Marodes BauwerkNeue Brücke bei Menden über die Sieg in Sicht

Auf den Tag seit zehn Jahren ist die Melanbrücke zwischen Menden und Friedrich-Wilhelms-Hütte für schwere Lastwagen gesperrt.
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Rhein-Sieg-Kreis – Ein Grund zum Feiern ist dieser Jahrestag nicht gerade, und wenn, dann höchstens aus Sicht der Mendener: Auf den Tag zehn Jahre ist es her, dass die nach einem Architekten sogenannte Melanbrücke über die Sieg für den Schwerlastverkehr ab 14 Tonnen gesperrt wurde. Sehr zum Leidwesen der Mannstadtwerke, deren An- und Ablieferer große Umwege in Kauf nehmen müssen. Oder der Troisdorfer in Friedrich-Wilhelms-Hütte, die vor allem an der Mendener Straße mit den Schwertransporten leben müssen. Auch Müll-Lastwagen kommen nicht auf direktem Weg zum Gelände der RSAG. „Das kostet Zeit und Geld“ sagt der Landtagsabgeordnete Achim Tüttenberg (SPD), der den 13. Dezember in seinem Kalender markiert hat. Lieber heute als morgen würde er eine Baustelle für eine neue Brücke über die Sieg sehen. Der Denkmalschutz sei es gewesen, der das Verfahren so lange verzögert habe. Schon im kommenden Jahr allerdings könne ein Planfeststellungsverfahren beginnen, dass sich im besten Fall über ein Jahr, im Normalfall wohl aber über zwei Jahre erstrecken werde. Tüttenberg hofft jedenfalls, da s schon 2019 der Bau beginnt. „Geld gibt es dafür “, betonte der Abgeordnete vor Ort. Die nötigen fünf Millionen Euro stünden im Budget des Landes für den Erhalt von Straßen zur Verfügung. Und im Falle der Melanbrücke sei eine Landesstraße betroffen. Die Vorgeschichte ist kurios. Denn fast ein Jahrzehnt ist auch vergangen, seitdem die Kommunen Sankt Augustin und Troisdorf die Brücke unter Denkmalschutz stellen ließen. „Es wäre klug gewesen sich da abzustimmen“, sagt Tüttenberg aus heutiger Sicht. Ein Ingenieurbüro sah die „Gebrauchstauglichkeit“ der Brücke nicht mehr gewahrt, obwohl die marode Stahlbeton-Konstruktion von 1929 durch zusätzliche Stahlbügel entlastet worden war. Die wirtschaftlichste Lösung sah das Büro in Abbruch und Neubau an gleicher Stelle. Der Weg für einen Neubau wurde frei, als auf Betreiben Tüttenberg die Brücke 2012 aus der Denkmalliste gestrichen wurde. Er rechnet damit, dass an gleicher Stelle ein weit weniger auffälliges Bauwerk als die Konstruktion des Ingenieurs Josef Melan entsteht. „Funktional und ohne Firlefanz“ – und ohne das Potenzial, eines Tages unter Schutz gestellt zu werden.
