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„Maximal spielintelligent“Kelana Mahessa bereitet Siegburg große Freude

4 min
Kelana Noah Mahessa

Kelana Mahessa (am Ball) vom Siegburger SV 04

Der Sommerzugang vom Bonner SC ist beim Fußball-Mittelrheinligisten nicht wegzudenken aus der Startelf – auch nicht am Sonntag gegen Wegberg-Beeck.  

Kelana Mahessa (25) hat sein Lächeln auf dem Rasen wiedergefunden. Nachdem der Fußballer in der Mittelrheinliga-Vorsaison lediglich 16 Kurzeinsätze für den Bonner SC verbucht hatte, blühte er nach seinem Wechsel zum Siegburger SV 04 regelrecht auf. Zwar stieß er wegen eines dreimonatigen Praktikums in München erst spät zum Kader dazu, doch schnell wurde klar: Am offensiven Mittelfeldakteur führt kein Weg vorbei.

„Kelly ist sofort eingeschlagen“, bestätigt Cheftrainer Alexander Otto. „Die Spielfreude hat man ihm von der ersten Sekunde an angemerkt.“ Tatsächlich fügte sich Mahessa bei seinem Liga-Debüt in Pesch (3:1) gleich blendend ein, indem er nach seiner Einwechslung zur Pause den wichtigen 2:1-Führungstreffer markierte. Seitdem ist er aus der Siegburger Startelf nicht wegzudenken. Nicht zuletzt aufgrund seiner Effizienz: In sechs Liga-Partien sammelte er drei Tore und zwei Assists, hinzu kommen zwei Vorlagen (beim 6:1 gegen Pesch) und ein Treffer (beim 1:2 gegen Viktoria Köln) im Verbandspokal.

Kelly ist maximal spielintelligent. Er sieht Lücken und Räume, die kaum ein anderer sieht
Alexander Otto, Trainer des Siegburger SV 04

Eine Quote, die Otto in erster Linie auf einen hohen Fußball-IQ zurückführt. „Kelly ist maximal spielintelligent“, sagt er. „Er sieht Lücken und Räume, die kaum ein anderer sieht. Das macht ihn zu einem besonderen Spieler.“ Auch Sportchef Tom Caspers adelt Mahessa als „einen der besten Techniker der Liga. Gerade in kniffligen Phasen fordert er permanent den Ball und weiß immer etwas mit ihm anzufangen.“

Seine Kreativität sticht sofort ins Auge, doch der aufmerksame Beobachter erkennt noch weitere Qualitäten. „Was die wenigsten auf dem Schirm haben: Kelly ist ein exzellenter Ball-Klauer“, sagt Otto. „Ganz einfach, weil er ein Spiel lesen kann. Mit seinem Timing und seiner Dynamik erobert er enorm viele Bälle.“ Hinzu komme eine „ausgeprägte Siegermentalität. Kelly hasst es zu verlieren, selbst wenn es nur ein Trainingsspiel ist.“

Die Lust am Gewinnen eint Mahessa und seine Teamkollegen. Selbst bei der jüngsten Regenerationseinheit im Troisdorfer Hallenbad „Aggua“ entwickelten die Siegburger Spieler ungeahnten Ehrgeiz, nämlich beim Wettrutschen. „Die Schnellsten wurden abgefeiert wie nach einem Tor in der Meisterschaft“, so Otto. „Dieser Enthusiasmus und Teamgeist machen uns einfach so stark.“ So stark, dass man am Sonntag beim Spitzenreiter SV Bergisch Gladbach 09 (1:0) gewann. Vier Tage nach dem kräftezehrenden Cup-Viertelfinale gegen den Drittligisten Viktoria Köln.

Siegburg empfängt den FC Wegberg-Beeck

Am Sonntag (15.30 Uhr) folgt gleich die nächste knifflige Aufgabe, nämlich gegen den FC Wegberg-Beeck (9.). „Der Gegner hinkt bislang den eigenen Ansprüchen hinterher, aber das macht ihn umso gefährlicher“, betont der Siegburger Trainer. „Gemessen am Personal müsste Wegberg neben Hohkeppel eigentlich der Topfavorit auf den Titel sein. Im Kader wimmelt es nur so von Unterschiedsspielern.“

Einen von ihnen coachte Otto bei Viktoria Glesch-Paffendorf, nämlich Timo Braun (27). Gemeinsam feierte man in der Saison 2019/20 den Aufstieg in die Mittelrheinliga. Der torgefährliche Flügelstürmer zeigt sein Können auch regelmäßig unterm Hallendach; 2024 gewann er mit dem „FC OneFootball“ die Icon League. „Timos linker Fuß kann jederzeit den Unterschied machen“, warnt Otto.

So wie beim jüngsten 6:0-Erfolg über Teutonia Weiden, als Braun drei Assists beisteuerte. Im Hinspiel gegen Siegburg (0:3) hatte er unfreiwillig im Fokus gestanden, indem er sich nur vier Minuten nach seiner Verwarnung die Gelb-Rote Karte einhandelte (37.). Am Sonntag sinnen Braun und Co. also auf eine Revanche. Keine leichte Aufgabe, zumal sie es diesmal auch mit Mahessa zu tun bekommen.


Saison-Aus für Kenny Oelbaum

Für Kenny Oelbaum (im runden Bild) ist die Saison vorzeitig beendet. Der Winterzugang des FC Hennef 05 zog sich bei seinem Debüt gegen Hohkeppel (0:1) einen Rippenbruch zu. Doch es sollte noch schlimmer kommen, denn tags darauf musste der Innenverteidiger wegen eines Lungenkollaps erneut ins Krankenhaus. „Im ersten Moment waren wir natürlich alle geschockt“, so Sportchef Frank Fußhöller. „Das Wichtigste ist jetzt, dass sich Kenny wieder vollständig erholt – und dafür braucht er Zeit.“

Weil auch Kapitän Ansgar Pflüger (Rippenprellung), Lukas Kubek (Rote Karte) und Lukas Harden (Fersenprellung) weiter ausfallen, stellt sich die Viererabwehrkette im Match bei Fortuna Köln II (So., 15.30 Uhr) quasi von selbst auf. Fußhöller fordert dennoch Wiedergutmachung für das Hinspiel (0:4): „Damals haben wir uns überhaupt nicht gewehrt – das wird sich nicht wiederholen.“