Der sechszügige Kindergarten ist für 110 Kinder geeignet und soll nach den Sommerferien eröffnet werden. Der Bau erhält Photovoltaik und Begrünung.
Fokus auf NachhaltigkeitRohbau für neue Kita in Eitorf ist fertig – Eröffnung im September

In Eitorf entsteht ein neuer sechszügiger Kindergarten am Neubaugebiet West. Der Rohbau ist dank der Modulbauweise binnen einer Woche fertiggestellt worden.
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Eine Woche lang schwebten in Eitorf an der Straße Zum Gransbach große Raummodule über die Wiese. Insgesamt 32 dieser Module wurden für den neuen Kindergarten im Neubaugebiet West angeliefert, mithilfe eines großen Krans positioniert und anschließend zusammengebaut. Damit ist der Rohbau nun fertiggestellt.
Seit November baut die gemeinnützige GmbH Kinderzentren Kunterbunt aus Nürnberg den insgesamt 16. Kindergarten in der Gemeinde. Geplante Fertigstellung ist nach den Sommerferien, also Anfang September diesen Jahres.
Träger Kinderzentrum Kunterbunt hat ein Regionalbüro in Bonn
Projektleiter Norman Kuhn vom Träger Kinderzentren Kunterbunt zeigt sich zufrieden, dass alles im Plan liegt. „Wir haben zirka 60 Kindergärten in Nordrhein-Westfalen gebaut. Der nächste ist in Uckerath, aber auch in Troisdorf, Sankt Augustin, Alfter oder Swisttal sind wir vertreten“, sagt er. Der Träger ist auch Bauherr und hat zudem ein Regionalbüro in Bonn.
Auf dem etwa 3500 Quadratmeter großen Grundstück mit den Hausnummern 52 bis 54 entsteht an der Ecke, an der die Straße Zum Gransbach in die Theodor-Fontane-Straße mündet, derzeit das zweigeschossige Gebäude. Der neue Kindergarten wird sechszügig für rund 110 Kinder sein. Mit dem Projekt entstehen insgesamt 20 neue Arbeitsplätze.
Die modulare Bauweise bedeutet, dass vorgefertigte Bauelemente angeliefert werden, deren Raster zuvor am Reißbrett geplant wurde und die nun mit großen Lkws transportiert werden. Am Ende sei jedoch kaum noch zu erkennen, dass der Kindergarten aus einzelnen Modulen zusammengesetzt wurde, erklärt der Träger.

Lageplan des neuen Kindergartens.
Copyright: Architektur vor Ort
„Der Vorteil der Modulbauweise ist, dass die Bauphase wesentlich schneller geht und die Anwohner minimal gestört werden“, betont Kuhn. Noch am Montagmorgen habe nur das Fundament gestanden.
Beim neuen Gebäude wurde großer Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. Die Module bestehen aus Holzhybrid, eine Photovoltaik-Anlage mit rund 130 Modulen liefert Strom, und es gibt Ladestationen für Fahrräder und Autos. Geplant sind außerdem eine Dach- sowie eine Fassadenbegrünung.
Der Kindergarten besteht aus zwei großen Baukörpern. Im größeren Teil befinden sich die Hauptaufenthaltsbereiche der Kinder mit den Gruppenräumen. Der kleinere Baukörper beherbergt zentrale Räume wie die Mensa sowie den Mehrzweckraum, der dank mobiler Trennwände in unterschiedlichen Größen nutzbar ist.

Das trapezförmige Gelenk verbindet die beiden Modulblöcke. Neben dem Aufzug wird hier ausschließlich mit Holz gebaut.
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Die beiden Baukörper sind durch eine Art Gelenk miteinander verbunden. Dieses trapezförmige Bauteil ist kein Modul, sondern wird in Vollholzbauweise errichtet. Hier befindet sich auch der Aufzug. Insgesamt verfügt das Gebäude über sechs Erkerfenster, die jeweils etwa einen halben Meter aus der Fassade herausragen. Diese sollen Kindern und Erziehenden als Rückzugsbereich dienen.
Insgesamt beträgt der Holzanteil am gesamten Kindergarten rund 80 Prozent und „wir streben mit dem Gebäude die Goldzertifizierung der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen an“, betont Norman Kuhn. Das DGNB-Siegel bewertet Projekte nach den drei Kriterien Ökologie, Ökonomie und Soziologie.

Innerhalb einer Woche sind die Module angeliefert und zusammengebaut worden.
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Die Kita erhält einen großzügigen Außenbereich, der besonders naturnah gestaltet wird. Der Vorplatz soll auch außerhalb der Öffnungszeiten mit Sitzgelegenheiten als Treffpunkt dienen. Damit soll der Kindergarten in das Neubaugebiet integriert werden.
Der Generalunternehmer für den schlüsselfertigen Hochbau ist die Firma Kleusberg mit Sitz in Wissen. Insgesamt werden an dem Bauwerk rund 20 Gewerke beteiligt sein.
Bislang sind rund 50 Prozent der Kindergarten-Plätze für September 2026 vergeben. Drei Gruppen sind damit bereits belegt, erklärt Norman Kuhn. Interessierte Eltern können sich gerne melden. Der Kindergarten liegt am Rande des Neubaugebiets Eitorf West III, das sich derzeit noch im Planungsverfahren befindet.
„Wir bieten den Eltern eine Frischküche an, in der auch frisch gekocht wird“, so Kuhn weiter. Der Mehrzweckraum sei mit einem Motorikzentrum ausgestattet, sodass für Kinder mit Inklusionsbedarf eine Betreuung angeboten werden könne. Auch eine hauseigene Motopädie sei vorgesehen.
Die Investitionskosten belaufen sich auf 6,6 Millionen Euro, die durch das Land Nordrhein-Westfalen, sowie vom Rhein-Sieg-Kreis als Fördergeber getragen werden.

