Das Richtfest für das Kultur- und Heimathaus in Stadt Blankenberg ist am kommenden Freitag (13. März), Landesministerin Ina Scharrenbach kommt auch.
Kultur- und HeimathausIn Hennef-Stadt Blankenberg entsteht fürs Dorf und die ganze Stadt

Der Raumeindruck von Foyer und Saal des Kultur- und Heimathauses ist großzügig.
Copyright: Ralf Rohrmoser-von Glasow
Wenn Ina Scharrenbach am Freitag (13. März) den Rohbau des Kultur- und Heimathauses in Hennef-Stadt Blankenberg betritt, wird sie sicherlich beeindruckt sein vom Raumeindruck, den Foyer und Saal ihr bieten werden. Die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung hat sich für das Richtfest angekündigt. Lange geplant und viel diskutiert präsentiert sich das Gebäude, für das rund 9,4 Millionen Euro vorgesehen sind, zwar noch als Baustelle, lässt aber schon seine besondere Architektur erkennen.
Hier finden bis zu 150 Menschen Platz, je nach Bestuhlung.
Patrick Huhn, Leiter des Hauses, das Teil des Integrierten Handlungskonzepts Stadt Blankenberg ist, zeigt das lang gestreckte Foyer und den Platz für Theke und Küche. Linker Hand geht es in den rund 17 Meter langen und fast acht Meter breiten Saal. „Hier finden bis zu 150 Menschen Platz, je nach Bestuhlung“, erklärt er. „Mit einer Trennwand können wir den Raum hälftig teilen.“ Inzwischen haben die Vereine im Dorf ihn auch für sich entdeckt, planen, was sie machen können.

Auf der Empore im Ausstellungsraum wird ein interaktives Stadtmodell aufgestellt.
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„So ein Raum fehlt in der Stadt“, sagt Huhn. „In der Meys Fabrik gibt es 250 Plätze, aber es gibt ja kaum Termine.“ Der fast 150 Quadratmeter große Raum hat eine große Fensterfront. Der Blick geht über die Terrasse, unter der eine Zisterne das Regenwasser sammelt, auf die mittelalterliche Stadtmauer, St. Katharina und den Katharinenturm. Pressesprecher Domique Müller-Grote sagt, er könne sich gut vorstellen, dass hier getraut werde, Seminare und Tagungen sowie Mitglieder- und Vorstandsversammlungen stattfänden.
Das Gebäude besteht aus vier aneinandergesetzten Häusern
2017 hat er einen Vermerk geschrieben. „Da stand so ziemlich genau das drin, was heute hier steht.“ Eine ähnliche Erinnerung hat Planungsamtsleiterin Gertraud Wittmer. Sie hat damals eine Skizze entworfen, die viel Ähnlichkeit mit dem heutigen Bau hat. „Das sind vier einzelne Häuser, die aneinander gesetzt sind, mit unterschiedlichen Tiefen und Dachneigungen.“ Es sieht ein bisschen aus wie ein Dorf.
Noch ist es nur eine Betonhülle. Doch ähnlich wie das Feuerwehrhaus werden die Wände mit Holz verkleidet, das Dach erhält eine Schindelabdeckung, außerdem eine Photovoltaik-Anlage. Gegenüber dem unteren Eingang stehen die Vorbereitungen für die offene Scheune an, die Fundamente für die Säulen stehen schon.
Das Foyer zieht sich über die gesamte Tiefe des Gebäudes. Hier wird auch ein kleines Café eingerichtet, Platz zum Entspannen ist vorgesehen. Von dort geht es in den zweiten großen Funktionsraum, noch einmal 120 Quadratmeter für die Dauerausstellung. Sie soll die bestehenden Museen nicht ersetzen, sondern ergänzen, Geschichte spannend und neu erzählen. Dafür sind auch digitale Lösungen vorgesehen.

Deutlich zu erkennen sind die unterschiedlichen Dachneigungen und Größen der Baukörper, die aneinandergesetzt sind und ein Dorfbild symbolisieren.
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Huhn entwickelt diesen Raum gerade mit dem Kölner Büro „facts & fiction“. Er schreibt die Texte entlang einer Zeitschiene, um die Geschichte Stadt Blankenbergs kompakt zusammenzufassen. Der ehemalige Ehrenamtskoordinator ist Ausstellungskurator, hat im Haus der Geschichte gearbeitet und ehrenamtlich die Ausstellung zu 200 Jahren Bonner Karneval gemacht.
Modulare und verschiebbare Elemente sind für Wechselausstellungen vorgesehen, die erste wird die Geschichte und die Sanierung der Stadtmauer zeigen. Über einen Aufzug oder eine Treppe ist die Empore zu erreichen. Dort wird ein interaktives Stadtmodell aufgestellt, das bis zum Ort Stein reicht. Von der Decke werden Orte schweben, die mit der Geschichte Stadt Blankenbergs verbunden sind. Fernrohre zeigen Bilder von ihnen, wenn sie darauf gerichtet werden.

Unter der Terrasse vor dem Saal, mit Blick auf Stadtmauer und Katharinenturm, wird Regenwasser in einer Zisterne gesammelt.
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„Es ist wunderschön hier, aber es wird einem nicht erklärt“, beschreibt Wittmer die wesentliche Idee des Kultur- und Heimathauses. Um Besucherinnen und Besucher hierher zu leiten, wird künftig schon ab der Autobahn ein Leitsystem aufgestellt. Von der Empore aus ist auch der obere Eingang erreichbar, der an die neuen Parkplätze grenzt. Bis zu rund 130 Stellplätze entstehen, 60 davon allerdings als sogenannter Überlauf-Parkplatz, der nicht immer geöffnet ist.
Im Foyer gibt es eine Infotheke, Automatencafé und einen Shop mit touristischen Produkten
Wieder unten fällt ein Raum auf, der während des Baus eine neue Funktion erhalten hat: Die Museumspädagogik schließt sich an die Ausstellung an. Zurück im Foyer weist Huhn auf den Platz für die Infotheke und den kleinen Shop mit touristischen Produkten hin. Noch ist der Estrich über der Fußbodenheizung nicht gegossen, sind die Holzböden nicht verlegt. Über eine Luft-Wärme-Pumpe wird die Energie erzeugt, die das Gebäude beheizt.
Die Kulturscheune ist noch nicht fertig. Sie steht für Veranstaltungen, Open-Air-Workshops, als Picknickzone bei schlechtem Wetter oder zu viel Sonne zur Verfügung. Der Platz dazwischen kann genauso für Veranstaltungen genutzt werden. Noch in der Planung ist auch der Lehrgarten. Historische und kulturelle Themen sollen mit sechs Beeten und den passenden Pflanzen erzählt werden. Die Landschaftsarchitekten von „faktorgruen“ sind ebenso damit befasst wie mit dem Klassenzimmer und dem Außengelände.

Gegenüber des großen Baus entsteht gerade eine offene Scheune als Veranstaltungsort.
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Die Gebäude hat das Münchner Archtiekturbüro Dietrich/Untertrifaller entworfen, im kommenden Jahr ist die Eröffnung mit einem angemessenen Fest vorgesehen. Über eins freut sich Pressesprecher und Kulturamtsleiter Müller-Grote besonders: „Die Stadt Blankenberger wollen das Haus nutzen, die sind heiß auf das Gebäude und verstehen es als das, was es ist - ein Riesen-Geschenk. Aber natürlich können alle Hennefer Vereine es nutzen.“

