Abo

Mit Whisky und HühnerstallKorsofahrt und Schörreskarrenrennen zum Abschluss der Wahlscheider Kirmes

3 min
Wahlscheider Kirmes 2026: Korsofahrt und Schörreskarrenrennen

Die Schaumspur stammte vom Wagen der „Pänz vom Lande“, die selbstgebrautes Wahlscheider Bier verteilten.

Das größte Lohmarer Volksfest endete wie jedes Jahr mit zwei Höhepunkten: Schörreskarrenrennen und Korsofahrt.

„Die ersten Schotten hab' ich heute morgen um halb acht an der Sparkasse gesehen“, ruft Kirmes-Moderator Daniel Wuttke ins Mikrofon, „da hab ich gewusst, es ist Montag, es ist Wahlscheider Kirmes.“ Diese endete traditionell mit ihrem Höhepunkt, der Korsofahrt und anschließendem Schörreskarrenrennen. Die „Schotten“ kamen vom Traditionsverein Wahlscheider Jungs. Die hatten mit ihrem Wagen spontan die Wahlscheider Whisky-Destille zum Leben erweckt, die es vor etwa 100 Jahren im Ort gab. Das Kirmes-Publikum wurde mit  selbstgebrautem „Wahlscheider Single Malt“ verköstigt. 

Wahlscheider Feuerwehr machte auf Waldbrände aufmerksam

Auch die „Pänz vom Lande“ versorgten die Feiernden mit selbstgebrautem Wahlscheider Bier. Hinter dem Wagen zogen sie einen eigenen kleinen Biergarten her  – und eine gigantische Schaumspur. „Damit könnt ihr jetzt eure Füße sauber machen“, schlug Wuttke vor, aber Kinder und Jugendliche nutzten den Schaum lieber für eine kleine Schaum-Schlacht.

Wahlscheider Kirmes 2026: Korsofahrt und Schörreskarrenrennen

Die Wahlscheider Jungs erweckten eine Wahlscheider Whisky-Destille zum Leben.

Die Wahlscheider Feuerwehr machte mit ihrem Wagen in diesem heißen, trockenen Sommer auf die Waldbrände aufmerksam. „Kein Feuer im Wald, damit er bleibt!“ hieß es auf ihrem Wagen, auf dem auch ein glühender Baumstamm zu sehen war. Dazu nutzten sie die Korsofahrt, um Flyer mit Informationen zum Vermeiden von Bränden im Wald zu verteilen. Auch die „Jecken Märjelinenger“, Nachbarn aus Overath-Marialinden im Rheinisch-Bergischen Kreis, kamen dieses Jahr als Feuerwehr, der gelbe Rauch machte sie schon von Weitem sichtbar.

Die Frauengruppe „Jecke Höhner“ feierte währenddessen ausgelassen ihr zehnjähriges Bestehen. Getreu ihrem Namen kamen sie als Hühner, ihr Wagen ein liebevoll gestalteter Hühnerstall, passend dazu verteilten sie mit ihrem Logo bedruckte gekochte Eier. Ihr Motto: „Der Zapfhahn ist immer noch der schönste Hahn“. Dabei hatten sie auch ihr eigenes Jubiläumslied „Jecke Hühner Olé“ und einen dazu passenden Tanz.

Wahlscheider Kirmes 2026: Korsofahrt und Schörreskarrenrennen

Nach heißem und trockenen Sommer: Die Wahlscheider Feuerwehr klärte über Waldbrände auf.

Auch Seniorinnen und Senioren des evangelischen Altenheims waren wieder mit Rikschas bei der Korsofahrt dabei. Leider habe der frischreparierte gläserne Fahrstuhl genau heute wieder einen Defekt, erklärte der Moderator Daniel Wuttke. Am Schluss der Korsofahrt rief er daher junge Leute dazu auf, den Seniorinnen und Senioren dabei zu helfen, wieder den Berg zum Altenheim hinaufzukommen.

Entstanden ist die Korsofahrt ursprünglich durch das Schörreskarrenrennen, zweiter traditioneller Höhepunkt der Wahlscheider Kirmes. Die Karren wurden zum Kirmesabschluss feierlich geschmückt und durchs Dorf geschoben. Heute ist daraus ein Umzug mit 1000 Teilnehmenden, elf Wagen und zehn Fußgruppen geworden.

Wahlscheider Kirmes 2026: Korsofahrt und Schörreskarrenrennen

Die „Jecken Höhner“ feierten ihr Jubiläum im selbstgebauten Hühnerstall.

Das Schörreskarrenrennen selbst entstand vor fast 80 Jahren. Da bei der Kirmes meist viel Alkohol floss, wurde es nach und nach Tradition, Betrunkene mit einem der Schörreskarren nach Hause zu fahren. So machte man sich einen Spaß daraus, mit den Karren ein Rennen zu veranstalten – die Erwachsenen mussten dabei ursprünglich auf halber Strecke noch einen Rübenschnaps trinken. Heute bleibt ihnen das erspart.

Wahlscheider Kirmes 2026: Korsofahrt und Schörreskarrenrennen

Neue Schörreskarren für Kinder beim traditionellen Rennen.

Die Jüngsten eröffnen die traditionellen Rennen. Nach den Kindern gibt es Jugend-, Damen- und Herrenläufe, zum Schluss noch die für alle Kurzentschlossenen. Bürgermeister Matthias Schmitz durfte den Startschuss für die Kinder geben und den Gewinnerinnen und Gewinnern anschließend ihre Medaillen und Kinogutscheine überreichen. Ein Mitglied aus dem Kirmes-Ausschuss hatte sechs neue Kinder-Schörreskarren in Eigenleistung gefertigt, die noch besser rollen als die alten.

Bürgermeister aus sächsischer Partnerstadt reiste mit dem Fahrrad an

Matthias Schmitz lief vergangenes Jahr noch selbst bei der Korsofahrt mir, auch in diesem Jahr genoss er das größte Lohmarer Volksfest: „Es ist immer wieder eine große Freude zu sehen, was aus ehrenamtlichem Engagement alles leistbar ist.“ Als Vereinsmensch wisse er, wieviel Arbeit die Vorbereitung eines solchen Festes bedeute.

Auch ein zweiter Bürgermeister war dieses Jahr auf der Kirmes zu Gast. Axel Röthling aus Lohmars Sächsischer Partnerstadt Eppendorf legte eine spektakuläre Anreise hin: Zwei Tage fuhr er mit dem Fahrrad bis nach Wahlscheid. „Für diese sportliche Leistung müssen Sie nicht mehr beim Schörreskarrenrennen antreten“, witzelte Daniel Wuttke.