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Rassismus-Vorwurf Verlag ändert umstrittenes Schulbuch nach Eklat in Siegburg

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Wegen einer Aufgabe im Philosophieunterricht steht das Gymnasium Alleestraße in der Kritik. 

Siegburg – Nach dem Eklat an einer Siegburger Schule über eine als rassistisch empfundene Aufgabe im Philosophieunterricht hat der kritisierte Schulbuchverlag am Dienstag angekündigt, im ohnehin für März vorgesehenen Neudruck des Buchs die Fragestellung auszutauschen.

Wie berichtet, hatten die Oberstufenschülerinnen und -schüler des Gymnasiums folgende Aufgabe aus dem Lehrbuch diskutieren sollen: Ein türkischstämmiges Mädchen in Deutschland wird von ihrem Vater zur Hochzeit mit einem Cousin gezwungen, damit dieser aus der Türkei nach Deutschland kommen kann. Die Föderation Türkischer Elternvereine in NRW hatte sich daraufhin beim Schulministerium wegen der „vorurteilsbehafteten Aufgabenstellung“ beschwert. Zu recht. „Die konkrete Aufgabe, die Teil eines Schulbuches ist, verstößt gegen das Kriterium der Diskriminierungsfreiheit“, antwortete das Ministerium und kündigte an, den Verlag aufzufordern, das Schulbuch zu überarbeiten.

Alle Aufgaben stehe nun auf dem Prüfstand

Gegenüber der Rundschau bedauerte eine Sprecherin des Cornelsen-Verlags die durch die Schulbuchaufgabe ausgelöste Rassismusdiskussion. Das Buch mit dem Titel „Zugänge zur Philosophie“ aus dem Jahr 2015 vermittele anhand von Fallbeispielen philosophische Grundlagen. Das Kapitel „Eine Ethik für alle Kulturen?“ legt dabei das Augenmerk auf den Umgang mit interkulturellen Konflikten, so die Verlagssprecherin. Bei dem auf Seite 71 genannten Beispiel zur Zwangsverheiratung handele es sich um ein reales Beispiel aus dem türkischen Bekanntenkreis des Autorenteams. Die Redaktion sei aber nach erneuter Prüfung der Aufgabe der Ansicht, dass die Darstellung unnötig zugespitzt und klischeehaft sei.

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Im Zuge des Neudrucks werde die Redaktion alle Aufgabenstellungen des Buches prüfen, ebenso wie der Verlag mit bereits verkauften Büchern umzugehen beabsichtigt. (kmü/rn)