Die Stadt Siegburg möchte auf dem alten Sportplatz auf dem Brückberg Eisenbahnwaggons aufstellen, die als Jugendzentrum fungieren sollen. Die IG Brückberg wehrt sich dagegen.
IG BrückbergBürger kämpfen in Siegburg weiter gegen Bahnwaggons als Jugendzentrum

An der Goldenen Ecke informierte die IG Brückberg über die Waggons, die auf einem alten Sportplatz aufgestellt werden sollen.
Copyright: Ralf Rohrmoser-von Glasow
Während auf dem Marktplatz schon das Mittelalter tobte, sorgten sich an der Goldenen Ecke Bürger aus Brückberg um aktuelle Fragen. Die Interessengemeinschaft (IG) Brückberg wehrt sich gegen die Aufstellung von Eisenbahnwaggons auf dem alten Sportplatz neben der Grundschule. Jetzt war sie mit einem Stand in die Fußgängerzone gekommen, um die Siegburger und die Gäste der Kreisstadt zu informieren und um Unterschriften zu sammeln.
Kosten höher geschätzt
Sprecherin Elke Schüller fasste die Argumente zusammen: Die Aufstellfläche sei ein Ort für alle Brückberger, der gut angenommen sei. „Das ist einer der letzten öffentlich zugänglichen Plätze, hier gilt vor allem ein Miteinander.“ Die inzwischen gekauften Waggons veränderten das. Denn sie seien nur für eine kleine Gruppe gedacht, eben Jugendliche. „Wir haben Bedenken, dass die anderen die Fläche dann nicht mehr nutzen können.“ Mit einem Zwölfjährigen habe sie gesprochen, der sich sorge, dass die Größeren die Kleineren vertreiben könnten.
Wir verballern hier Strom
„Als Klimaschützerin halte ich das für schwierig. Die Stahlbehälter sind im Winter kalt und im Sommer heiß“, argumentiert Schüller, „wir verballern hier Strom.“ Zwischen 20.000 bis 25.000 Euro an Heizkosten während der Heizperiode hat die IG ausgerechnet. Statt der im Haushalt angesetzten 150.000 Euro schätzt sie die Aufstellungskosten auf rund 500.000 Euro, mit Kanal, Heizung, Wasser, Telefon und Internet. Und die jährlichen Unterhaltungskosten kämen dann erst dazu.
Stattdessen schlagen die IG-Aktiven ein Jugendzentrum im alten Ärztehaus der JVA vor, alternativ im Gebäude des Betriebsarztes an der Jahnstraße. Schüller und ihr Mitstreiter Reinhard Grzymmeck hatten viele positive Gespräche geführt. „Die Bürger waren dankbar für die Infos, und die Kosten waren immer ein Thema“, berichtete Grzymmeck. Die Frage, was passiere, wenn die Waggons nicht angenommen würden, werde von Seiten der Stadt immer nur beantwortet mit: „Die werden angenommen.“
Jetzt erstmals gebe es Gespräche mit Jugendlichen, um an einem Konzept zu arbeiten. Schüller ist sicher: „Wenn die hier stehen, dann werden die in 100 Jahren nicht abgeräumt. Die vergammeln da.“ Antje Wilhelms aus der IG hat Bürgermeister Stefan Rosemann einen Protestbrief geschrieben. „Es ist eine große Fläche in einer urbanisierten Stadt mit weitem Blick, hier kann ich Freiheit tanken“, schreibt sie, „das geht verloren, wenn sie bebaut wird.“

