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„Zustand nicht hinnehmbar“Aufsichtsräte der SWB fordern konkrete Ergebnisse bei Stadtbahnkrise

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Bis die Linie 66 wieder nach Königswinter und Bad Honnef fahren kann, wird wohl noch etwas Zeit vergehen.

Bis die Linie 66 wieder nach Königswinter und Bad Honnef fahren kann, wird wohl noch etwas Zeit vergehen.

Die Aufsichtsräte wollen binnen zwei Wochen einen belastbaren Plan sehen, der über Absichtserklärungen hinausgeht. 

Nach knapp zwei Monaten der andauernden Stadtbahn-Krise in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis haben die Stadtwerke Bonn Bus und Bahn (SWB) jetzt konkrete Schritte angekündigt. Verschärft hatte sich die Situation zuletzt erneut, nachdem Ende August eigentlich die ersten Bahnen wieder in Betrieb genommen werden sollten, dann jedoch nur drei Tage später wieder von der Schiene genommen werden mussten.

In einer außerordentlichen Sitzung der Aufsichtsräte der Stadtwerke am Dienstag, 8. September, forderten die Gremien von den Verantwortlichen „konkrete Ergebnisse“ ein – und zwar binnen 14 Tagen, wenn die Aufsichtsräte zur nächsten Sitzung zusammenkommen wollen. 

Derzeitiger Zustand für Fahrgäste laut Aufsichtsrat nicht länger hinnehmbar

„Nach knapp zwei Monaten Stadtbahnkrise reichen Absichtserklärungen nicht mehr aus“, sagte David Lutz, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Stadtwerke Bonn GmbH. „Unsere Geduld ist weitgehend aufgebraucht. Wir erwarten von Anja Wenmakers einen belastbaren Plan mit klaren Zuständigkeiten, konkreten Schritten und einem verbindlichen Zeitplan. In zwei Wochen wollen wir sehen, wie die Wiederinbetriebnahme verlässlich umgesetzt werden soll. “

Anja Wenmakers, Geschäftsführerin der SWB Bus und Bahn, informierte in der Aufsichtratssitzung über den aktuellen Stand der technischen Prüfungen, um die 60 fehlenden Bahnen wieder auf die Schiene bringen zu können, die Abstimmungen mit der Technischen Aufsichtsbehörde (TAB) und das weitere Vorgehen.

„Unser Ziel ist klar: Es sollen täglich geprüfte Stadtbahnen in Betrieb genommen werden“, betonte Karolin Rübo, Vorsitzende des Aufsichtsrats von SWB Bus und Bahn. „Nach Wochen erheblicher Einschränkungen ist der derzeitige Zustand für unsere Fahrgäste nicht länger hinnehmbar. Entscheidend sind nicht Ankündigungen, sondern konkrete Fortschritte auf der Schiene. Voraussetzung bleibt, dass jedes Fahrzeug die erforderlichen Prüfungen vollständig durchlaufen hat.“

Aufsichtsrat der SWB beauftragt externe Prüfung zur Aufarbeitung der Krise

Der Aufsichtsrat beauftragte außerdem eine unabhängige, externe Prüfung der Informations- und Entscheidungsabläufre im Zusammenhang mit der Außerbetriebnahme der Stadtbahnen, teilen die Stadtwerke mit. Diese Prüfung sei inzwischen angelaufen. Es solle vollständig aufgeklärt werden, wie es zu dieser Krise kommen konnte, sagte David Lutz, und wer wann welche Verantwortung getragen habe. Die externe Prüfung müsse allerdings unabhängig und ergebnisoffen erfolgen. „Wir greifen dem Ergebnis nicht vor. Sollten sich jedoch gravierende Versäumnisse, Fehlentscheidungen oder Pflichtverletzungen bestätigen, wird der Aufsichtsrat seiner Verantwortung nachkommen und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen“, so Lutz weiter. „Das schließt personelle Konsequenzen ausdrücklich ein.“

Für die aktuelle Situation bei den Stadtbahnen in Bonn und Region bedeutet das, der Status Quo ändert sich zunächst einmal nicht. Bis klar ist, wie und wann die 60 Stadtbahnen nach dem Prüfkonzept wieder auf die Schiene kommen können, bleibt es bei den massiven Einschränkungen und dem Ersatzverkehr für die Fahrgäste. 

Die Linie 66 pendelt weiter nur zwischen Vilich und Bonn Hauptbahnhof. Zwischen Vilich und Siegburg gibt es einen Bahnersatzverkehr mit den Bussen der Linie BE67. Zwischen Bonn Hauptbahnhof und Ramersdorf fahren die Busse BE68, wer nach Königswinter oder Bad Honnef möchte, solle in Ramersdorf in den Bus BE66 umsteigen. Nach Oberkassel ist die Nutzung der Stadtbahnlinie 62 bis Oberkassel Süd/Römlinghoven sinnvoll. In den BE66 steigt man am einfachsten in Ramersdorf um. Die Bahnlinien 63,67 und 68 werden derzeit nicht bedient. Der Bahnersatzverkehr BE68 verbindet das Teilstück der Linie 68 zwischen Hauptbahnhof und Ramersdorf. Wer normalerweise die Linie 63 nutzt, solle stattdessen die Linie 16 Richtung Bad Godesberg und zurück nutzen. Die Linie 67 entfällt ersatzlos.


Die Spitze der Stadtwerke solle zudem wieder personell vervollständigt werden, gab der Aufsichtsrat bekannt. Ein Fokus solle dabei auf den Gesellschaften SWB Bus und Bahn und SWB Energie und Wasser liegen. Die Aufsichtsräte hätten deshalb den Bonner Oberbürgermeister Guido Déus gebeten, mit Rhein-Sieg-Landrat Sebastian Schuster und der Beteiligungsgesellschaft BRS Gespräche über die zukünftige Aufgabenverteilung zu führen. (at)