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Eissaison gestartetDas kostet die Kugel Eis im Rhein-Sieg-Kreis

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Eine Eistheke.

Schokolade, Amarena und Straciatella sind die Klassiker in jedem Eiscafé, wie hier im Boutique in Eitorf.

Der Frühling steht vor der Tür, und die Eiscafés im Rhein-Sieg-Kreis öffnen. Wir geben einen Überblick über Preise und Spezialitäten.

Mit dem frühlingshaften und vor allem sonnigen Wetter hat auch die Eissaison im Rhein-Sieg-Kreis begonnen. Trotz des allgemeinen Preisanstiegs von Zutaten, Miete oder Personal sind viele Eisdielen bei ihren Preisen aus dem Vorjahr geblieben. Wir haben nachgefragt, was die Kugel kostet und auf welche Sorten sich Eisliebhaber in diesem Jahr freuen können.


Das Eiscafé Fontanella in Troisdorf ist an den ersten warmen Tagen des Jahres leer – das liegt an dem Gerüst vor dem Gebäude, die offene Tür ist schwer zu sehen. Das ärgert Inhaberin Luciana de Ronch, denn die Zeit von März bis Juni sei die Hauptsaison für Eiscafés, nicht etwa der heiße Sommer. „Da gehen die Leute ins Freibad oder fahren in Urlaub“, sagt sie.

De Ronch hat den Preis bei 1,50 Euro pro Kugel belassen. „Wir wollen keine Millionäre werden und haben es von Kundenseite betrachtet: Eis bleibt ein Genussmittel, wenn es zu teuer wird, kann es passieren, dass keiner mehr kommt.“ Jede der 38 Sorten koste dasselbe, bis auf die Dubai-Schokolade mit der Pistaziencreme-Füllung und dem Engelshaar, die ist 20 Cent teurer. „Wir können auch Becher daraus machen.“

Die beiden Frauen blicken lächelnd in die Kamera. Die Nichte trägt eine blaue Schürze.

Luciana de Ronch führt das Eiscafé Fontanella in Troisdorf, ihre Nichte Valentina Fontanella (r.) ist Mitarbeiterin.

Das Fontanella ist eine Institution in Troisdorf. Luciana de Ronch ist die Tochter des Gründers, der das Eiscafé vor 61 Jahren an der Frankfurter Straße eröffnete. Schon ihr Großvater betrieb ein Eiscafé in Boppard am Rhein, vor dem Krieg. „Darauf bin ich schon stolz“, gibt sie zu.

Ich bin mit dem Laden aufgewachsen: Meine Spielfreunde habe ich bedient, heute kommen ihre Enkel.
Luciana de Ronch, Inhaberin des Eiscafé Fontanella

Drei Wochen war sie alt, als sie nach Deutschland kam. „Ich bin mit dem Laden aufgewachsen: Meine Spielfreunde habe ich bedient, dann habe ich sie verheiratet gesehen, heute kommen ihre Enkel“, erzählt die 64-Jährige, für die Troisdorf Heimat ist. Ihre Nichte Valentina Fontanella wird sie vielleicht einmal beerben, sie arbeitet in dem Café. „Ich selbst will arbeiten, solange die Kondition es zulässt“, sagt Luciana de Ronch.

Eiscafé Fontanella, Frankfurter Straße 9, Troisdorf.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10.30 bis 20 Uhr.


Am Wochenende lockt das Eiscafé von Thomas Bruderer, das unweit des Bahnhofs in Windeck-Schladern liegt. Seit fast 20 Jahren betreibt er die Eisdiele mit acht regulären Sorten – allesamt Klassiker – und einem „Eis der Woche“, wie er es nennt. „In dieser Woche ist das Milch mit Honig“, sagt Bruderer. Die Fruchtsorten seien vegan und ohne künstliche Aromen, die übrigen auf Milchbasis.

Außenansicht des Eiscafés. Menschen sitzen draußen in der Sonne und vor der Tür steht eine große Eistüte.

Acht regelmäßige Sorten und ein „Eis der Woche“ hat Thomas Bruderer in seinem Eiscafé in Schladern.

Sie kosten 1,50 Euro pro Kugel, die Preise habe Bruderer im vergangenen Jahr um 20 Cent erhöht. Er würde gern öfter öffnen als von Freitag bis Sonntag, aber der Personalmangel lasse das nicht zu. „Ich mache das Eis unter der Woche und stelle es kalt. Viele Motorradfahrer, die hier vorbeikommen, gönnen sich eins. Außerdem gibt es einen Automaten, aus dem man rund um die Uhr und das ganze Jahr über Eis ziehen kann – das läuft sehr gut“, sagt Bruderer.

Thomas Eiscafé Schladern, Waldbröler Str. 7, Windeck.
Öffnungszeiten: Freitag von 14 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 12 bis 19 Uhr.


