Amtsgericht SiegburgÄlterer Einbrecher findet milden Richter

Im Amtsgericht Siegburg (Symbolbild)
Copyright: Quentin Bröhl
Siegburg – Gnade vor Recht ließ das Schöffengericht ergehen bei einem Senior auf der Anklagebank. Der 71-Jährige hatte bei einem Einbruch in eine Lagerhalle 155,92 Euro in bar, Kaffeekapseln und Würfelzucker erbeutet, allerdings einen Schaden von 3000 Euro verursacht. Blutspuren verrieten den Täter, dessen DNA in der Datenbank der Polizei gespeichert ist.
Der Abgleich ergab einen sauberen Treffer. Mit 99,9 prozentiger Sicherheit war der vielfach unter anderem wegen eines versuchten Tötungsdeliktes vorbestrafte Senior der Täter.
Viel Zeit bis zur Verhandlung wirkte strafmildernd für Täter
Ein anderer „Spurenleger“ komme weltweit nicht in Betracht, teilten die Gutachter mit. Vom Einbruch im Januar 2017 bis zur Anklage 2019 verging allerdings Zeit, ebenso bis zur Hauptverhandlung wiederum mehr als zwei Jahre später, was strafmildernd bewertet wurde. Das Verfahren wurde deshalb eingestellt.
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Ebenso wie das Alter des Angeklagten, die geringe Beute, sein Geständnis und sein Zustand. Er sei zur damaligen Zeit häufig betrunken gewesen.
Außerdem wurde der Mann aus der Haft in den Gerichtssaal vorgeführt und nach der Verhandlung umgehend dorthin zurückgebracht. Er sitzt wegen einer Vielzahl von Delikten noch knapp 15 Monate bis zum 28. Dezember 2022 ein.
Hoffnung auf eine vorzeitige Entlassung dürfe er sich angesichts des langen Vorstrafenregisters wohl nicht machen, vermutete der Vorsitzende Richter Alexander Bluhm: „Höchstens auf eine Weihnachtsamnestie“ kurz vor den Festtagen.



