Viele Kinder aus Niederkassel werden auf Schulen in Bonn und Bornheim unterrichtet. Das könnte sich wegen der Sperrung der Nordbrücke ändern.
Langer SchulwegStadt Niederkassel prüft wegen Brückensperrung mehr Plätze an heimischen Schulen

Das Niederkasseler Schulzentrum Nord wird zurzeit erweitert. Ob wegen der Probleme mit der Bonner Nordbrücke dort künftig mehr Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden müssen, ist derzeit noch unklar.
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Ein möglicher Neubau der Bonner Nordbrücke und die dadurch verursachten erheblichen Verkehrsprobleme könnten zu einer Herausforderung für die Niederkasseler Schullandschaft werden. Bei der Stadtverwaltung hält man es offenbar für relativ wahrscheinlich, dass künftig deutlich weniger Schülerinnen und Schüler aus Niederkassel das Collegium Josephinum in Bonn (CoJoBo) und die Ursulinenschule in Bornheim-Hersel besuchen könnten, weil die Zeiten für den Schulweg im Falle des Brückenneubaus unzumutbar lang werden dürften. In der Folge müsste es für diese Kinder mehr Plätze an den drei weiterführenden Schulen in Niederkassel geben.
Zurzeit werden nach Angaben der Stadtverwaltung 460 Kinder und Jugendliche aus Niederkassel an einer der beiden Schulen jenseits der Stadtgrenze unterrichtet. Ihr Schulweg ist bereits seit der Teilsperrung der Nordbrücke Mitte Februar deutlich länger, weil die Schulbusse einen Umweg über die Kennedybrücke und durch die Bonner Innenstadt nehmen müssen. Nach der überraschenden Komplettsperrung der Brücke am Nachmittag des 3. Juni sind die Fahrzeiten allerdings noch einmal erheblich länger geworden, weil die Busse auf dem ohnehin längeren Weg jetzt auch noch in den allgegenwärtigen Bonner Staus feststecken.
Stundenlane Fahrt zu Schulen in Bonn und Bornheim
Bis zu zwei Stunden dauere die Fahrt zur Schule mitunter, schilderte ein Mitglied des Niederkasseler Schulausschusses bei dessen jüngster Sitzung. Die Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG) hatte die Abfahrtszeiten der Schulbusse zu den beiden Schulen bereits um 20 Minuten vorverlegt. Das reicht aber offenbar nicht, damit die Schülerinnen und Schüler pünktlich zu Unterrichtsbeginn ankommen.
Zurzeit steigen viele der betroffenen Kinder und Jugendliche deshalb auf Fahrrad und die Mondorfer Fähre um, die morgens inzwischen einzelne Fahrten anbietet, bei denen nur Schülerinnen und Schüler mit ihren Fahrrädern ans andere Ufer gebracht werden. Im Herbst und Winter allerdings dürfte die Zahl der Radfahrenden deutlich zurückgehen.
Viele Eltern, die ihre Kinder eigentlich am CoJoBo und an der Ursulinenschule unterrichten lassen möchten, werden sich im Falle des von der Autobahn GmbH angstrebten Neubaus der Bonner Nordbrücke wohl eher für eine weiterführende Schule in Niederkassel entscheiden, glaubt man im Rathaus. Denn die dann erforderlichen mehrjährigen Bauarbeiten dürften zu ähnlichen Verkehrsverhältnissen führen, wie sie Pendler und Schülerinnen und Schüler in diesen Tagen erdulden müssen.
Für die Aufnahme zusätzlicher Schüler sind Realschule, Gesamtschule und Gymnasium aber nur bedingt vorbereitet. Im gerade entstehenden Erweiterungsbau der bislang vierzügigen Gesamtschule, wo der Unterricht nach den Sommerferien starten soll, ließe sich ein fünfter Zug problemlos einrichten, teilte die Stadtverwaltung in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses des Stadtrates mit.
Nicht so einfach sei das beim Kopernikus-Gymnasium, dessen Zukunft – Kernsanierung oder Abriss und Neubau – gerade in der Niederkasseler Politik diskutiert wird. Klar ist deshalb, dass bei der anstehenden Neuaufstellung des Niederkasseler Schulentwicklungsplans das Thema Bonner Nordbrücke eine Rolle spielen wird.