Im Eiscafé Boutique in Eitorf gibt es Eitorf-Eis. „Das ist unsere Visitenkarte“, sagt Inhaber Sergio Marquez. Was drin ist? „Nuss-Nougat-Creme mit gerösteten Mandeln, das mögen fast alle.“ 28 Sorten biete er ständig an, über das Jahr verteilt wechselten gar 60 bis 70 ins Sortiment. „Das heißt, im März hat man eine andere Auswahl als im Juni.“ Beliebt seien auch das Mozart-Eis oder das Blaugummi-Eis. „Die blaue Farbe produzieren wir mit Spirulini, das ist eine natürliche Süßwasseralge, da ist keine Chemie drin.“

Ein Eiscafé Boutique in Eitorf mögen die Gäste das Eitorf-Eis aus gerösteten Mandeln und Nuss-Nougat-Creme.

Die Kugel kostet im Boutique 1,50 Euro, wie im Vorjahr. „Nur bei den Eisbechern haben wir zehn Cent draufgelegt“, sagt Marquez. Für 5,30 Euro gibt es die Wundertüte: drei Sorten nach Wahl, dazu ein Klecks Sahne. Im Sommer sei das 1997 eröffnete Café fast jeden Tag voll. „Auf der Terrasse können wir noch zusätzliche Tische aufstellen, so gibt es Platz für 400 Personen“, sagt Marquez. Mit „Das Kleine Eiscafé“ am Markt betreibe er einen freundschaftlichen Konkurrenzkampf: „Wir versuchen immer, das bessere Eis herzustellen.“

Eiscafé Boutique, Posthof 8, Eitorf.
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 9 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag, 9.30 bis 20 Uhr.


Den allgemeinen Preisanstieg spürt auch Bekim Ferati, der das Eiscafé Florenz an der Lohmarer Hauptstraße betreibt: Miete, Zutaten, Strom, Personal. Die Kugel Eis kostet hier deshalb 1,70 Euro, zehn Cent mehr als im Vorjahr. „Wir versuchen, minimal hochzugehen, sodass die Leute es nicht im Portemonnaie spüren“, sagt Ferati. „Viele Eisdielen verwenden Milchpulver, wir nehmen Milch vom Bio-Bauern – sowie unser Vorgänger. Die Zutaten sind von der teuersten Marke, aber die Kunden kommen dafür aus Siegburg rüber.“

Bekim Ferati steht hinter der Eistheke und hält die Spezialität in die Kamera.

Die Spezialität des Eiscafés Florenz in Lohmar ist die Cassata, eine Eistorte gefüllt mit Eierlikör, Amarena und Sahne.

Ferati hat die Kunst des Gefrierens als Jugendlicher in Siegburg erlernt. Dort hat er ein Cassata-Rezept gelernt, das er 2019 mit nach Lohmar brachte. „Cassata ist ein Vanilleeis mit einer Füllung aus Amarena, Sahne und Eierlikör, das Rezept ist 40 Jahre alt“, schwört er. Sogar aus Köln und Bonn kämen Menschen dafür her. „Sie finden aber nirgendwo Cassata, das hätte ich nie gedacht“, sagt Ferati. Auch Tiramisu serviere sein Team, aber ohne Likör und Eier. „Damit auch Kinder es essen können.“

Eiscafé Florenz, Hauptstraße 67, Lohmar.
Öffnungszeiten: Täglich 9.30 bis 20 Uhr, nur sonntags ab 11 Uhr.


Das Eiscafé Remor in Hennef hat am Freitag den ersten Tag geöffnet – und schon stehen die Kundinnen und Kunden Schlange. Das handgemachte Eis hat sich nicht verteuert, es kostet wie im Vorjahr 1,60 Euro. „Wir erfinden jedes Jahr neue Sorten“, sagt Inhaber Massimo Remor. Beliebt seien Kreationen wie Mandel-Kirsch-Krokant, Joghurt-Mango-Maracuja oder Schoko-Crispy. Zur Auswahl stehen außerdem 40 Eisbecher zum Mitnehmen.

Die Theke des Remor. Kunden warten, um bestellen zu können.

Das Remor in Hennef ist eine beliebte Adresse bei Eisliebhaberinnen und Eisliebhabern.

„Viele Zutaten beziehen wir aus Italien. Ich war erst im Dezember zu Besuch beim Hersteller in Sizilien“, sagt Remor. „Die gefrorenen Säfte kommen daher, aber auch die Zitronen, Orangen, Pistazien und Nüsse – alles, was dort wächst.“

Wenn es möglich sei, beziehe er die Zutaten lokal. „Die Milch kommt vom Wiersberger Hof, die Eier kommen aus Hennef.“ An Automaten vor dem Lokal und in Uckerath sei es das gesamte Jahr über möglich, Eis zu kaufen.Eiscafé Remor, Frankfurter Straße 94, Hennef.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 9 bis 19 Uhr.