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Holocaust-ÜberlebendeGesamtschule Niederkassel soll den Namen Margot Friedländers tragen

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Margot Friedländer soll Namensgeberin der Niederkasseler Gesamtschule werden. Das schlägt die CDU-Fraktion im Stadtrat vor.

Margot Friedländer soll Namensgeberin der Niederkasseler Gesamtschule werden. Das schlägt die CDU-Fraktion im Stadtrat vor.

Bei seiner Sitzung am 5. Februar diskutiert der Niederkasseler Stadtrat über einen CDU-Antrag, die Gesamtschule nach Margot Friedländer zu benennen.

Die Gesamtschule Niederkassel soll künftig den Namen der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer tragen. Das schlägt die CDU-Fraktion in einem Antrag für die nächste Sitzung des Stadtrates am 5. Februar vor. Die Christdemokraten wollen mit der Benennung nach der am 9. Mai 2025 im Alter von 102 Jahren Verstorbenen „ein klares Zeichen für Menschlichkeit, Demokratie und gegen Antisemitismus, Rassismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit“ setzen.

Margot Friedländer suchte die Begegnung mit Jugendlichen

Margot Friedländer habe in hunderten Schulveranstaltungen und Begegnungen mit Jugendlichen „den Stab weitergegeben“, indem sie die junge Generation eindringlich dazu aufrief, Zeugniss abzulegen, gegen Hass und Ausgrenzung einzutreten und menschliche Würde zu schützen, erläutert der CDU-Fraktionsvorsitzende Dano Himmelrath. Friedländers Botschaft „Seid Menschen“, ihr Appell „Zeugen der Zeugen“ zu werden und die Mahnung, dass sich die Verbrechen der Vergangenheit nicht wiederholen dürften, träfen „den Kern des pädagogischen Auftrags einer Gesamtschule in einer vielfältigen, demokratischen Gesellschaft“, so Himmelrath.

Margot Friedländer wurde als Kind jüdischer Eltern am 5. November 1921 in Berlin geboren. Ab 1940 musste sie in einem Rüstungsbestrieb Zwangsarbeit leisten. Die Bemühungen ihrer Familie, in die USA auszuwandern, scheiterten ebenso wie weitere Fluchtversuche. Im Frühjahr 1944 wurde sie verhaftet und ins Konzentrationslager Theresienstadt gebracht. Nach ihrer Befreiung emigrierte sie in die USA. Seit 2010 lebte Margot Friedländer wieder in Berlin. Seither besuchte sie regelmäßig Schulen und andere Einrichtungen, um über ihr Leben zu berichten und vor einem Wiedererstarken des Faschismus zu warnen.