Kriminalhauptkommissarin Kathrin Schulze klärt an Schulen Jugendliche über Gefahren des Internets auf. Es geht vor allem um Prävention.
Safer Internet Day 2023Polizistin klärt Jugendliche an Schulen über Gefahren im Internet auf

Jugendliche müssen besonders aufpassen, wie sie sich im Internet verhalten. (Symbolbild)
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Ein junger Mann, der plötzlich erpresst wird, weil er ein Filmchen ins Internet gestellt hat. Eine junge Frau, die private Fotos gegen ihren Willen veröffentlicht sieht, oder ein Freundeskreis, der ungewollt zum Gesprächsthema wird, weil die Bilder der letzten Party überall geteilt wurden.
Kathrin Schulze ist mit ihren Kolleginnen und Kollegen in den Schulen des Rhein-Sieg-Kreises unterwegs, um genau das zu verhindern. Zum „Safer Internet Day 2023“, der am Dienstag international beginnt, berichtete sie von ihrer Arbeit. „Wir bieten den Schulen unseren Besuch an und kommen dann auf Anfrage gern zum Klassenvortrag“, erklärt die Kriminalhauptkommissarin.
Cybergrooming besonders problematisch
Sie gehört zum Team Prävention und Opferschutz der Kreispolizeibehörde. Dort sind außer Drogen, Gewalt, Einbruch und Betrug an Senioren das Cybergrooming und die Cyberkriminalität Themen. Vor den Schulklassen wird Kathrin Schulze deutlich: „Nicht jeder ist der, für den er sich im Internet ausgibt.“
Eindrücklich warnt sie vor Cybergrooming, der sexuellen Belästigung im Internet, vor Pädophilen, die online scheinbar völlig harmlos daher kommen. „Immer misstrauisch sein“, rät die Polizistin ihren Schülern. Völlig Unbekannten zu vertrauen und ihnen sogar Fotos anzuvertrauen, sei ein weit verbreiteter Fehler.
Jugendliche sind im Internet sehr vertrauensselig
„Wenn jemand auf der Straße angesprochen und nach Name, Adresse und Geburtsdatum gefragt wird, dreht sie oder er sich rum und geht. Im Internet sind viele Jugendliche dagegen völlig vertrauensselig und geben alles preis“, argumentiert die Kriminalhauptkommissarin.
Auch Fotos würden bedenkenlos weitergegeben. Später wunderten sich Betroffene, dass die Bilder von völlig anderen Usern als den ursprünglichen Adressaten und in völlig anderen als den ursprünglichen Zusammenhängen verbreitet würden. „Ihr könnt die Fotos nie wieder zurückholen“, warnt die 42 Jahre alte Mutter in ihren Vorträgen.„Niemand würde Fotos von sich wahllos an jeden Baum pinnen. Im Internet passiert aber genau das.“
Dass die Polizei die Möglichkeit habe, Fotos im Netz zu löschen, sei eine Illusion. Ähnliches gelte für Bilder, die irgendwo im weltweiten Netz kopiert und dann für eigene Zwecke genutzt würden. Vielen Jugendlichen sei nicht klar, dass sie damit Bildrechte verletzten, sowohl derer, die abgelichtet wurden, als auch derer, die die ursprünglichen Fotos gemacht und veröffentlicht haben.
Dass so etwas teuer werden könne, wüssten die wenigsten. Dass auch Fotos nicht veröffentlicht werden dürfen, auf denen unbeteiligte Dritte zu erkennen sind, betont die Kripobeamtin eindrücklich. Ohne Einwilligungen gehe das in der Regel nicht. Der Kölner Dom mit Touristen als Staffage sei eine Ausnahme.
