Ab Januar 2023 werden Laster die Fertigelemente für die Fassade des Siegburger Rathauses anliefern. Anwohner müssen sich auf verstärkten Lkw-Verkehr einstellen. Derweil steigen die Kosten.
Projekt liegt im ZeitplanKosten für die Sanierung des Siegburger Rathauses steigen weiter

Die Sanierung des Siegburger Rathauses ist im Zeitplan, indes sind die Kosten stark gestiegen.
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Die Anlieger der Rathausbaustelle in Siegburg müssen sich auf verstärkten Lkw-Verkehr einstellen. Die Laster werden ab Januar über Ringstraße und Friedensplatz die Fertigelemente für die Fassade anliefern.
Noch fegt der Wind durch das kernsanierte Gebäude, bis Ende März solle die Verkleidung komplett sein, kündigt die Stadt an. Die Anwohner würden mit einem Schreiben informiert, wenn die genaue Zahl der Fahrten feststehe.
Sanierung des Rathauses in Siegburg wird teurer als erwartet
Der 60er-Jahre-Bau wird durch die weißen Betonplatten mit kleinen schwarzen Einsprengseln heller erscheinen als vor der Sanierung. Das weiße Material soll sich nicht so stark durch die Sonne erhitzen und sich bei wechselnden Temperaturen weniger verformen. Im Vergleich zu Mauerkonstruktionen benötige man bei einer Betonfassade weniger Material, alle Bauteile könnten sortenrein demontiert, ausgetauscht und recycelt werden.
Das Projekt sei im Zeitplan, hieß es im Bau- und Sanierungsausschuss, mit der Fertigstellung sei im August 2024 zu rechnen. Mit 6,4 Millionen Euro macht die Fassade laut Projektleiter Martin Roth den größten Einzelposten der Kosten aus. Enthalten sind darin die Fenster und der Unterbau der Platten. Insgesamt sind rund 32 Millionen Euro veranschlagt, die Stadt rechnet mit einer Förderung von 8,5 Millionen.
Allerdings gebe es eine „Kostenmehrung“. Im Laufe des Rückbaus wurden zusätzliche Schadstoffe vor allem im Dachaufbau gefunden; auch musste der Beton, der unerwartete Schäden aufweist, saniert werden. Zum anderen sei eine Wärmedämmung des Kellergeschosses erforderlich, um den Energieverbrauchsstandard KFW 40 zu erreichen.
Siegburger Rathaus soll künftig mit Geothermie beheizt werden
Dazu kommt die Steigerung der Baupreise seit Juni 2021 um knapp 20 Prozent. Allein bei den Gewerken Rohbau und Stahlbau gebe es Mehrkosten von fast 80.000 Euro, heißt es im Projektbericht. Die Ausschreibung für den Innenputz muss wiederholt werden: Das einzige Angebot habe weit über dem Kostenanschlag gelegen.
Das Rathaus soll künftig mit Hilfe von Geothermie beheizt werden, die Ausschreibung ist raus. Trockenbauarbeiten, Wärmeverbundsysteme, Betonwerkstein- und Fliesenarbeiten sowie Schlosserarbeiten folgen. Im Dezember sollen unter anderem Heizung, Sanitär, Elektrotechnik, Lüftung und Klima sowie Fernmeldetechnik und Aufzüge ausgeschrieben werden.
Da die gesamte Verwaltung zwischenzeitlich in andere, über die Stadt verteilte Räumlichkeiten umziehen musste, entstanden Kosten für Miete, Handwerker und Netzinfrastruktur: Bis zum Stichtag 5. November 2022 summieren sich diese bislang auf etwa 850.000 Euro.

