18 Teilnehmende gab es bei dem neuen Format, die ihr Talent in Karnevals-Unterhaltung präsentierten.
Gardetanzgruppen glänzen„Dancing Stars“ in Lohmar rückt Newcomer des Karneval ins Rampenlicht

Die Steinbrücker Schiffermädchen begeisterten.
Copyright: Markus Peters
Mit „Highway to Hell“ auf die Karnevalsbühne? Warum nicht, dachten sich die Steinbrücker Schiffermädchen und nutzten den Hardrock-Klassiker von AC/DC als Soundtrack für ihren Auftritt beim karnevalistischen Vorstelltag „Dancing Stars“ der Rheinlandsterne in der Jabachhalle. Prompt gehörte die Darbietung der Overather Tänzerinnen und Tänzer zu den Höhepunkten der Premierenveranstaltung dieses neuen Formats.
Mehrfach wurde das Ensemble in den vergangenen 60 Jahren mit Meistertiteln ausgezeichnet. Auch in der gut gefüllten Halle begeisterte es mit spektakulären Wurf- und Hebefiguren. Kommandant Kevin konnte an seinem ersten Amtstag mit seiner Truppe mehr als zufrieden sein. Die beiden eingeladenen heimischen Garden standen dem in nichts nach: Die Tänzerinnen der KAZI präsentierten sich bereits in beachtlicher Frühform, während die Gruppe der gastgebenden Rheinlandsterne ihren Sessionstanz vorstellte.
Das neue Format rückt bewusst Newcomer des Karneals ins Rampenlicht
„‚Dancing Stars 2026‘ rückt bewusst die Newcomer des rheinischen Karnevals ins Rampenlicht“, sagte Moderator Marcel Steeger. Eine Chance, auf die viele Nachwuchskarnevalisten offenbar nur gewartet hatten. Schließlich ist damit die Möglichkeit verbunden, direkt für die eine oder andere Veranstaltung gebucht zu werden. Insgesamt 89 Bewerbungen aus Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz waren bei der Tanzsportvereinigung Lohmar eingegangen. Das Team um den Vorsitzenden Marcel Steeger wählte daraus schließlich 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus.
In der Kategorie Musik gab es einige Kandidaten, die Potenzial für die großen Bühnen besitzen. So überzeugte Harald Voß unter dem Motto „Jeck noh Note“ als klampfender Krätzchensänger. Voß, dessen Vater Teil des bekannten Duos „Hot un Hötche“ war, präsentierte originelle Stücke aus dem kölschen Alltag und erinnerte dabei mitunter an den bereits sehr erfolgreichen JP Weber.
Countrymusik mit kölschen Klängen
Sängerin Jennifer Budek war eigens nach einem Auftritt auf Norderney angereist. Mit ihrer starken Stimme und ausgeprägter Bühnenpräsenz punktete sie in Lohmar. Was noch fehlt, ist ein echter Sessionshit. Interessant war auch das Konzept von Frank Oberdörster, der als „Ne kölsche Countryboy“ Countrymusik mit kölschen Klängen verbindet. Die Band Karnevallica aus Köln-Flittard begann einst als Coverband und kombiniert inzwischen rockige Klänge mit kölschen Texten. Ob das bereits arena-tauglich ist, wird sich zeigen.
Im Feld der Büttenredner fiel es deutlich schwerer, Hoffnungsträger auszumachen. Bauchredner Hans-Jürgen Kellner war zwar mit einer frechen Handpuppe unterwegs, doch seine Pointen wollten im Saal nicht wirklich zünden. Seine Stärken dürften weiterhin eher im Kinderkarneval liegen, wo er bereits beachtliche Erfolge vorweisen kann.
Newcomer Marco Ages als „Ne Jung us em Veedel“ kommt gut an
Manfred Salzmann aus Bornheim ist nach eigenen Angaben seit mehr als 50 Jahren als Typenredner im Karneval aktiv, was den Begriff Nachwuchsförderung recht großzügig auslegt. In Lohmar präsentierte er Auszüge aus seinem langjährigen Repertoire. Allerdings musste er dabei feststellen, dass die Zeit langatmiger Fäkalwitze endgültig vorbei ist. Immerhin gelang ihm mit seiner Interpretation des Karl-Berbuer-Klassikers „Camping Leed“ ein versöhnlicher Abgang.
Ein echter Newcomer war dagegen Marco Ages als „Ne Jung us em Veedel“, der in diesem Jahr beim „Närrischen Oscar“ als bester Nachwuchsredner ausgezeichnet wurde. Unterhaltsam führte er durch das skurrile Personal der heimischen „Schlamasseljass“. Noch besser funktionieren würde sein Vortrag allerdings, wenn manche Pointen nicht ganz so abgehangen wären.

„Ne Jung us em Veedel“ bewies Talent.
Copyright: Markus Peters
Die Büttenrede bleibt damit die große Baustelle des rheinischen Fastelovends. Das ist eine der Erkenntnisse dieser gelungenen Premiere von „Dancing Stars 2026“. Gleichzeitig zeigte die Veranstaltung, dass auch in der zweiten und dritten Reihe der Karnevalsszene viel Potenzial schlummert.
