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Zwei Menschen starbenBericht zum Flugzeugabsturz von Sankt Augustin liegt vor

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Die Maschine war auf einem Feld gut 150 Meter entfernt von Wohnhäusern zerschellt und ausgebrannt.

  1. Zwei Menschen starben am 9. Oktober beim Absturz der Maschine
  2. Zeugen hatten seinerzeit ausgesagt, der Motor sei zuletzt nicht mehr zu hören gewesen
  3. Nun liegt das Ergebnis des Untersuchungsberichtes vor

Sankt Augustin – Warum Mitte Oktober vergangenen Jahres ein in Hangelar gestartetes Flugzeug abstürzte und zwei Menschen starben, wird wohl nicht mehr zu klären sein. Das geht jedenfalls aus dem vorläufigen Bericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig hervor, der jetzt vorliegt.

Maschine war „lufttüchtig“

Die Tecnam P 2008 PC war an einem sonnigen Dienstagnachmittag kurz vor 15 Uhr in Hangelar gestartet. An Bord befanden sich ein 43 Jahre alter Flugschüler und sein 68 Jahre alter Fluglehrer. Kurz nach dem Start meldete der Fluglehrer Probleme mit dem Triebwerk. Die Maschine flog eine Kurve nach Süden, schwenkte dann um 180 Grad nach Norden – wohl um zum Flugplatz zurückkehren zu können – und stürzte auf ein unbebautes Feld in der Verlängerung der Straße Am Pleiser Wald im Ortsteil Hangelar-Niederberg.

Das Flugzeug fing sofort Feuer und brannte vollständig aus. Für die Opfer kam jede Hilfe zu spät. Rettungsdienst und zwei Notärzte konnten nichts mehr für sie tun. Vermutlich starben sie schon beim Zerschellen der Maschine auf dem Boden.

Fluglehrer war sehr erfahren

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung übernahm seinerzeit die Untersuchung. Deren Ziel sei es, zukünftige Unfälle zu verhüten, nicht aber die Klärung von Schuld- oder Haftungsfragen. So steht es noch einmal ausdrücklich im Bulletin zu dem Unfall. Bei dem Fluglehrer habe es sich um einen erfahrenen Berufspiloten mit rund 4000 Flugstunden gehandelt, der zuletzt 2014 eine unbefristete Lizenz für Berufspiloten erhalten hatte. Der Schüler habe zusammen mit ihm in den Tagen vor dem Unfall fast acht Stunden absolviert, sechs Flüge auf dem Typ der abgestürzten Maschine. Das Flugzeug selbst stammte aus dem Jahr 2017. Nur wenige Tage vor dem Unfall war am 9. Oktober die „Lufttüchtigkeit“ überprüft worden.

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Die Prüfer beschreiben, dass es außerhalb der direkten Absturzstelle „keine Aufschlagpunkte oder Rutschstrecken“ gegeben habe. Das Triebwerk hatte die BFU zu weitergehenden Untersuchungen in einen luftfahrttechnischen Betrieb gebracht. Hinweise auf mechanische Mängel seien dort nicht festgestellt worden. Das Triebwerk habe sich zum Beispiel ohne Beanstandungen durchdrehen lassen. Ob alle Steuerorgane der Maschine sowie Schalter und Bedienhebel funktionierten, konnten die Experten auf Grund des hohen Zerstörungsgrades nicht prüfen. Zeugen hatten seinerzeit ausgesagt, der Motor sei zuletzt nicht mehr zu hören gewesen.