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Eigene Technik und AusdrucksmittelSiegburger Stadtmuseum eröffnet Keramikausstellung

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Gundula Gaspary und Ines Rother (re.) freuen sich auf den Beginn der Ausstellung.

Gundula Gaspary und Ines Rother (re.) freuen sich auf den Beginn der Ausstellung.

Die Preisträgerinnen und Preisträger des internationalen Keramikpreises werden am Wochenende bekannt gegeben.

Zum sechsten Mal verleiht das Siegburger Stadtmuseum den internationalen Keramikpreis. Damit werden besondere Werke aus Porzellan oder Ton gewürdigt, die bis Mitte April im Museum zu sehen sein werden.

Gundula Caspary, Leiterin des Stadtmuseums, freut sich auf den Beginn der Ausstellung am Sonntag. „Es ist eine schöne und gelungene Ausstellung geworden. Die Arbeit hatten aber vor allem unsere Mitarbeiterinnen, die die Werke in Empfang genommen und sortiert haben. Einige mussten durch den Zoll“, schildert sie. 335 Bewerbungen habe es gegeben, mehr als doppelt so viele wie bei der vorherigen Preisvergabe.

Preisträger werden am Sonntag vorgestellt

70 Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern aus 23 Ländern wurden ausgewählt. Bei der Eröffnung am Sonntagvormittag sollen auch die Preisträgerinnen und Preisträger bekannt gegeben werden, „im Beisein der meisten Künstlerinnen und Künstler, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen.“

Ines Rother ist selbst Keramikerin und freut sich, ab Sonntag viele Kolleginnen und Kollegen zu treffen. „Bei den Gestaltungsformen sehen wir noch immer das klassische Gefäß in wunderschönen Gestaltungsformen, aber auch Werke, die in der freien Kunst platziert sind. Da hat jeder sein eigene Idee oder seine eigene Handschrift“, sagt sie. Am besten ließen sich die Stücke in einer Führung erklären.

„Es ist wie mit der Malerei“, erklärt Gundula Caspary. Jeder Künstler hat eine Leinwand, einen Pinsel und legt los. Aber jeder hat auch seine eigene Technik, seine eigenen Ausdrucksmittel – so ist es auch mit der Keramik“, sagt sie. Die Kunstwerke könnten aus Ton oder Porzellan bestehen. „Je nachdem, welche Stoffe man beimischt, zum Beispiel Erden oder Metalle, wird ein ganz neues Material daraus, das man drehen, aufbauen oder modellieren kann.“

Vielfalt der Werke in der Keramik-Ausstellung in Siegburg ist groß

Die Beschäftigung mit dem Material sei ein essentieller Prozess, ehe ein Künstler oder eine Künstlerin mit der Arbeit beginne. Das erklärt auch die Vielfalt der ausgewählten Werke, die geschwungen, vielfach oder filigran gestaltet wurden. Sie bestechen durch ihre puristische Schlichtheit oder ihre plastische Bildsamkeit.

Die Ausstellungsstücke bestechen durch puristische Schlichtheit oder plastische Bildsamkeit.

Die Ausstellungsstücke bestechen durch puristische Schlichtheit oder plastische Bildsamkeit.

Auf einer langen Stecke sind unterschiedlich große Tonplatten in unterschiedlichen Abständen drapiert. „Das entspricht der Rhythmusmelodie einer Lerche“, erklärt Caspary. Einige andere Stücke sind Gefäßen nachempfunden, aber trotzdem freie Arbeiten. Sie zeigt einen besonders hohen Porzellankrug. „Das setzt höchste Professionalität heraus, da Porzellan unter seinem Gewicht bricht.“ An einer Wand hängt ein Kolibiri aus Ton, ein Stein wirkt wie ein Korallenriff. Woanders liegt ein Kranz aus eine Vielzahl ineinander geflochtener Ringe, ebenfalls aus Keramik.

„Wir haben uns in Siegburg als Keramikstadt etabliert. In der Keramik-Szene, mit allen den Museen und Stätten, erhalten wir große Wertschätzung für unsere Arbeit“, sagt Ines Rother. Die Eröffnung und Preisverleihung beginnt am kommenden Sonntag, 1. Februar, um 11.30 Uhr. Zu diesem Termin ist der Eintritt frei.