Der Eitorfer Stadtsoldat Karl Hatterscheid erhielt bei der Generalprobe der Tanzgarden den höchsten BDK-Orden, der erst 63-mal vergeben wurde.
Jahrzehntelanges EngagementSeltene Ehrung im Karneval für Eitorfer Karl Hatterscheid

Karl Hatterscheid (m.) erhielt die Urkunde und den Orden von Matthias Ennenbach (l.) und Horst Meurer (r.).
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Eigentlich gehörte die Bühne an diesem Wochenende den Tanzgarden der Eitorfer Stadtsoldaten. Bei ihrer alljährlichen Generalprobe im Theater am Park präsentierten die Tänzerinnen und Tänzer ihre einstudierten Darbietungen für die bevorstehende Session. Doch dann wurde die Veranstaltung zu einem ganz besonderen Erlebnis: Karl Hatterscheid wurde mit dem „Stern mit Brillanten“, dem höchsten Verdienstorden des Bundes Deutscher Karneval (BDK), ausgezeichnet.
Auszeichnung ist eine Rarität
Horst Meurer, der Präsident des Regionalverbands Rhein-Sieg-Eifel im BDK, überreichte ihm die Auszeichnung für mehr als 60 Jahre Zugehörigkeit zum karnevalistischen Brauchtum. Die Ehrung ist eine ausgesprochene Rarität, denn der Orden wurde deutschlandweit bislang erst 63-mal verliehen. Karl Hatterscheid nahm die Auszeichnung mit Freude und sichtbarem Stolz entgegen. Ein Lächeln begleitete den besonderen Moment, der für den langjährigen Stadtsoldaten sicherlich völlig unerwartet kam.
Vom Schreinermeister zum Familienunternehmer
Karl, auch „Karli“ genannt, wurde am 10. Juli 1931 in Eitorf geboren. Nach einer Schreinerlehre und dem Erwerb des Meisterbriefs machte er sich in den 1950er-Jahren mit einem eigenen Schreinerbetrieb selbstständig. Aus dem einstigen Handwerksbetrieb ist ein respektables Familienunternehmen geworden, das heute bereits in der dritten Generation weitergeführt wird.
Erst Fußball, dann Karneval
In jungen Jahren galt seine Leidenschaft zunächst dem Fußball. Er kickte lange gemeinsam mit Hannes Löhr, der später Bundesliga- und Nationalspieler wurde. Später sollte jedoch der Karneval sein Leben entscheidend prägen.

Tänzerinnen und Tänzer aller Abteilungen.
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Bereits im Januar 1946 fand er bei den Eitorfer Stadtsoldaten seine karnevalistische Heimat. 1977 wurde er als Karli I. zum Eitorfer Karnevalsprinzen proklamiert. Im selben Jahr übernahm er auch den Vorsitz der Stadtsoldaten. Unter seiner Regie entstand auch die Idee, das Eitorfer Kino zu revitalisieren, das etliche Jahre unter dem Namen „Blau-Weiss“ betrieben wurde. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Eitorfer Stadtsoldaten durfte er in der Session 2011/12 noch einmal in die Rolle des Prinzen schlüpfen. Mit 80 Jahren bewies er, dass die Begeisterung für den Karneval keine Frage des Alters ist.
Treue zum Männergesangverein
Neben dem Karneval spielte die Musik eine wichtige Rolle in seinem Leben. Im Jahr 1946 trat er dem damaligen Eitorfer Männergesangverein bei. Auch diesem Verein hält er seitdem die Treue und wurde bereits vor vielen Jahren zum Ehrenmitglied ernannt. Anlässlich seines 90. Geburtstags überraschten ihn die Sänger mit einem musikalischen Ständchen.
Überraschung bei der Generalprobe
Dass die karnevalistische Ehrung ausgerechnet bei der jährlichen Generalprobe der Tanzgarden stattfand, machte sie zu etwas Besonderem. Noch bevor die verschiedenen Abteilungen ihre Darbietungen für die bevorstehende Session präsentierten, stand plötzlich ein Mann im Mittelpunkt, dessen Lebensweg eng mit der Geschichte der Stadtsoldaten verbunden ist.
Anerkennung für jahrzehntelanges Engagement
Die seltene Auszeichnung würdigt die jahrzehntelange Zugehörigkeit zum karnevalistischen Brauchtum. Sie ist zugleich ein Zeichen der Anerkennung für einen Mann, der sich über viele Jahre hinweg besonders für seinen Verein und das regionale Brauchtum eingesetzt hat.
Somit wurde für Karli Hatterscheid aus einem gewöhnlichen Termin im Vereinskalender ein unvergesslicher Augenblick.
