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„Von Schafen und Wölfen“Rudolf Kammler stellte in Siegburg sein neues Buch vor

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Buchvorstellung von Rudolf Kammler im Sozialpsychiatrischen Zentrum des ASB in Siegburg

Siegburg – Hoch und Tiefs im Leben, Melancholie, Einsamkeit, aber auch Empathie und Freude an kleinen Dingen wie der Weihnachtskerze in der Wohnung der Nachbarn: Aus all dem macht der Hennefer Buchautor Rudolf Kammler seine lyrischen Texte, die er selbst Balladen nennt, und in denen er sich zugespitzt und offen an seine Leser wendet. Das machte er auch, als er jetzt seinen neuen Band „Von Schafen und Wölfen: Spiegelbilder einer Gesellschaft mit autobiografischen Zügen“ im Sozial-Psychiatrischen Zentrum des Arbeiter-Samariter-Bundes am Turm vorstellte.

Aus der Freude über die Gelegenheit zur Lesung machte er keinen Hehl: Derzeit sei es praktisch unmöglich, Räume für eine Lesung zu buchen, etwa in öffentlichen Bibliotheken.

Der Hennefer Rudolf Kammler begann mit 16 Jahren mit dem Schreiben

1961 geboren, begann Kammler bereits mit 16 Jahren mit dem Schreiben und betrieb lange Jahre Firmen für Fahrradkurierdienste. Im Text „Ich wünsche mir meine Kindheit zurück“ schreibt er vom Blindschleichen- und Fröschefangen und von „Pflaumenschlachten, die wir nach der Schule schlugen, den Rest an Munition ließen wir in unseren Rucksäcken verschwinden“.

Seinen Sinn für Atmosphäre zeigt er bei einem beklemmenden Text über einen Bundeswehrsoldaten im Auslandseinsatz, der bei einem Sprengstoffanschlag sein Leben verliert. Bitter schildert Kammler, wie dem Mann schon als Kind keinerlei Respekt zuteil wurde, was sich auch nach seinem schrecklichen Tod nicht ändern sollte.

Das Schreiben als Thema

Immer wieder macht er das Schreiben an sich zum Thema, wobei es ihm weder um Preise noch  das große Geld gehe: Ein Haus oder Auto brauche er ebenso wenig wie Reichtum und Luxus, „ich bin keine Marionette, die zwingend Geld für ihr Ego braucht“. Aber seinem Leser wolle er ein Zelt bauen, „in dem Verständnis, Glaube und Vertrauen wohnen“, in dem er sich niederlassen und seine Seele baumeln lassen könne. Und er will „Menschen, die kein Sprachrohr haben, eine Stimme geben“.

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Eine gute Zeit zum Schreiben sei „Sonntagmorgen kurz vor Acht“, wenn er am Tisch sitze, mit dem Füllfederhalter in der Hand, und es ganz still sei im Haus:  „Draußen liegt ganz friedlich wie eine Decke über uns Ruhe und wohltuender Frieden, ganz sanft, ganz sacht.“

Rudolf Kammler: „Von Schafen und Wölfen: Spiegelbilder einer Gesellschaft mit autobiografischen Zügen“ ist im Rediroma-Verlag erschienen, Preis: 9,95 Euro, Innenillustrationen: Miriam Mertelsmeyer.