PetitionFehlende Plätze in OGS-Betreuung – Eltern üben scharfe Kritik an Hennefer Politik

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Außenansicht einer Hennefer Grundschule.

Auch die Hanftalgrundschule ist von den Problemen mit der Nachmittagsbetreuung betroffen. (Archivbild)

117 Kinder stehen auf der Warteliste für die Nachmittagsbetreuung an fünf Hennefer Grundschulen. Jetzt haben Eltern eine Petition gestartet.

„Die Verantwortlichen schauen weg“, das Vergabeverfahren sei „absolut intransparent“, die Stadt solle endlich ihre Hausaufgaben machen, und „das seit vielen Jahren andauernde Scheitern der Politik“ müsse enden. In einer Online-Petition zur Offenen Ganztagsschule in Hennef werden harte Töne angeschlagen. Im Schulausschuss gab es am Dienstag das Echo. Da werde auf einer Populismuswelle geritten, sagte die Vorsitzende Veronika Herchenbach-Herweg, „ich verbitte mir die Aussage, dass wir uns nicht um die OGS gekümmert haben“.

Unstrittig ist bei aller Empörung: Die Plätze für die Nachmittagsbetreuung an fünf der sieben städtischen Grundschulen reichen nicht aus. 117 Kinder stehen auf der Warteliste. „Den betroffenen Familien platzt nun endgültig der Kragen“, schreibt der Initiator der laut Internetplattform „change.org“ von 959 Unterstützern unterzeichneten Petition. Die fehlenden Plätze würden gar zum Existenzrisiko, berufstätige Eltern – selbst in Teilzeitjobs – hätten „ein riesiges Problem“.

OGS in Hennef: Punktesystem berücksichtigt Arbeitszeit der Eltern

Das Problem ist im Rathaus bekannt und wurde den Eltern der noch nicht versorgten Kinder in einem Brief ausführlich erläutert. In Hennef gebe es mittlerweile 1050 OGS-Plätze, allerdings wachse die Nachfrage stetig, die wegen der sehr vielen Erstklässler im nächsten Schuljahr nur zu 90 Prozent bedient werden könne. Die Platzvergabe, so die Stadt weiter, erfolge „so gerecht und fair als eben möglich“.

Ein Punktesystem berücksichtigt unter anderem die Arbeitszeit der Eltern. Punkte gibt es außerdem für Alleinerziehende, Geschwisterkinder und für Kinder, die vorher einen Kita-Vollzeitplatz hatten, aus sozialen Gründen, bei Förderbedarf und Härten.

Personalmangel sorgt für Probleme beim OGS-Ausbau in Hennef

Als Haupthindernisse beim OGS-Ausbau nennt die Stadt fehlende Räume und Personalmangel. Die protestierenden Eltern kreiden der Kommune an, bei der Ausweisung von Neubaugebieten nicht entsprechend vorgesorgt zu haben.   Die Stadt verspricht, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um noch möglichst vielen Familien ein Betreuungsangebot machen zu können. An den Grundschulen Gartenstraße,

Am Steimel und Siegtal soll jeweils eine zusätzliche OGS-Gruppe für 25 Kinder eingerichtet werden – vorausgesetzt, das nötige Fachpersonal lässt sich bis spätestens September finden.   Notnagel für berufstätige Eltern ist die   Übermittagsbetreuung der Kinder bis maximal 13.30 Uhr. „Am Ende wird es trotzdem nicht reichen“, räumte der Beigeordnete Martin Herkt vor dem Schulausschuss ein.

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