Der 39-Jährige wurde vom Zoll auf der A3 Richtung Frankfurt kontrolliert. Sie fanden fast 54 Kilogramm Cannabis und mehrere Blöcke Kokain.
„Falsche Entscheidung“Angeklagter mit kiloweise Drogen in Siegburg vom Zoll gestoppt – Prozess

Der Zoll stoppte und kontrollierte den Fahrer auf der A3 bei Siegburg. (Symbolbild)
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Der Angeklagte hatte es geahnt: Die Kurierfahrt mit kiloweise Drogen im Lieferwagen sei definitiv „die falsche Entscheidung“ gewesen. So hatte es der 39 Jahre alte Serbe vor der 11. Großen Strafkammer des Bonner Landgerichts gestanden – und bekam die Quittung dafür, das Angebot eines Landsmannes aus seiner Heimatstadt nahe Belgrad nicht abgelehnt zu haben: Die Richter verurteilten ihn wegen Beihilfe zum Handel und wegen Besitzes von Betäubungsmitteln und Cannabis zu dreieinhalb Jahren Haft.
Der 39-Jährige war am 6. August 2025 von einer Streife des Zolls auf der A3 in Richtung Frankfurt aus dem Verkehr gewunken und dann auf der Raststätte Siegburg kontrolliert worden. Der Angeklagte glaubt, die Fahnder hätten einen Verdacht gehabt und sein Fahrzeug, einen VW Crafter, schon längere Zeit beobachtet. Den Wagen hatte er nach seinen Angaben am Morgen des Tattags in Wuppertal von Unbekannten übernommen, wo das Fahrzeug in einer Werkstatt präpariert worden war.
Klein-Lkw für Kurierfahrt als Glaserei getarnt
Der Klein-Lkw mit österreichischem Kennzeichen war als Transporter einer Glaserei getarnt worden, in einem Dreiecksgestell auf der Ladefläche standen einige Fenster. Darunter waren in einer Art Schublade, die zur Seite hin aufgeklappt werden konnte, fünf Blöcke mit je rund einem Kilogramm Kokain und 65 eingeschweißte Tüten mit insgesamt fast 54 Kilogramm Cannabis versteckt worden.
Die Ware mit einem Schwarzmarktwert von gut einer Million Euro sollte der Kurier nach Wien bringen, im Raum Regensburg/Nürnberg sollte er weitere Instruktionen bekommen. 1500 Euro, sagt er, seien ihm für die Schmuggelfahrt versprochen worden. Geld, das der Vater eines Kindes angeblich dringend gebraucht habe, da er finanziell in der Klemme gesteckt habe.
Der Angeklagte verschwieg im Prozess nicht, dass er von dem kriminellen Tun gewusst habe, nannte aber keinen Namen der Hinterleute, die das Rauschgift gewinnbringend weiterverkaufen wollten. Der Zoll hat die Drogen inzwischen verbrannt. Der VW-Transporter wurde beschlagnahmt und für 3950 Euro versteigert.
