Abo

„Artenvielfalt wird explodieren“Auf dem Butterberg in Sankt Augustin ist ein neues Gewässer entstanden

Lesezeit 3 Minuten
Initiator Andreas Fey freut sich demnächst über hoffentlich viele Amphibien.

Initiator Andreas Fey freut sich demnächst über hoffentlich viele Amphibien.

Mit den bereits bestehenden drei kleineren Teichen bildet der neue Teich den Gesamtkomplex des Naturprojekts am Butterberg.

Der Bagger steht noch am Rande des Teiches. Doch eigentlich sind die gut drei Woche dauernden Arbeiten beendet. Die Befüllung mit Grundwasser ist abgeschlossen. Die Tiere und vor allem Amphibien können kommen. „Die Natur kann jetzt übernehmen“, sagt Andreas Fey, Initiator des Naturprojekts am Butterberg.  

Auf einem 6000 Quadratmeter großen Areal zwischen Menden und Mülldorf gleich vis a vis der Einfahrt zum Sankt Augustiner Freibad ist das neue Gewässer entstanden. Mit den bereits bestehenden drei kleineren Teichen, die im Februar des vergangenen Jahres fertiggestellt worden sind, bildet der neue Teich den Gesamtkomplex des Naturprojekts. 

In den neuen Teich auf dem Butterberg wurden 350.000 Liter Wasser gepumpt

Das neue Stillgewässer hat eine Fläche von bis zu 700 Quadratmeter und ist je nach Jahreszeit 40 bis 90 Zentimeter tief. Die Ausdehnung beträgt 60 Meter in der Länge und in der Breite bis zu 13 Meter. Aus zirka 13 Metern Tiefe sind in einer knappen Woche 350.000 Liter Wasser in den Teich gepumpt worden. „Das war es. Der Teich soll sich im Winter selbst befüllen und darf im Sommer auch ruhig trocken fallen“, so der Diplom-Biologe. 

Innerhalb einer Woche haben die von Fey beauftragten Fachfirmen 500 Kubikmeter Erde bewegt und 180 Tonnen Lehm als Teichsubstrat eingetragen. Die Folie ist 800 Quadratmeter groß und ist von einer Fachfirma aus Norddeutschland ausgelegt und elektronisch verschweißt worden.

Der Sturm in den letzten Wochen habe den Zeitplan fast durcheinander gewirbelt, so Fey. Trotz Haltestangen und Befestigung der Folienränder mit 30 Kilogramm schweren Bruchsteinen, haben die Böen die 60 Meter lange Südseite über das Gewässer geschoben. „Hätten wir nicht Vorsorge getroffen und teilweise schon Wasser eingelassen, wäre die Folie jetzt wahrscheinlich auf dem Dach der Hochschule gelandet“, so Andreas Fey.

Renaturierung in Sankt Augustin: Im März werden schon die ersten Zugvögel erwartet

Mit der Entwicklung der drei kleineren Teiche im vergangenen Jahr ist der Biologe schon sehr zufrieden. Nun hofft er bei dem größeren Gewässer, das sich wegen einer benötigten Baugenehmigung verzögert hat, auf den gleichen Erfolg. Im März werden die ersten Zugvögel wie Kiebitz und Steinschmätzer das Areal besetzen. Auch viele streng geschützte Amphibienarten beginnen im März mit ihrer Wanderung zu den Gewässern rund um den Butterberg.

Weitere Zielarten sind neben Wasservögel, Kammmolch, Kreuz- und Wechselkröte und auch der selten gewordene Laubfrosch. „Ein Austrocknen des großen Gewässers in den Sommermonaten ist durchaus gewünscht“, ergänzt Fey. Das dezimiert Fressfeinde der kleinen Kaulquappen wie die Libellenlarven oder auch Fische. Diese werden von Wasservögeln durch Laich-Transport eingeschleppt. Abschließend wird nun noch das Gelände um das Gewässer modelliert und dann mit regionalem Saatgut eingesät.

„Die Natur mit ihrer Artenvielfalt wird explodieren“, so der Diplom-Biologe, den das gesamte Projekt mit vier Teichen eine mittlere fünfstellige Summe gekostet hat. Und das trotz einer Förderung von 70 Prozent. Nach dem Naturprojekt im Heidfeld und der Streuobstwiese als naturkundliche Lehrwerkstatt ist der Butterberg schon das dritte große Engagement von Andreas Fey.  

Nicht ohne stolz kann er verkünden, dass alle drei Projekte in den neuen Landschaftsplan 7 des Rhein-Sieg-Kreises als geschützter Landschaftsbereich aufgenommen werden sollen.


Naturdokumentation im WDR-Fernsehen

Andreas Fey aus Menden ist einer von fünf Protagonisten einer Naturdokumentation, die das WDR-Fernsehen am 1. März um 20.15 Uhr ausstrahlt. Der Film von Jürgen Brügger, Jörg Haaßengier und Gerhard Schick erzählt von Menschen, die sich mit Enthusiasmus und viel Engagement dafür einsetzen, den Tieren wieder Lebensraum zu geben. Ein Jahr lang wurde Andreas Fey bei seinen Naturprojekten in der Grünen Mitte begleitet. 

Rundschau abonnieren