Der Kreis will die Wege zur Burg ertüchtigen, damit die Ruine besser erreichbar ist. Auch eine Toilettenanlage ist geplant.
Regionale 2025Barrierearmer Ausbau – Burgruine Windeck soll besser erreichbar werden

Das Wahrzeichen der Gemeinde soll im Zuge der Regionale 2025 durch verschiedene Maßnahmen besser erreichbar werden.
Copyright: Harald Röhrig
Grünes Licht für die im Rahmen der Regionale 2025 geplanten Maßnahmen an der Windecker Burgruine. Der Naturschutzbeirat erhob nach einer langen, über einstündigen Diskussion keine Bedenken gegen eine Befreiung von den Verboten im Landschaftsschutzgebiet, sodass die Untere Naturschutzbehörde die Erlaubnis aus überwiegendem öffentlichen Interesse erteilen kann.
Der Kreis, dem das Wahrzeichen der Gemeinde gehört, will unter anderem die Wege zur Burg barrierearm ertüchtigen und in wenigen Ausnahmefällen auch erleuchten, eine Toilettenanlage aus Holz am kleinen Parkplatz unterhalb der Ruine sowie eine Aussichtsplattform am südlichen Ende des Burgplateaus bauen.
Neue Wege und Toilettenhäuschen sollen an Burgruine gebaut werden
Dafür wird das nächtliche Anstrahlen der Ruine künftig entfallen. Auf Vorschlag des Vorsitzenden Dr. Norbert Möhlenbruch (Landesjagdverband) wurde beschlossen, die Zahl der Veranstaltungen und Führungen auf maximal zehn im Jahr zu beschränken und die Außenbeleuchtung der Burgruine zu verbessern. Viele Beiratsmitglieder hatten zunächst Bedenken gegen eine Befreiung, vor allem wegen zu großer Störungen für die Natur, konnten im Lauf der Diskussion dann aber umgestimmt werden, sodass es in der abschließenden Abstimmung zu einer Mehrheit bei nur drei Nein-Stimmen kam.
Alles zum Thema Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
- Kernkraft Atommülltransporte in NRW - BUND scheitert vor Gericht
- Kernkraft Atommülltransporte: BUND scheitert vor Gericht
- Glatteis Streusalz wird in Baumärkten teilweise knapp
- Regionale 2025 Barrierearmer Ausbau – Burgruine Windeck soll besser erreichbar werden
- Zeit zum Lesen Büchertipps von Prominenten aus Rhein-Sieg
Regina Rosenstock von der Wirtschaftsförderung des Rhein-Sieg-Kreises berichtete, dass der Bewilligungsbescheid über die Fördermittel der Regionale gerade eingegangen sei. Der Kreis als Eigentümer sei verpflichtet, die unter Denkmalschutz stehende Anlage zum Wohl der Allgemeinheit zu erhalten und Wissen und Informationen darüber zugänglich zu machen.
BUND sieht Biotop an der Burg durch neue Maßnahmen gefährdet
Viele ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen sowie Familien mit Kinderwagen können aber den steilen Zugang zur Burgruine nicht ohne Weiteres schaffen. Deshalb seien bauliche Maßnahmen für barrierearme Wege notwendig. Eine Beleuchtung der Wege sei bei Dunkelheit notwendig, damit die Besucher wieder sicher vom Burgberg kommen. Der Kreis erhalte mit einer Million Fördermitteln von der Regionale eine einmalige Chance. Ein Toilettenhaus sei dringend notwendig, weil sich inzwischen Anwohner über Fäkalien in Gärten und Hecken beschweren.
Ein Vertreter des Ingenieurbüros Riedmann (Königswinter) erläuterte den landschaftspflegerischen Begleitplan und die Artenschutzprüfung, bei denen unter anderem fast ein Dutzend Fledermausarten, Haselmäuse, Spechte und Reptilien festgestellt wurden.
Durch die geplante reduzierte Beleuchtung werde die Situation aber verbessert. Peter Inden (BUND) wies auf die Gefahr hin, dass dieses Biotop mit seiner herausragenden Bedeutung durch die geplanten Maßnahmen unwiederbringlich zerstört werden könnte, und wandte sich gegen eine Befreiung.
Eine Toilette könnte auch im Museumsdorf gebaut werden. Inden: „Das geht so nicht!“ Dagegen empfahl Naturschutzamtsleiter Jörg Bambeck der Befreiung zuzustimmen. Maximilian Graf von Nesselrode (Waldbauernverband) erinnerte an die Verkehrssicherungspflicht und betonte, man könne es älteren Menschen nicht zumuten, bis zu einer Toilette im Museumsdorf hinunterzulaufen. Und auch Windecks Bürgermeisterin Alexandra Gauß plädierte wegen der Topografie für bessere Wege, ein WC an der Burg und erinnerte an mögliche Musikveranstaltungen.

