Der langjährige Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Köln hatte zum Abschied um Spenden gebeten.
Für den SportplatzRiesenspende von 80.000 Euo geht an Siegburger Kinderheim

Vorstandsvorsitzender Alexander Wüerst (Mitte) von der Kreissparkasse Köln hat zur Verabschiedung in den Ruhestand um Spenden gebeten. 80.000 Euro kamen zusammen. Bürgermeister Stefan Rosemann (rechts) und Sonja Boddenberg
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Seit Jahren lägen ihr die Kinder in den Ohren, sagte Sonja Boddenberg. „Die Kids träumen von einem Kunstrasenplatz“, der den vorhandenen Aschenplatz ersetzen soll. Stets musste die Leiterin des Siegburger Kinderheims Pauline sagen: „Dafür haben wir kein Geld.“ Doch jetzt ist das Geld da – zumindest ein großer Brocken. Alexander Wüerst, langjähriger Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Köln, stellt für das Vorhaben insgesamt 80.000 Euro zur Verfügung.
Gäste der Feier in Köln spendeten großzügig
Fast 45 Jahre war der in Dollendorf aufgewachsene Wüerst bei der Kreissparkasse Köln beschäftigt, 20 Jahre stand er als Vorstandsvorsitzender an der Spitze des Geldinstituts. Grund genug, den Sparkassenbetriebswirt mit einer Feier im Kölner Gürzenich in den Ruhestand zu verabschieden. Geschenke aber sollte es nicht für ihn geben, hatte sich Alexander Wüerst erbeten. Vielmehr wolle er ein Projekt für Kinder unterstützen, die „in schlechten Verhältnissen aufwachsen“. Mehr als 76.000 Euro spendeten die Gäste, Wüerst selbst kündigte an, den Betrag auf 80.000 Euro aufzurunden.
Mehrere Projekte stellte die KSK-Stiftung „Für uns Pänz“ dem Vorstandsvorsitzenden vor, am Ende fiel die Wahl auf den Sportplatz des Wolsdorfer Kinderheims. „Ein Sportplatz passt gut zu meiner Vita“, sagte er bei der offiziellen Spendenübergabe. Er selbst habe als Kind „immer unter Aschenplätzen gelitten“; für Kinder und Jugendliche sei der Sport „ein Riesending“.

Alexander Wüerst rundet den Spendenbetrag aus eigenem Geld auf 80.000 Euro auf.
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Eine Einschätzung, die Sonja Boddenberg bestätigte: „Sport ist hier sehr wichtig“, berichtete sie. Der Sportplatz sei auch außerhalb beispielsweise der Fußball AG immer bespielt: „Die müssen sich bewegen und auspowern“, gerade außerhalb der Schulzeit.
Den zukünftigen Platz hat Sonja Boddenberg mit den jungen Bewohnerinnen und Bewohnern geplant. Fachplaner waren vor Ort, haben sich die Ideen angehört und einen ersten Entwurf samt Kosten vorgelegt. Viel zu teuer, stellten die Verantwortlichen fest. „Das passt auch nicht zu einer Jugendhilfeeinrichtung“, stellte Boddenberg klar. Die allerdings auch betont, wie wichtig ein gut ausgestattetes und gepflegtes Umfeld für die Kinder sei, „die so viel Schlechtes erfahren haben“.
Jedes Kind kann irgendetwas
Im Frühjahr 2027 soll der Umbau des Platzes beginnen: Für die Verarbeitung des Belags muss das Wetter stimmen. Das Fußballfeld wird mit 24 mal 15 Meter etwas kleiner sein als heute, dafür findet eine Basketballanlage auch noch Platz. Seit Olympia in Paris sei das 3x3-Basketball ungemein beliebt im Haus, erzählt Boddenberg. Vielleicht gebe das Budget am Ende auch noch her, ein Volleyballnetz einzurichten. Auf jeden Fall werde der Platz, bislang nur über eine Treppe oder einen steilen Weg zu erreichen, barrierefrei gestaltet.
Ja, es gebe Wettbewerb im Kinderheim, antwortete Sonja Boddenberg auf die entsprechende Frage des ehemaligen Sparkassenvorstands. Es gebe aber auch immer einen Fairnesspokal oder eine Auszeichnung für besonderen Einsatz. Zugleich gibt es eine Band, eine Kreativgruppe, Tanz und Basteln oder Kunstprojekte. „Jedes Kind kann irgend etwas“, sagt die Kinderheimleiterin.
