Der Fußball-Mittelrheinligist Siegburger SV 04 verhindert die Derbypleite. Hennef geht in Hohkeppel leer aus und hat die Trainerfrage offenbar geklärt.
In der achten Minute der NachspielzeitEnno Lang entreißt Neunkirchen-Seelscheid den Sieg

Moritz Tel (links) vom FSV Neunkirchen-Seelscheid und Torschütze Enno Lang vom Siegburger SV 04.
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Siegburger SV 04 – FSV Neunkirchen-Seelscheid 2:2 (0:1). Das letzte Wort hatte Enno Lang. In der achten Minute der Nachspielzeit drosch der Innenverteidiger des Fußball-Mittelrheinligisten Siegburger SV 04 einen 18-Meter-Freistoß in die Maschen und entriss den Gästen damit den sicher geglaubten Sieg. Denn unmittelbar danach pfiff der Referee das Derby ab. Während Lang und Co. den späten Punktgewinn bejubelten, machten die Neunkirchen-Seelscheider keinen Hehl aus ihrem Frust. Die vehementen Proteste richteten sich gegen die lange Nachspielzeit – und mündeten in einer Gelb-Roten Karte für Linksverteidiger Matteo Gödtner.
FSV-Co-Trainer Rico Heinen sprach von einem „brutalen Ende. Nicht bloß, weil eigentlich nur vier Minuten Nachspielzeit angezeigt waren. Zu allem Überfluss war der Freistoß auch noch abgefälscht.“ Trotzdem überwog am Ende der Stolz: „Spätestens morgen werden wir uns über diesen Punkt freuen können. Die Jungs haben ihr Herz auf dem Platz gelassen.“ Allen voran die Doppel-Sechs um Tim Dreilich und Philipp Schulz: „Was die beiden gerade in läuferischer Hinsicht abgerissen haben, war der Wahnsinn.“

Trainer Christoph Gerlach vom FSV Neunkirchen-Seelscheid.
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Auf der Gegenseite war Cheftrainer Alexander Otto hin- und hergerissen: „Einerseits war heute viel mehr Leben drin als noch vor einer Woche in Zülpich (2:5, Anm. d. Red.). Andererseits bleibt es dabei: Wir tun uns schwer mit der Favoritenrolle und tief stehenden Gegnern. Es liegt noch viel Arbeit vor uns – offensiv wie defensiv.“
Levi Dang hatte die frühe Siegburger Führung auf dem Fuß gehabt, doch Gästekeeper Simon Stokowy behielt im Eins-gegen-Eins-Duell die Oberhand (2.). Obwohl die 04er tonangebend bleiben sollten, fiel der erste Treffer auf der Gegenseite: Nach einem Handspiel von Ju-yong Jo zeigte der Referee auf den Elfmeterpunkt und Dreilich bewies Nervenstärke – 1:0 (23.). Anschließend entwickelte sich eine intensive Partie, die für Jona Ehses vorzeitig enden sollte: Der bereits verwarnte FSV-Kapitän sah für ein weiteres Foulspiel Gelb-Rot (40.). Siegburg kratzte noch vor der Pause am Ausgleich, doch Leon Rosic scheiterte mit seinem Distanzschuss an der Latte (45./+2).
Enno Lang hat das letzte Wort
Auch nach dem Wechsel blieb die Heimelf am Drücker, doch dann traf Tim Lorbach die Siegburger mitten ins Mark – 2:0 (55.). In der 66. Minute flog auch der Kapitän der 04er vom Platz: Leo Camara wusste sich im Zweikampf gegen Lorbach nur mit einer Notbremse zu helfen und sah die Rote Karte. Der SSV 04 gab sich jedoch nicht geschlagen und wurde in der 76. Minute für sein Anrennen belohnt – 1:2 (Kelana Mahessa). Anschließend warfen die Siegburger alles nach vorne: Erst drosch Nico Kuhbier den Ball an die Latte (89.), dann machte Stokowy eine Großchance von Ibish Ibishi zunichte (90./+3). Doch das letzte Wort hatte Lang.
SSV: Braun – Gawenda (72. Westerhoff), Lang, Camara, Jo – Suleiman, Rosic (86. Ibishi) – Schnörpel (46. Mahessa), Sakamaki (73. Elliott), Dang (61. Ohashi) – Kuhbier.
FSV: Stokowy – Ehses, Busch, Gödner, Keil – Schulz, Dreilich – Lorbach (80. Mpozardenis), Krämer (72. Mai), Tel (79. Ernst) – Schneider (46. Wieschebrock).
SV Eintracht Hohkeppel – FC Hennef 05 3:0 (0:0). Das größte Lob kam hinterher vom Gegner. „Das war ein richtig gutes Spiel, zu dem beide Seiten gleichermaßen beigetragen haben“, sagte Trainer Giuseppe Brunetto vom SV Eintracht Hohkeppel. Auch der Hennefer Sportchef Erol Celik sprach von einem „Top-Oberliga-Niveau. Wir haben uns nicht hinten reingestellt, sondern mutig nach vorne gespielt. Leider haben wir eine 20-minütige Druckphase nicht zum Ausgleich nutzen können.“ Stattdessen sorgte Kevin Marnu mit einem direkt verwandelten Freistoß für die Entscheidung – 2:0 (86.). Nur zwei Minuten später legte Vladislav Fadeev den dritten Treffer nach. Jener Akteur, der bereits zur Hohkeppeler Führung getroffen hatte (52.).
Hennefer Chefcoach steht in den Startlöchern
Fortan können sich die Interimstrainer Celik und Mutlu Demir (Sportdirektor) wieder auf ihre Kernaufgaben besinnen, denn ein Nachfolger für den am ersten Spieltag zurückgetretenen Nils Teixeira ist offensichtlich gefunden. „Der neue Chefcoach wird Anfang der Woche vorgestellt“, so Celik.
FCH: Hellwig – Bouakran (81. Yakisir), Karaca (86. Ibrahimi), Daus, Pflüger – Imping (62. Kuzu), Mahessa, Mohallik, Köhl (17. Delkic) – Mowitz (74. Karaduman), Memeti.
