möglich sei auch der Einsatz von großen Wiegeanlagen sowie von Silhouettenradar-Anlagen. Diese Optionen müssten gegebenenfalls geprüft werden.
Die Teilsperrung der Bonner Nordbrücke wird den Verkehr in der Region auf Jahre behindern – voraussichtlich bis zur Fertigstellung eines Brückenneubaus. Nach Angaben der Autobahn GmbH gibt es zwar fortlaufend Untersuchungen, wie die überlastete Struktur der Strombrücke und der beiden Vorlandbrücken gegebenenfalls technisch stabilisiert werden kann.
Freie Fahrt für den Schwerlastverkehr wird es aber wohl erst wieder auf einem Brückenneubau geben. Dieser wird von der Autobahn GmbH mittlerweile planerisch vorbereitet. Laut Autobahn GmbH ist mit einem Baubeginn aber nach heutigem Kenntnisstand allerdings frühestens in den 2030er-Jahren zu rechnen.

