Der Meteorologe Dr. Karsten Brandt schreibt eine regelmäßige Kolumne über lokale Wetterphänomene. Seine Vorschau auf die ersten Maiwochen.
WettereckeDer April in Rhein-Sieg war zu kalt, der Mai wird zu trocken

Der April im Rhein-Sieg-Kreis war zu kalt, der Mai lockt mit Sonnenschein: Das Hochdruckgebiet hält sich hartnäckig, so die Prognose von Karsten Brandt.
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Der April hat in diesem Jahr etwas fast Sensationelles geschafft: Er war zu kalt. An der Wetterstation in Troisdorf am Rotter See haben wir eine Durchschnittstemperatur von nur knapp elf Grad gemessen – im Vergleich zum Mittel der letzten 20 Jahre ist das etwa ein halbes Grad zu kühl.
Die Niederschlagsmenge lag im Kreis bei 35 bis 40 Liter pro Quadratmeter und damit im üblichen Bereich für einen April. Allerdings entfielen allein auf den langen Dauerregen am 18. April gut 50 Prozent dieser Gesamtsumme. Der wärmste Tag des Monats war der 9. April, der mit fast 24 Grad schon beinahe als Sommertag durchging.
Prognose für Anfang Mai: Viel Sonnenschein und anhaltende Trockenheit
Aktuell erweist sich die Hochdrucklage über Deutschland als äußerst hartnäckig. Auch wenn es in dieser Woche zeitweise etwas wolkiger zugeht und vereinzelt sogar ein paar Tropfen Regen fallen könnten, bleibt das Grundmuster bestehen. Das Hochzentrum schwankt zwar ein wenig zwischen West und Ost hin und her, doch die dominante Luftströmung kommt weiterhin aus Nord, Nordost oder Ost.
Für den Rhein-Sieg-Kreis bedeutet das: Wir befinden uns in einer klassischen Wetterlage, die kühle, aber sehr trockene Luftmassen zu uns führt. Das ist die perfekte Konstellation für viel Sonnenschein – insbesondere mit Blick auf die ersten Maitage, die nach aktuellem Stand wieder sehr freundlich ausfallen dürften. Bis dahin gilt es jedoch, sich noch etwas zu gedulden.
Diese Medaille hat allerdings eine Kehrseite, die zunehmend Sorgen bereitet. Die anhaltende Trockenheit führt zu einem akuten Wassermangel in den Böden. Im Laufe der ersten Maiwoche wird sich die Wald- und Feldbrandgefahr im Kreisgebiet daher deutlich verschärfen. Während wir also die sonnigen Feiertage genießen, benötigt die Natur dringend Regen, der vorerst jedoch nicht in Sicht ist.

