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„Grande Dame des Akkordeons“Lydie Auvray auf Abschiedstour in Eitorf

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Mit Charme und französischer Leichtigkeit bezauberte die Akkordeonistin Lydie Auvray bei ihrem Solo in Hürth, nun kommt sie nach Eitorf.

Mit Charme und französischer Leichtigkeit bezauberte die Akkordeonistin Lydie Auvray bei ihrem Solo in Hürth, nun kommt sie nach Eitorf.

Seit 50 Jahren steht die Französin mit ihrem Amkkordeon auf der Bühne – jetzt sagt sie „Salut! Et merci!“.

Eigentlich wollte sie nur „ihr Deutsch verbessern“: 1974 siedelte die junge Französin Lydie Auvray aus der Normandie nach Deutschland über. Akkordeon spielte sie damals schon, trat in ihrer neuen Heimat Berlin in diversen Clubs auf. „Dort erregte ich richtig Aufsehen damit, man kannte ja in Deutschland bis dahin fast nur Klavierakkordeons. Und jetzt kam ich mit meinem Knopfakkordeon und spielte auch eine ganz andere Musik darauf, keine Volks- oder Seemannsmusik, sondern Musette.“ Mit ihrer ersten eigenen Band, den Auvrettes, fasste sie endgültig Fuß in Deutschland und wurde zur festen Größe.

Insgesamt 24 Alben veröffentlichte die Künstlerin in den zurückliegenden 47 Jahren. Hannes Wader, Reinhard Mey, Stoppok und Peter Maffay, Senta Berger, Klaus Hoffmann, Georg Danzer, Status Quo, die Kölner Saxophon Mafia und die Bonner Cajunband Le Clou – die Liste der Musikerinnen und Musiker, mit denen Lydie Auvray zusammenarbeitete, ist lang.

Das Knopf-Akkordeon wurde vom italienischen Traditionshersteller Pigini speziell für Auvray angefertigt

Längst gilt sie als die „Grande Dame des Akkordeons“: Sie spielt das Instrument auf ihre ganz typisch leichte und gleichzeitig intensive Art. Quer durch alle Stilrichtungen bewegt sich ihre Musik, und immer wieder ist man fasziniert von der Klangfarbenpracht, die diese Ausnahmekünstlerin ihrem speziell für sie vom italienischen Traditionshersteller Pigini angefertigten Instrument entlockt. Egal, ob verträumte Melodien, feurige Tangos oder die schwingenden Musette-Walzer, die speziell für das Knopf-Akkordeon komponiert wurden.

Sie verbindet weltmusikalische Klänge mit Jazz und lässt einer Filmmusik gleich in den Köpfen ihres Publikums einen wahren Bilderrausch entstehen. „Das Meer“ ist so ein Fall, wo sie mit dem Akkordeon den Wind und das Auf und Ab der Wellen entstehen lässt.

Abschiedskonzert ist für Lydie Auvray „wie ein musikalischer Blick auf mein ganzes Leben“

50 Jahre sind seit ihren ersten Auftritten in Berliner Clubs vergangen, und nun verabschiedet sich Lydie Auvray von der Bühne. „Salut! Et merci!“ heißt ihre aktuelle Solo-Tour, in deren Rahmen sie am Sonntag, 25. Januar, im Theater im Park in Eitorf gastiert. Im Programm sind Lieblingsstücke aus allen Schaffensphasen der gebürtigen Normannin versammelt, die auch die Vielseitigkeit der 1956 geborenen Musikerin zeigen. Melancholisch ist der Chanson „Pour toi“, den sie ihrem Vater gewidmet hat, durch den sie überhaupt zum Akkordeon kam. „Janvier á Paris“ gleicht einem musikalischen Spaziergang durch die französische Hauptstadt.

Doch nicht nur eigene Stücke hat sie im Programm, auch Klassiker wie Serge Gainsbourgs „Akkordeon“. „Ich möchte auf dieser Tournee Lieblingsstücke von mir und dem Publikum spielen, aus all meinen Schaffensphasen. Das ist wie ein musikalischer Blick in und auf mein ganzes Leben.“

Lydie Auvray spielt am Sonntag, 25. Januar, um 17 Uhr im Theater im Park, Brückenstraße 31, in Eitorf. Karten kosten im Vorverkauf 22 Euro, an der Abendkasse 25 Euro, ermäßigt 15 Euro.