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„Sir Williams“Europas dienstälteste Robbie Williams Tribute Band bildet Auftakt für „Siegburg live“

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Die Siegburger Tribute Band Sir Williams ist seit mehr als zwanzig Jahren auf den Bühnen der Region und bundesweit unterwegs.

Die Siegburger Tribute Band Sir Williams ist seit mehr als zwanzig Jahren auf den Bühnen der Region und bundesweit unterwegs.

Mit einem Superstar durch die Jahrzehnte. „Sir Williams“ ist im Sommer  in der Region unterwegs. 

Wenn die Geschichte anders gelaufen wäre, wäre aus Armin Joisten vielleicht der Leadsänger eine U2-Coverband geworden. „Du siehst aus wie Bono mit deiner großen Nase und deiner großen Brille.“ Das soll, so erinnert sich der Siegburger Sänger, sein Bandkollege Rolf Montenbruck vor mehr als zwanzig Jahren bei einer Bandbesprechung auf einer Terrasse in Rheinbach gesagt haben. Bei der Bestandsaufnahme damals hatten Joisten und seine Bandkollegen schon mehr als ein Jahrzehnt Band- und Bühnenerfahrung in unterschiedlichen Konstellationen, aber jetzt galt es, sich neu zu erfinden. Und weil es schon einige U2-Coverbands gab, schlug plötzlich einer vor: Was ist denn mit Robbie Williams?

Erster Auftritt 2004 vor Siegburger Publikum

Dunkle Haare, helle Augen – die optischen Ähnlichkeiten waren ebenfalls vorhanden… kurzes Nachdenken, was singt der denn alles, reicht das aus? Ein Probenwochenende brachte Gewissheit und die Band „Sir Williams“ war geboren – mit Armin Joisten als Coverversion von Robbie Williams, der in den 1990er Jahren aus der Band Take That hervorgegangen war und innerhalb weniger Jahre zum Superstar wurde.

Das Siegburger Publikum war das erste, das den neuen Stern am Bandhimmel der Region im April 2004 im Kubana aufgehen sah – und vor allem einen Leadsänger erlebte, der die neue Rolle sowohl stimmlich als auch optisch schnell verinnerlicht hatte. Dabei half ihm seine langjährige Erfahrung als Musiker und Sänger und sicherlich auch ein Mantra seiner Jugend, das nötig ist, wenn es einen auf die Bühne zieht. „Ich werde Rockstar“, war sich der 16-jährige Armin sicher, während er in der Siegburger Schülerband Chinchilla den Bass spielte und eher auf Metal als auf Pop stand.

Armin Joisten Leadsänger, 2004

Armin Joisten Leadsänger, 2004

Ein paar Dekaden, mehrere Bands, hunderte Auftritte und verschiedene private und berufliche Veränderungen später, ist aus Joisten zwar kein Profimusiker geworden, aber einer, der für die Musik lebt und vielleicht mit seiner Hommage an Robbie Williams im Rückblick genau die richtige Wahl getroffen hat. Denn das Rezept passt: Die Songs des britischen Sängers sind generationsumspannend, sie werden - wie die Interpreten - älter, aber sie bleiben.

So ist auch zu erklären, dass zur gegenwärtigen Setlist bei Konzerten sowohl Superstar Robbie als auch „Sir Williams“ weiterhin auf Songs wie „Let me entertain you“, „Angels“, „Feel“, „Rock DJ“ oder „She„s the one“ setzen. Wenngleich Joisten bis heute eine Unterscheidung wichtig ist: „Wir sind eine Tribute-Band, keine Coverband“, erklärt er ihm Gespräch mit dieser Zeitung. Joistens Gestus ist ein anderer, die Ansprache ans Publikum hält er auf Deutsch. „Ich imitiere Robbie nicht 1 zu 1, das fände ich überheblich“, sagt er.

Armin Joisten Leadsänger, 1988 als Mitglied der Band Chinchilla

Armin Joisten Leadsänger, 1988 als Mitglied der Band Chinchilla

Die optische Original-Vorlage hat er all die Jahre aber schon sehr ernst genommen und immer wieder angepasst – nicht nur, was das Bühnen-Outfit, sondern auch, was die Frisuren betraf. „Ich hatte, als das Album Escapology rauskam, auch zwei blonde Strähnen und den Irokesen-Look“, berichtet er. Dann gab“s einen Wechsel zur Rockabilly-Frisur. Inzwischen muss er nachfärben … grau, wohlgemerkt, weil Robbie Williams selbst zwar ein paar Jährchen jünger, aber deutlich ergrauter ist. Bei den Tattoos hört für ihn, im Gegensatz zu mancher Robbie-Cover-Variante, aber die Liebe auf. Da hat er seine eigenen und würde sich niemals ein Imitat stechen lassen. „Das ist zu persönlich“, findet Joisten.

30 Nummern haben „Sir Williams“, die für sich in Anspruch nehmen „Europas dienstälteste Robbie Williams Tribute Band“ zu sein, im Repertoire. Und neben den „All time classics“, wie Joisten sie nennt, mag er auch die etwas unbekannteren Nummern wie „Forbidden Road“ – und natürlich die Hymne aller im Leben Gestrauchelten „Me and my monkey“, in der Williams seine Drogen- und Suchtprobleme und seine, wie er es nennt, Dämonen, zum Thema macht. „Das ist echtes Storytelling“, so Joisten. „Ich kann bei Robbie diese Zeilen nachfühlen, auch wenn ich glücklicherweise nicht unter Depressionen leide und noch nie eine hatte.“

Armin Joisten Leadsänger, 2026

Armin Joisten Leadsänger, 2026

Dem Superstar ist Armin Joisten leider noch nicht persönlich begegnet. Live gesehen hat er ihn mehrfach, wobei er das Konzert 2006 auf der Jahnwiese in Köln in schlechter Erinnerung hat. „Da war er überhaupt nicht gut. Das hätten wir besser hingekriegt.“ 2023 in Bonn im Hofgarten war es dann aus seiner Sicht „grandios“.

Die Konzerte des Superstars in Düsseldorf Anfang Juni hat er nicht besucht – seine Befürchtung war: zu viel „Britpop“ – so heißt das aktuelle Albums Robbies. „Nicht mein Ding“, sagt Armin Joisten – hat aber dennoch zwei Songs ausgemacht, die in das Sir Williams-Repertoire gut passen: „All my life“ und „Pretty face“ will die Band auch beim nächsten Konzert (siehe Kasten) – in Siegburg – spielen.

Damit hätte sie dem Superstar schon was voraus: Denn der lieferte vor zwei Mal knapp 50.000 in Düsseldorf gut gelaunt und bestens ab, aber verzichtete bis auf den Song „Rocket“ komplett auf sein neues Material.


Den Auftakt zu „Siegburg live“ macht am Mittwoch, 24. Juni, die Band „Sir Williams“. Die Bühne steht wie immer auf dem Marktplatz (in Höhe des Museums). Das Konzert beginnt um 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Die nächsten Gigs in der Region: Beim 50. Bad Godesberger Sommerfest am 4. Juli (18 Uhr, Bühne Stadtpark/Kurpark) und am 14. August beim SWB-Sommerfestival in der Rheinaue in Bonn (Beginn: 19.30 Uhr). Auch beim Siegburger Stadtfest am letzten Augustwochenende werden „Sir Williams“ spielen. (jul)