Die Postbank hat ihre Niederlassung in der größten Stadt des Rhein-Sieg-Kreises geschlossen und zieht sich komplett aus der Präsenz dort zurück.
Auch kein GeldautomatAn der Troisdorfer Poststraße gibt es keine Post mehr

In Troisdorf hat die Postbank die Filiale an der Poststraße geschlossen. Der Partnershop für klassische Postdiensteistungen an der Kölner Straße liegt fast einen Kilometer weit entfernt.
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An der Poststraße gibt es keine Post mehr. Was die Troisdorfer bis zum 20. Januar gegenüber dem Bahnhof aufsuchen konnten, war aber sowieso schon länger keine Post mehr, sondern eine Filiale der Postbank. Darauf legt das Unternehmen wert, das die Schließung zum 20. Januar angekündigt hatte. Mit der Schließung sei aber auch der einzige Geldautomat verschwunden, den Troisdorfer Kunden von Postbank – seit geraumer Zeit schon unter dem Dach der Deutschen Bank –, der Commerzbank und Hypovereinsbank unentgeltlich nutzen konnten, erklärte die FDP/UWG-Fraktion im Troisdorfer Stadtrat. Eine Tatsache, die auch eine Online-Recherche bestätigt.

Der Partnershop an der Kölner Straße liegt fast einen Kilometer von der alten Postbank-Niederlassung entfernt.
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Die „öffentliche Daseinsvorsorge“ in Troisdorf sei „gravierend betroffen“ schrieb der Fraktionsvorsitzende Tobias Kollmorgen. „Bargeld ist Freiheit und insbesondere für ältere Menschen mit das wichtigste Zahlungsmittel.“ Von der Stadtverwaltung wolle die Fraktion wissen, ob es Ideen gebe, wie zumindest ein Geldautomat der Cash-Group in der größten Stadt des Rhein-Sieg-Kreises gesichert werden könne.
Postbank verweist auf Alternativen in Troisdorf oder Siegburg
Die fortschreitende Digitalisierung und das veränderte Kundenverhalten nennt das Geldinstitut als Grund für die Schließung; Mobil- und Onlineangebot würden immer stärker genutzt, außerdem die persönliche Beratung am Telefon oder per Video. Und das, so Postbank-Sprecher Oliver Rittmaier, „über alle Altersgruppen hinweg.“ Die stationären Angebote der Filialen seien immer weniger gefragt.
Mittelfristig werde die Postbank zu einer „Mobile First“-Bank umgebaut, teilte das Unternehmen mit; dennoch werde darauf geachtet, „dass wir in Ballungsgebieten und auch in der Fläche weiterhin gut vertreten sind“. Flächendeckend stelle die Postbank auch die Versorgung mit Bargeld sicher: Über den Cashback-Bargeldservice im Einzelhandel, der eine Abhebung von 200 Euro erlaubt, und den Bargeld-Code als Funktion der Postbank-App. Damit sind Abhebungen bis annähernd 1000 Euro möglich. Für die persönliche Beratung in einer Filiale müssen die Kunden jetzt nach Siegburg fahren.
„Wenn wir eine Filiale schließen, ziehen wir uns vollständig aus dem jeweiligen Standort zurück“, so Postbank-Sprecher Oliver Rittmaier, das gelte auch für die Selbstbedienungsgeräte. Und für das Angebot von klassischen Postdienstleistungen außerhalb von Kiosken und anderen Partnerfilialen. Denn: „Postbank und Deutsche Post/DHL sind seit vielen Jahren zwei verschiedene Unternehmen“, schon seit den 1990er Jahren betreibe die Post keine eigenen Filialen mit unternehmenseigenem Post-Personal mehr.
Postbank sprach in Troisdorf keine betriebsbedingten Kündigungen aus
Es habe wegen der Schließung der Postbank Troisdorf keine betriebsbedingten Kündigungen gegeben, alle Kundenberater würden unverändert beschäftigt: in anderen Filialen oder einem der „Regionalen Beratungscenter“, die für eine Beratung am Telefon oder per Video aufgebaut werden.
Das Angebot an Post- und Paketdienstleistungen bleibe aber „in unmittelbarer Nähe“ bestehen, hieß es in einer ersten Mitteilung: in der Partnerfiliale am südlichen Ende der Kölner Straße nämlich, gegenüber dem Happy Franky. Auf den Hinweis, dass zwischen den beiden Adressen fast ein Kilometer Fußweg liegt, reagierte das Unternehmen, sprach von einer Partnerfiliale „in der Nähe“.

