NaturschutzBei „Chance 7“ werden im Ravensteiner Tal seltene Tierarten angesiedelt

Halbzeitbilanz zogen Ralf Badtke, Dieter Steinwarz und Christoph Rothenwöhrer (v.l.) im Ravensteiner Bachtal.
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- Es ist Halbzeit bei „Chance 7“, dem mit Bundesmitteln geförderten Naturschutzprojekt des Amtes für Umwelt- und Naturschutz.
- 2015 war der Start, bis 2025 ist noch Zeit.
- 14 Millionen Euro stehen für das 11 500 Hektar große Fördergebiet zur Verfügung.
Hennef – Kleine Tümpel sind im Ravensteiner Tal entstanden, wie an einer Perlenschnur aufgezogen. Vom Wanderweg aus sind sie gut zu sehen. Elektrozäune schützen sie, damit die Hinterwälder Rinder, die die Wiese frei vom Drüsigen Springkraut halten, nicht die erwarteten neuen Bewohner zertrampeln. Denn die Kleingewässer sind sogenannte Trittstein-Habitate für die Gelbbauchunke. In mehreren Korridoren sollen so die fünf bekannten Vorkommen der vom Aussterben bedrohten Art verbunden werden.
Es ist Halbzeit bei „Chance 7“, dem mit Bundesmitteln geförderten Naturschutzprojekt des Amtes für Umwelt- und Naturschutz. Abteilungsleiter Georg Persch stellte in der stets feuchten Aue vor, was in den vergangenen fünf Jahren passiert ist. 2015 war der Start, bis 2025 ist noch Zeit. 14 Millionen Euro stehen für das 11 500 Hektar große Fördergebiet zur Verfügung. „Wir benötigen Flächenzugriff“, erklärte Persch. Funktionieren könne das Ganze aber nur unter Einhaltung zweier Prinzipien: dem der Freiwilligkeit und dem der Akzeptanz in der Bevölkerung. Inzwischen sind 420 Hektar einbezogen, 200 Hektar hat der Kreis erworben.
Etwa 2,5 Millionen Euro sind für den Kauf geflossen
Der Rest ist gepachtet oder durch Duldungsverträge gesichert. „Dass es möglich ist, so viel zu erwerben, hätte ich nicht für möglich gehalten“, sagte Dr. Dieter Steinwarz, Leiter der Biologischen Station in Eitorf, zufrieden. Etwa 2,5 Millionen Euro sind dafür geflossen, weitere 3,5 Millionen Euro für die eigentlichen Maßnahmen. „Damit sind wir gut im Plan“, bestätigte Persch.
Zippammer, Schwarzstorch, Rotmilan, Gelbbauchunke, das sind nur einige der Zielarten. Gerade bei den Amphibien könnte eine Vernetzung das dauerhafte Überleben fraglich machen, wie Dr. Christoph Rothenwöhrer vom Projektteam ausführte. In Steinbrüchen werden Tümpel freigestellt, damit sie besonnt werden können.
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Kleine Bagger heben Laichgewässer aus. Wo kein Ton ansteht, kommen Betonwannen zum Einsatz. Angesichts des Klimawandels und häufiger Dürreperioden sei das besonders wichtig, erläuterte Ralf Badtke vom Projektteam. Die Wiederbesiedlung, gerade bei den Trittstein-Habitaten, sei ein wichtiges Instrument. Laich wird aus trockenfallenden Wasserlöchern geholt und aufgezüchtet, Kaulquappen wieder ausgesetzt. 3440 Tiere sind so verteilt worden, 95 Prozent werden überleben und den Genpool verbreitern. Damit das leise Hupen der Unke bald wieder öfter zu hören ist.



