Seit dem vergangenen Wochenende wird bei Landwirt Johannes Saß kräftig geerntet.
Dank FolienschutzFrühlingssonne hat den Spargel in Bornheim wachgekitzelt

Dank der Spargel-Spinne ist die Ernte längst nicht mehr so kräftezerrend.
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Der Spargel ist reif: Am vergangenen Wochenende konnte Landwirt Johannes Saß die ersten Bornheimer Spargelstangen stechen. Dabei sei der Erntestart nicht früher und auch nicht später als in den vergangenen Jahren gewesen. Doch Saß habe das Gefühl, dass durch das sehr frühe Osterfest in diesem Jahr und durch die warmen Tage im März das subjektive Empfinden ein anderes sei – noch dazu in einer Zeit in der man durch die schnellen Onlinekäufe eigentlich auf kaum mehr etwas warten muss.
Anders sei das allerdings bei den regionalen landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Um der Nachfrage nachzukommen hätte Saß seinen Kunden den Spargel vor Ostern ja am liebsten sogar aus dem Boden gezogen, wenn es denn auch erfolgreich gewesen wäre.

Landwirt Johannes Saß konnten den ersten Spargel stechen.
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„Doch Spargel reagiert eben nur auf Wärme“, sagt Saß. Und um diese Wärme der Frühlingssonne optimal zu nutzen und einzufangen hat der Landwirt seine Spargelfelder sogar mit einem doppelten Folienschutz eingepackt. „Die Dämme sind mit einer schwarzen Folie abgedeckt“, erklärt er. Schwarz ziehe die Wärme an. Darüber habe er Minitunnel aufgebaut.
Erntespinne erleichtert die Arbeit enorm
„An Tagen wie diesen kann sich die Luft darin sogar auf bis zu 29 und 30 Grad aufwärmen“, erklärt er. Diese Temperaturen kitzeln den Spargel wach und aus dem Winterschlaf – er beginne zu wachsen. Daran könnten jetzt auch die zurzeit noch kalten Nächte nichts mehr ändern. Zwar kühle sich nachts auch die Luft im Tunnel auf knapp über Null Grad ab. Die Wärme des Tages sei aber nicht komplett verloren, sondern sei zum Teil im Spargel-Damm gespeichert.

Echter Bornheimer Spargel - das große Stechen hat begonnen.
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Im siebten Jahr hat Saß inzwischen auch seine Ernte-Spinnen im Einsatz. Die Geräte, die wie Spinnen mit E-Antrieb über die Dämme „krabbeln“ heben die Folienkonstruktionen an. „Unsere Mitarbeiter müssen quasi nur noch zustechen“, sagt Saß. Danach lege die Spinne die Folien wieder genauso ab, wie sie liegen soll. Außerdem bietet die Spinne auch Behälter, in denen der Spargel getragen und transportiert wird. So bräuchten die Erntehelfer auch keinerlei Körbe oder Behälter mehr mit sich tragen. Noch sind die Erntespinnen im Vorgebirge zwar selten zu sehen, gleichwohl erleichtern sie den Erntehelfern die ansonsten doch recht kräftezehrenden Arbeit der Spargelernte enorm.
Johannes Saß (43) führt den Spargelhof Saß in Bornheim-Uedorf in der vierten Generation. So wie seine Vorfahren verkauft er die kostbaren Feldfrüchte im Hofladen direkt am Bauernhof in der Isarstraße. Seit Generation setzen die Saß“s dabei auf Klasse statt auf Masse. „Uns ist es wichtig, dass wir gute und qualitativ hochwertige Lebensmittel produzieren und verkaufen können“, erklärt Saß. Dazu gehört für ihn auch, dass jede Stange vor dem Verkaufen kontrolliert und sortiert wird. Doch trotz des quasi handverlesenen Spargels ist bei ihm auch die Top-Qualität im Kilogramm noch immer gut unter 20 Euro zu haben.
