1700 Kinder und Jugendliche nahmen an der Fritz-Bauer-Gesamtschule in Sankt Augustin an den Übungen teil.
LeistungsnachweisFeuerwehrnachwuchs zeigt in Sankt Augustin sein Können

Zu den Übungen gehört das Verbinden von Schlauchleitungen.
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„Vier Längen“, ruft der Truppmann seinen Kameradinnen und Kameraden entgegen und breitet die Arme aus. Die anderen wissen, was zu tun ist: Möglichst schnell müssen sie verschiedene Schläuche mit der Hochleistungspumpe verbinden, an die wiederum ein Saugschlauch angeschlossen ist. Die Schläuche führen zu einem Verteilerkopf und zwei verschiedenen Schlauchanschlüssen, einen für Wasser und einen für Schaum
Fehler können passieren, und genau auf solche achten die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter beim Leistungsnachweis der Jugendfeuerwehren im Rhein-Sieg-Kreis. Einmal im Jahr kommen alle Gruppen zusammen und stellen ihr Können unter Beweis. Am Samstag nahmen 1700 Kinder und Jugendliche an der Fritz-Bauer-Gesamtschule in Sankt Augustin am sogenannten Leistungsnachweis teil. Warum der toller ist, als er klingt, erklärt Nele Richter, Pressesprecherin der Jugendfeuerwehren im Rhein-Sieg-Kreis.
Das ganze Jahr lang üben
„Die Kinder und Jugendlichen zeigen hier, was sie das ganze Jahr üben. Wir wollen zugleich würdigen, dass sie genau wie die aktiven Feuerwehrleute ihre Freizeit opfern – nur dass die Jugendlichen das seltener erfahren“, sagt die Swisttalerin. Sie und Kreisjugendfeuerwehrwart André Dekleermaeker, die oft mit Kindern zu tun hätten, mache es stolz, die Entwicklung zu sehen.
Auch der stellvertretende Kreisbrandmeister Daniel Walter war eigens aus Windeck nach Sankt Augustin gekommen. „Die Kinder und Jugendlichen wissen vielleicht nicht alle seinen Namen, aber kennen seine Funktion. Sie freuen sich über die Wertschätzung von so hoher Ebene, die ihnen entgegen gebracht wird.“

Auch der Aufmarsch samt Standarte gehört bei der Jugendfeuerwehr dazu.
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Angeleitet werden die Jugendlichen von erfahrenen Feuerwehrleuten. Sie treten allerdings als Lehrer auf, nicht als Mahner. Für sie zählt bloß: Wäre am Ende Wasser herausgekommen? Immer wieder greifen sie ein, wenn Verletzungsgefahr an den Geräten droht. Manche Gruppen sind im Durchschnitt noch etwas jünger als andere: Viel zurückhaltender sind die Anweisungen und Befehle. Das Ausrollen der Schläuche klappt dagegen ganz gut, mit einem gekonnten Wurf fliegt der neongelbe Schlauch in Richtung der Kameradinnen und Kameraden.
Verantwortung für die größten Rabauken
„Es hilft, die größten Rabauken zum Gruppenführer zu machen, dann können sie Verantwortung übernehmen. Häufig machen es auch Mädchen. Es ist außergewöhnlich, dass Jugendliche heutzutage noch Disziplin einhalten, aber das finden sie sogar gut“, beschreibt Dekleermaeker. „Die Übungen haben zwar einen Wettbewerbscharakter und wir vergeben auch Punkte, trotzdem erstellen wir keine Rangliste“, schildert Nele Richter.

Nele Richter und André Dekleermaeker, Pressesprecherin und Kreisjugendwart der Jugendfeuerwehren im Kreis.
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Zu den Aufgaben gehörten eine feuerwehrtechnische Übung mit dem Aufbau von Schlauchleitung, ein sportlicher Teil mit Hürden und Wassergraben sowie ein theoretischer Teil. „Das sind Fragen innerhalb eines lockeren Gesprächs, zum Beispiel müssen die Jugendlichen die Fahrzeuge benennen können. Dabei wird immer auch das Auftreten der Gruppe bewertet.“
Noch immer sei die Jugendfeuerwehr ein beliebtes Hobby bei Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahren, Manche Gruppen führten sogar Wartelisten. „Hier wird kein Unterschied für Mädels gemacht, bei vielen Sportarten werden die Geschlechter getrennt. Ein Drittel der Jugendlichen bei der Feuerwehr sind Mädchen. Bei der Feuerwehr kann sich jeder beweisen, denn auch bei den Männern kann nicht jeder alles“, sagt Richter. „Das ist ja auch die große Stärke, dass jeder entsprechend seien Fähigkeiten eingesetzt wird“, ergänzt Dekleermaeker.