Die Kriminalitätsstatistik zeigt stabile Zahlen für den linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis. Dabei unterscheidet sich die Lage in den Kommunen stark.
KriminalitätsstatistikMehr Betrug, weniger Gewalt und lokale Unterschiede im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis

Die neue Polizeiwache in Rheinbach.
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Die Kriminalität im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis bleibt insgesamt auf einem stabilen Niveau. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervor, die die Polizei vergangenen Monat veröffentlichte. Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Kommunen.
Meiste Staftaten in Bornheim
„Sehr erfreulich ist, dass insbesondere die Fallzahlen in den Bereichen der Gewalt- und Straßenkriminalität rückläufig sind. Dies ist das Ergebnis der engagierten Arbeit meiner Kolleginnen und Kollegen, denen ich an dieser Stelle für ihren unermüdlichen Einsatz rund um die Uhr ausdrücklich danke“, sagt Polizeipräsident Frank Hoever. Der linksrheinische Rhein-Sieg-Kreis gehört zum Zuständigkeitsgebiet der Polizei Bonn. In der Bundesstadt herrschen andere Kriminalitätsschwerpunkte als in den umliegenden Kommunen, ihre Statistik ist deswegen gesondert zu betrachten.
Die meisten Straftaten wurden erneut in Bornheim registriert, was der Einwohnerzahl geschuldet ist: Mit 1812 Fällen entspricht das Niveau dem des Vorjahrs. Gut die Hälfte aller Taten konnte die Polizei aufklären. Um 14 Prozent zurückgegangen, auf 97 Fälle, ist die Zahl der Gewalttaten.
Zurückgegangen sind auch Einbrüche in Wohnungen, Geschäfte, oder Fahrzeuge. Allerdings stieg die Zahl der Laden- und Taschendiebstähle an. Zugleich ermittelte die Polizei wegen zweier Tötungsdelikte: Im Juni erstach ein 48-jähriger, psychisch kranker Mann seine Eltern in Hemmerich, im August fand die Polizei in Hersel einen 70-Jährigen tot auf.

Bonns Polizeipräsident Frank Hover ist auch für den linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis zuständig.
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In Meckenheim ging die Zahl der Straftaten um drei Prozent zurück, sie sank um 34 Fälle auf 1101 Taten. Die Zahl der Gewaltdelikte blieb exakt gleich und entspricht dem Zehnjahrestrend. Von 40 auf 16 gesunken sind die Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung. Gestiegen sind die Fälle schweren Diebstahls. Insgesamt konnte die Polizei weniger Taten aufklären als im Vorjahr.
In Rheinbach wurden in diesem Zeitraum 1606 Straftaten erfasst, nur marginal weniger als 2024. Besonders häufig schlugen Täter im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte zu, hier registrierte die Polizei 91 Fälle mehr. Auch Betrugsdelikte nahmen enorm zu. Gesunken sind dagegen die Zahlen von Diebstählen an und aus Fahrzeugen, Fahrrädern und Geschäften. Auch weniger Wohnungseinbrüche listet die Statistik auf.
Zahl der Staftaten in Wachtberg zurückgegangen
Quasi gleich geblieben ist mit 680 Fällen die Zahl der Straftaten in Swisttal. Allerdings liegt sie über dem Zehnjahrestrend. Dafür gelang es der Polizei in etwas mehr als der Hälfte der Fälle, die Taten aufzuklären. Um ein Viertel gesunken ist die Straßenkriminalität. Um 14 auf 91 Fälle gestiegen sind die Fälle der Körperverletzung, die meisten im Bereich der leichten Körperverletzung. Leicht angestiegen ist die Zahl der Wohnungseinbrüche, stark dagegen die der Ladendiebstähle. Weniger häufig, nämlich nur 50 statt 68 Mal, wurden Diebstähle an oder aus Autos gemeldet.
In Wachtberg ist die Zahl der Straftaten insgesamt deutlich zurückgegangen, nämlich von 654 auf 610 Fälle. Sie liegt damit aber noch über dem Zehnjahrestrend. Dies wirkt sich auf den Bereich der Körperverletzungsdelikte aus, die ebenfalls gesunken sind. Weniger Diebstähle an und aus Fahrzeugen wurden registriert, dafür mehr Einbrüche in Wohnungen und Geschäfte. Ebenso wurden Leute häufiger Opfer eines Fahrrad- oder Taschendiebstahls. Die Zahl der Betrugsdelikte stieg ebenfalls an. Die Aufklärungsquote ist in Wachtberg insgesamt nur marginal geringer als im Vorjahr.
In Alfter wurden Menschen im vergangenen Jahr 1015 Mal Opfer von Straftaten, etwas weniger als im Vorjahr, aber häufiger im Hinblick auf die zurückliegenden zehn Jahre. Die Aufklärungsquote stieg leicht, in etwas mehr als der Hälfte der Fälle ermittelte die Polizei die Verantwortlichen. Um 20 Prozent zurückgegangen, auf 143 Taten, sind die schweren Diebstähle. Betrugs- und Fälschungsdelikte stiegen dagegen an. Diebstähle an und aus Autos oder von Fahrrädern gingen zurück. Die Zahl der Körperverletzungen stieg leicht an, dafür konnte die Polizei sie etwas häufiger aufklären.
