Sanierung der FahrbahndeckeFräsarbeiten finden auf der A560 in Hennef nachts statt

Fahrbahndecken-Sanierung auf der A 560 in Hennef.
Copyright: Quentin Bröhl
Hennef – Für Bauleiter Tamer Heppner von der Firma Kutter (Hanau) und seine Truppe beginnt der Arbeitstag am Abend. Auf der Autobahn 560 ist Nachtschicht angesagt. „Das ist bei uns immer so, wir müssen nachts oder am Wochenende ran“, sagt Bernd Alioschat von der Streckenbauleitung der Autobahn GmbH. Immerhin bleibt es in dieser Nacht trocken, und bis zum frühen Morgen herrschen angenehme Temperaturen.
Auf einem treckerartigen Gefährt bedient ein Mann einen Hebel, konzentriert setzt er eine Art Meißel an. Dann überquert der Trecker die gesperrte Fahrbahn, wobei sich vor dem Meißel eine schwarze Masse herausschält Ein anderer Kollege mit Stirnlampe sammelt die herausgekratzten Streifen auf.

Komplett gesperrt war die Autobahn ab 20 Uhr an der Anschlussstelle Hennef-Ost.
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„Heute machen wir die Fugen zwischen den Betonplatten“, erklärt Heppner (43), während eine Kehrmaschine passiert. „Die Fugen werden nach dem Rausreißen ausgeschliffen und ausgepustet.“ Erst danach verfüllen die Arbeiter die Lücken mit der neuen Gussmasse, die bei Sonnenuntergang schon im Bitumenkocher schmilzt und den straßenbautypischen Geruch verströmt.

Maßarbeit: Mit dem flexiblen Hebel muss der Arbeiter exakt die Fuge treffen, um die schwarze Masse herauszuholen.
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„Die Dünnschicht hat in 15 Jahren Federn gelassen“, berichtet Alioschat, weshalb die Autobahn-Gesellschaft die Fahrbahnen zwischen den Anschlussstellen Hennef-West und Hennef-Ost sanieren lässt. „Die hohen Temperaturen sind ein Problem“, sagt der 62-Jährige und spielt damit auf die heißen Sommer in den vergangenen Jahren an. „Der Asphalt verformt sich mehr, als uns lieb ist.“ Spurrillen bildeten sich schneller.

Kein Auto unterwegs: Mehrmals ist in den vergangenen Wochen die Autobahn A 560 wegen der Fahrbahnsanierung gesperrt gewesen.
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„Wir mussten hier früher auch schon mal Betonplatten herausnehmen, weil sie gebrochen waren, die kippeln dann.“ Alle Platten zu entfernen und durch Gussasphalt zu ersetzen sei indes keine Option. Im ersten Schritt hatten die Tiefbauarbeiter – ebenfalls nachts – die schwarze Decke von den Betonplatten gefräst und provisorisch die Spuren markiert, denn tagsüber ist der Autobahnabschnitt für den Verkehr freigegeben.

Der Meißel fährt durch die Fuge und holt das alte Material heraus.
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Der raue Untergrund verursacht derzeit laute Fahrgeräusche. „Es gibt Leute, die sind sehr empfindlich“, sagt Alioschat mit Blick auf Anwohner und beruhigt: „Es wird wieder leiser, wenn die neue Dünnschicht drauf ist.“ „DSK“, liefert Tamer Heppner den Fachbegriff, der für „Dünne Schichten im Kalteinbau“ steht. Ein schnellerer Einbau und eine längere Nutzungsdauer gelten als Vorteile. „Die Schicht ist nicht starr“, erläutert Heppner.
Zum Schluss wird aufgeräumt
Inzwischen ist die Sonne untergegangen. In der Dämmerung kratzen und schleifen die Männer mit Hochdruck an den Fugen – eine Arbeit, die viel Zeit in Anspruch nimmt. Ingenieur Heppner rechnet vor: Bei rund 2800 Metern zwischen Hennef-West und Hennef-Ost seien es nach Abzug eines Stücks ohne Betonplatten 544 Querfugen von 8,25 Meter Länge, dazu komme die Längsfuge zwischen den beiden Fahrspuren „und das Ganze dann mal zwei“, weil die Autobahn ja in beiden Fahrtrichtungen saniert werde.

Bauleiter Tamer Heppner von der Firma Kutter aus Hanau.
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Bis 4 Uhr morgens sind die Bauarbeiter zugange. Danach, in der letzten Stunde der Schicht, wird aufgeräumt, kurz vor fünf die Sperrung aufgehoben. „Das ist ein Muss“, betont Bernd Alioschat, „sonst gibt es Ärger.“ Umgekehrt haben es Autofahrer schon geschafft, nach der abendlichen Abriegelung an den rot-weißen Baken vorbeizukommen. „Gestern Abend hat sich eine junge Frau in der Baustelle festgefahren“, erzählt Heppner, „letzte Woche war es sogar ein kleiner 7,5-Tonner.“
Laut Plan endet an diesem Freitagmorgen die Zeit der nächtlichen Sperrungen. Nach einer Baupause soll ab dem 20. August die neue Dünnschicht aufgetragen werden. Neun Tage sind dafür angesetzt. Anschließend kommen die neuen Markierungsstreifen auf den Asphalt. Alioschat: „Wir hoffen, dass wir dann wieder 15 Jahre Ruhe haben.“
