Fußball-Kreisliga AMassenprügelei in Niederkassel hat Nachspiel

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Spitzenspiel zwischen 1. FC Niederkassel II und den SF Troisdorf 05

Das Spitzenspiel zwischen Niederkassel II und Troisdorf sorgte schon während der 90 Minuten für erhitzte Gemüter. Nach dem Abpfiff eskalierte die Lage.

Die A-Liga-Partie zwischen Niederkassel II und Troisdorf endete in einer Massenprügelei. Nun treffen die Gäste erneut auf den 1. FCN.

Der Schreck sitzt noch immer tief. Die Ausschreitungen nach dem Fußball-A-Liga-Spiel zwischen dem Spitzenreiter 1. FC Niederkassel II und dem (jetzt wieder punktgleichen) Verfolger SF Troisdorf (0:1) haben blankes Entsetzen bei den Vereinsverantwortlichen ausgelöst. Die beiden Vorsitzenden Marc Pfister (1. FCN) und Matthias Steinlein (SFT) sprachen unisono von einer „Vollkatastrophe“ und verurteilten das Verhalten aller Involvierten aufs Schärfste.

Nach dem Abpfiff war es auf dem Kunstrasen an der Spicher Straße zu einer Massenprügelei gekommen. Etwa 60 Personen – darunter Spieler, Betreuer und Zuschauer – beließen es nicht nur bei heftigen Wortgefechten; Fäuste flogen und Tritte wurden ausgeteilt.

Ich habe mich schützend auf Selcuk gelegt, um ihn vor noch mehr Tritten und schwerwiegenderen Verletzungen zu bewahren
Denis Hüseyin Schorn, Trainer der SF Troisdorf 05

Einer davon traf Denis Hüseyin Schorn derart schlimm, dass er ins Krankenhaus musste. Der Gästetrainer war seinem am Boden liegenden Akteur Selcuk Alagöz zur Hilfe geeilt. „Ich habe mich schützend auf ihn gelegt, um ihn vor noch mehr Tritten und schwerwiegenderen Verletzungen zu bewahren“, so der 33-Jährige.

Dann habe er selbst einen Stollentritt eines Niederkasseler Spielers einstecken müssen. Weil das Handy in seiner Hosentasche zu Bruch ging, erlitt Schorn eine 20 Zentimeter lange Schnittwunde am Oberschenkel. Diese musste mit 30 Stichen genäht werden.

Spruchkammer schaltet sich ein 

Aus dem Spielbericht des Referees geht lediglich hervor, dass sich der Niederkasseler Kapitän Okan Polat sowie ein Troisdorfer Akteur nach dem Abpfiff gegenseitig beleidigt hätten, was zu einer Rudelbildung auf dem Platz geführt habe. Daraufhin seien andere (nicht namentlich erwähnte) Spieler mit Fäusten aufeinander losgegangen. An dieser körperlichen Auseinandersetzung hätten sich im weiteren Verlauf auch diverse Zuschauer beteiligt.

Staffelleiter André Wiebel sagte in einem ersten Statement: „Wir alle müssen uns erst mal einen Überblick über die Geschehnisse machen. Dabei gilt: Genauigkeit vor Schnelligkeit.“

Mittlerweile ist klar: Die Kreisspruchkammer unter dem Vorsitz von Gerd Bigge wird sich einschalten. Insgesamt sechs Verfahren werden eingeleitet, allein vier davon gegen Spieler beider Teams. Bis zur Verhandlung ist das besagte Quartett grundsätzlich spielberechtigt. Ob die Vereine darüber hinaus Konsequenzen befürchten müssen, ist offen.

Troisdorf trifft erneut auf Niederkassel

Bei der bevorstehenden Anhörung werden nicht zuletzt der Schiedsrichter und Verantwortliche beider Vereine aussagen. „Danach werden wir den Klubs eine beabsichtigte Entscheidung mitteilen. Gegen diese können sie binnen 48 Stunden Berufung einlegen. Dann erfolgt das endgültige Urteil“, so Bigge.

Während Niederkassel II am Montag (14.30 Uhr) beim SSV Kaldauen antritt, treffen die SFT zeitgleich erneut auf den 1. FCN. Das Duell mit der ersten Mannschaft und dem Tabellendritten auf dem Kunstrasen an der Carl-Diem-Straße bereitet Schorn Unbehagen: „Es steckt so viel Brisanz und Emotion in diesem Spiel, erst recht nach dieser Vorgeschichte. Ich befürchte, dass die Stimmung erneut sehr angespannt sein wird.“

Die Troisdorfer Verantwortlichen um Klubboss Steinlein sind vorbereitet: „Wir stehen mit der Polizei und Niederkassel in Kontakt. Es werden Polizisten und wohl auch eine Vielzahl von Ordnern beider Vereine vor Ort sein.“ Alle sind sich einig: Szenen wie die am Sonntag in Niederkassel dürfen sich nicht wiederholen.

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