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Scheidung, Trennung, SorgerechtFrauenzentren in Rhein-Sieg bieten rechtliche Beratung an

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ILLUSTRATION - Eine Frau steht in ihrer Wohnung an einem Fenster.

Herausforderungen rund um Scheidung, Trennung Sorgerecht oder Unterhalt müssen Frauen nicht allein bewältigen. (Symbolbild/dpa)

Die Frauenzentren des Rhein-Sieg-Kreises bieten Beratungen zu familien- und strafrechtlichen Fragen an. Das sollten Hilfesuchende wissen.

Trennungen, Scheidungen, Streit um Sorgerecht und Unterhalt: Viele Frauen glauben, allein mit damit einhergehenden Herausforderungen fertig werden zu müssen. Es gibt jedoch die Möglichkeit, sich anonym von Rechtsanwältinnen beraten zu lassen: beispielsweise in den Frauenzentren in Rhein-Sieg.

„Oft verbleiben Frauen in einer sie schädigenden Partnerschaft, weil sie sich abhängig fühlen, Angst haben, dass ihr Partner ihnen die Kinder wegnimmt, und sie nicht wissen, welche Rechte sie haben und was möglich ist“, sagt Berit Zimmer vom Bad Honnefer Frauenzentrum. Daher sei eine anonyme, niedrigschwellige Beratung wichtig. „Einen Termin in einer Anwaltskanzlei zu machen ist oft eine große Hürde“, schildert Zimmer. Viele Klientinnen hätten Angst vor finanzieller Belastung oder vor der Reaktion des Partners, wenn dieser davon erfahre. Sich in einem Frauenzentrum Informationen einzuholen, sei für viele leichter umsetzbar. „Information gibt Sicherheit. Das ist uns sehr wichtig für die Frauen“, betont Zimmer.

Wartelisten und hohe Nachfrage, aber jede Frau soll beraten werden

Das Bad Honnefer Frauenzentrum arbeitet mit vier Anwältinnen zusammen, die hilfesuchende Frauen ehrenamtlich beraten. Drei von ihnen bieten ihre Rechtsberatung in den Räumen des Frauenzentrums an (Hauptstraße 20a in Bad Honnef), eine in ihrer Kanzlei in Rheinbach (Meckenheimer Straße 3-9). Die Termine finden alle zwei Wochen donnerstags zwischen 10 und 12 Uhr statt, für die Einzelberatungen ist jeweils eine halbe Stunde Zeit.

Um einen Beitrag von 20 Euro wird gebeten, diese gehen als Spende an das Frauenzentrum. „Wenn eine Frau jedoch nicht so viel Geld hat, was ja bei einigen der Fall ist, muss sie nichts bezahlen“, erläutert Berit Zimmer. „Jede Frau soll ja beraten werden.“

Einen Termin in einer Anwaltskanzlei zu machen ist oft eine große Hürde.
Berit Zimmer, Frauenzentrum Bad Honnef

Vor der Wahrnehmung des Termins sollten die Ratsuchenden sich idealerweise bereits Fragen notieren und alle wichtigen Unterlagen mitbringen, damit die halbe Stunde möglichst effizient genutzt werden kann. „Manchmal hilft diese einmalige Beratung, damit die Frauen wissen, was ihre nächsten Schritte sind“, sagt Berit Zimmer. „Oft wird aber auch klar, dass gerade im Falle von Scheidung und/oder Sorgerecht eine längere anwaltliche Begleitung notwendig ist.“ Frauen mit wenig finanziellen Mitteln finden bei den Anwältinnen oder Beraterinnen des Frauenzentrums Hilfe, um die Beratungskostenhilfe zu beantragen. 

Die am häufigsten angesprochenen Themen in der rechtlichen Beratung betreffen Trennung, Scheidung, Unterhalt, Sorge- und Umgangsrecht. Da zahlreiche Frauen auch von Gewalt betroffen sind, fließen auch strafrechtliche Themen mit in die Beratungen ein, so Berit Zimmer. Das Frauenzentrum stehe im Kontakt mit einer Anwältin aus Rheinbach, um Klientinnen in Zukunft auch eine strafrechtliche Beratung zu ermöglichen. „Dies wäre gut für die Frauen, die häusliche und/oder sexualisierte Gewalt erlebt haben und überlegen, den Täter anzuzeigen oder schon angezeigt haben.“

Die Rechtsberatung könne eine erste Orientierung bieten, über Rechte und Möglichkeiten aufklären, die nächsten Schritte besprechen. Dies habe jedoch durch die zeitliche Beschränkung Grenzen, macht Berit Zimmer klar. Die Nachfrage sei hoch. Nicht selten müssen Frauen einige Wochen auf einen Termin warten. Ein spontanes Nachrücken auf der Warteliste ist jedoch möglich, wenn eine Frau ihren Termin absagt.

Troisdorfer Frauenzentrum: Rechtliche Beratung auch nach häuslicher oder sexualisierter Gewalt

Auch das Troisdorfer Frauenzentrum bietet eine Beratung zu rechtlichen Fragen, beispielsweise Scheidung oder Trennung betreffend, an. „Auch hier geht es um eine erste Orientierung. Die Anwältinnen können im Zusammenhang mit der Beratung nicht für die Frauen tätig werden“, erklärt Ilka Labonté. Die Beratung findet jeden Dienstag zwischen 16 und 18 Uhr statt, Frauen müssen sich unter 02241/72250 anmelden. Auch hier sei der Bedarf groß.

An jedem zweiten Dienstag im Monat findet die Beratung des Troisdorfer Frauenzentrums im Bornheimer Rathaus statt, ansonsten in den Räumen des Frauenzentrums, Hospitalstraße 2 in Troisdorf. Im Zeitfenster von zwei Stunden können jeweils bis zu fünf Frauen die Beratung wahrnehmen, sodass jede etwas weniger als eine halbe Stunde Zeit hat. Das Troisdorfer Frauenzentrum bittet für die Beratung um eine Spende von etwa zehn Euro, sofern das möglich ist. 

Zusätzlich bietet das Troisdorfer Frauenzentrum eine rechtliche Beratung für geschädigte Zeuginnen an, beispielsweise nach sexualisierter oder häuslicher Gewalt. „In beiden Fällen sind die Betroffenen von Gewalt oft die einzigen Zeuginnen“, sagt die Mitarbeiterin Ilka Labonté. Hier finden Frauen beispielsweise Beratung dazu, welche Schritte mit der Erstattung einer Anzeige verbunden sind. Diese Beratung findet einmal monatlich statt, meistens freitags zwischen 17 und 19 Uhr, es sind aber auch andere Termine möglich, die bei der telefonischen Anmeldung mitgeteilt werden.

Eine juristische Kurzinformation zum Familierecht bietet auch Pro Familia im Rhein-Sieg-Kreis an. Einmal im Monat berät eine Fachanwältin zu Fragen wie: „Kann mein Freund mir das Kind wegnehmen?“ oder: „Wie komme ich an Unterhalt?“ Für die Beratung wird ein Beitrag von zehn Euro erhoben. Eine Anmeldung ist erforderlich unter 02241/21010.