Der ÖPNV stand am Dienstagabend deutschlandweit still, schuld war eine IT-Störung im Zugfunk der DB, die sich bis tief in Nacht zog.
Gestrandete PassagiereSo traf der Zugausfall Siegburg

Zwei S-Bahnen standen im Siegburger Bahnhof, die in Richtung Hennef war bereits geräumt worden.
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Es steht ein Zug nach Nirgendwo. Seit mehr als einer Stunde hält die S 12 mit dem Fahrtziel Köln-Ehrenfeld an Gleis 1 des Siegburger Bahnhofs. In der Gegenrichtung steht ebenfalls eine S-Bahn, sie ist leer, das Licht ist aus, die Klimaanlage an. Das Dröhnen der Klimaanlage übertönt das Zirpen der Grillen. Eine IT-Störung im Zugfunk hat am Dienstagabend den Bahnverkehr lahmgelegt – deutschlandweit. Auch in Siegburg strandeten Passagiere.
Die meisten haben sich gegen 23 Uhr längst andere Transportwege gesucht, einige wenige verharren auf den Sitzen in der Hoffnung, dass es gleich doch noch weitergeht. Mitarbeitende der Deutschen Bahn sind nicht zu sehen, bis auf zwei Angestellte der DB Sicherheit, die die immer gleichen Fragen geduldig, aber schulterzuckend beantworten. Die Anzeigetafeln, darunter die große in der Empfangshalle, haben den Betriebstag längst abgeschrieben: Die nächsten Züge sind erst wieder ab 5 Uhr angekündigt. Immerhin hat die Bahn selbst für so einen seltenen Fall wie den Ausfall des Zugfunks eine passende Durchsage parat.
Nach Totalausfall bildeten sich Schicksalsgemeinschaften
In der S-Bahn nach Köln öffnet eine junge Frau die Türen, blickt sich um – sie kennt sich in Siegburg nicht aus. „Ich muss nach Düsseldorf“, sagt sie, den Blick aufs Smartphone gerichtet. In ihrer Sitzgruppe hat sich eine Schicksalsgemeinschaft gebildet, ein Mann mittleren Alters und eine ältere Frau kommen auch nicht weiter. Der Mann muss zum Kölner Hauptbahnhof und von dort noch einige Stationen weiter.
Die Bahn hat schnell Ersatzbusse aktiviert, die die Linien RE9, S12 und S19 bedienen. Immer wieder hält einer am Bushof eine Etage tiefer. Doch der traut sich nicht so Recht: „Fährt der denn auch zum Breslauer Platz? Das dauert 50 Minuten“, wirft er ein. In drei Minuten käme ein Bus nach Köln, stellt er mit Blick in die DB-App fest. Die junge Frau, die nach Düsseldorf will, überzeugt die beiden anderen. Sie machen sich auf den Weg zum Bussteig. Die Störung wird noch bis 0.30 Uhr andauern. Der Bahnhof liegt verlassen da.
