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Hochschule Bonn-Rhein-Sieg lud Schüler einTüftler beim Studium in Sankt Augustin willkommen

3 min
Der 14-jährige Laron Fuchs (M.) ist mit seinem Vater Andreas (r.) aus Windeck gekommen, um sich über Studienmöglichkeiten zu informieren. Jordan Schneider (l.), wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule, erklärt ihm die Funktionsweise eines sozialen Roboters.

Der 14-jährige Laron Fuchs (M.) ist mit seinem Vater Andreas (r.) aus Windeck gekommen, um sich über Studienmöglichkeiten zu informieren. Jordan Schneider (l.), wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule, erklärt ihm die Funktionsweise eines sozialen Roboters.

40 Studiengänge werden angeboten. Unterricht teilweise in englisch.

Rund 2000 Studienplätze sind für das Wintersemester ab dem 1. September 2026 an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) neu zu vergeben. Um Jugendlichen zu zeigen, welche vielfältigen Möglichkeiten sich dort bieten, lud die H-BRS zu einem Informationstag auf den Campus in Sankt Augustin ein. „2026 gibt es wegen des Abiturs nach acht Jahren keine Abschlussklassen“, berichtete Peter Muck, Vizepräsident der H-BRS für Studium und Lehre. Ein Jahrgang fehlt also für den Studienanfang.

Dass Jugendliche direkt nach der Schule studieren, ist heute allerdings nicht mehr üblich. Auslandaufenthalte oder auch ein soziales Jahr werden zwischengeschaltet. Deswegen kamen zahlreiche Jugendliche, die schon ihr Abitur oder Fachabitur in der Tasche hatten, zur Hochschule. Am letzten Tag der Lehrveranstaltungen stellten die Fachbereiche Projekte vor, Studierende standen für Fragen der potenziellen neuen Kommilitonen zur Verfügung. H-BRS-Präsidentin Marion Halfmann nutzte den Infotag ebenfalls für einen Rundgang.

Beliebte Studiengänge sind  Naturwissenschaftliche Forensik oder  Wirtschaftspsychologie

40 Studiengänge werden an der H-BRS angeboten. Neu ist ab dem Wintersemester das Angebot Nachhaltige Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften. Beliebte Studiengänge sind  Naturwissenschaftliche Forensik oder Wirtschaftspsychologie. Dort gibt es mehr Bewerber als Plätze, bei Elektrotechnik ist das Gegenteil der Fall.

H-BRS-Präsidentin Marion Halfmann lässt sich vom Studenten Jonah Koch die Funktion seiner Holzkugelbahn erklären.

H-BRS-Präsidentin Marion Halfmann lässt sich vom Studenten Jonah Koch die Funktion seiner Holzkugelbahn erklären.

Jonah Koch studiert Maschinenbau im dritten Semester. Mit anderen Studentinnen und Studenten konstruierte er eine Kugelradbahn aus Holz. Drei Wochen hatten die Teams Zeit dazu. Interessiert schaute sich Halfmann die unterschiedlichen Lösungen an. So hatte Koch für den Transport der Kugel an den Ausgangspunkt einen Aufzug entworfen, der mit einem Drehrad von Hand bedient wird. Die Planungen wurden mit CAD-Programmen erstellt, ein Laser schnitt die Teile in Form. 

Die Testpersonen schauten zuerst auf die Augen des Modells und dann auf den Körper

Wie schauen Menschen sich Parfümwerbungen an? Beim Eyetracking wurde das Nutzerverhalten analysiert. Parfümwerbung nutze häufig freizügig inszenierte Models, um Aufmerksamkeit zu erregen, erläuterten Mai-Trinh Vu und Vivian Schubert. Eine Infrarotkamera zeichnete die Augenbewegung beim Betrachten des Bildes an einem Computerbildschirm auf. Ergebnis: Die Testpersonen schauten zuerst auf die Augen des Modells und dann auf den Körper. Der Parfümflakon wird eher als nebensächlich empfunden. 

Die Ergebnisse des Eyetracking wurde auf Infoplakaten anschaulich dargestellt.

Die Ergebnisse des Eyetracking wurde auf Infoplakaten anschaulich dargestellt.

Beim Gang über die Flure konnte man das Modell einer Pumpe sehen, die mit Windkraft Wasser aus der Tiefe an die Oberfläche fördert. Die Studierenden entwickelten eine Mechanik, mit der Vorratsbehälter nacheinander gefüllt werden können, bevor das Wasser auf ein Feld geleitet wird. Den Umgang mit der Kamera und die Schnitttechnik dazu lernen die Studierenden bei der Visuellen Technikkommikation.     

Der Studiengang Visual Computing an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin hat Zukunftspotenzial

Beim Visual Computing können Spiele selbst entwickelt werden. Dieser Studiengang hat Zukunftspotenzial, denn Gaming wird immer beliebter. Die H-BRS hat auch schon Spiele entwickelt, die kostenlos im Internet heruntergeladen werden können. Auf jeder Gamescom ist die Hochschule mit einem Stand vertreten. 

Selbstbalancierende Roboter führten Studierenden ebenfalls vor. Ihre Konstruktionen wurden im 3D-Drucker umgesetzt. „Anfangs wollte der Roboter nicht so richtig auf Touren kommen“, berichtete ein Student. Nach dem Einbau eines zweiten Kontrollers klappte dann jedoch alles besser. 

Einen Roboter, der selbst balancieren kann, entwickelten die Studierenden.

Einen Roboter, der selbst balancieren kann, entwickelten die Studierenden.

Laron Fuchs ist in der neunten Klasse, hat also noch einige Jahre bis zum Schulabschluss vor sich. Er informierte sich trotzdem mit seinem Vater Andreas Fuchs über das Angebot an der Hochschule. Der 15-Jährige musste nicht lange überlegen, was ihn fasziniert: Visual Computing ist sein Favorit für ein Studium.

Dass Werbung für die Hochschule in den Schulen immer wichtiger werde, bestätigte Halfmann. Sie hatte Schulleiter aus der Umgebung zum Infotag eingeladen, führte sie persönlich herum und stand für Fragen zur Verfügung. Viele Eltern waren mit ihren Kindern gekommen, um ihnen die Möglichkeiten der „Hochschule um die Ecke“ zu zeigen. Einen weiteren Weg haben da die Studierenden aus anderen Ländern, die an der Hochschule eingeschrieben sind. In manchen Studiengängen wird daher auf Englisch unterrichtet.