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Viele BeschwerdenTroisdorfer Bürgermeister stoppt Verkehrsversuch nach einem Tag

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Bürgermeister Biber hat den Verkehrsversuch an der Kreuzung Im Zehntfeld/ Schopenhauerstraße in Oberlar nach 24 Stunden gestoppt

Bürgermeister Biber hat den Verkehrsversuch an der Kreuzung Im Zehntfeld/ Schopenhauerstraße in Oberlar nach 24 Stunden gestoppt. Am Mittwochachmittag war die Durchfahrt für Autos aber noch nicht wieder möglich.

Die Sperrung einer Kreuzung in Oberlar sollte Straßen im Wohngebiet vom Durchgangsverkehr entlasten.

Als Verkehrsversuch war das Unterfangen gestartet, doch nach wenigen Stunden war es wieder zu Ende. Bürgermeister Alexander Biber hat am Dienstag entschieden, den Verkehrsversuch an der Kreuzung Schopenhauerstraße/Im Zehntfeld in Troisdorf-Oberlar zu beenden. Dort war tags zuvor eine sogenannte Diagonalsperre errichtet worden, um den Durchgangsverkehr zu unterbinden.

Bürgermeister Alexander Biber hat den Verkehrsversuch an der Kreuzung Schopenhauerstraße / Im Zehntfeld gestoppt; Poller wurden nach 24 Stunden wieder demontiert

Die an der Kreuzung montierten Poller wurden nach 24 Stunden wieder entfernt.

Diese Strecke werde häufig als Abkürzung zwischen der Innenstadt und dem Willy-Brandt-Ring sowie den Verbrauchermärkten in der Umgebung der Kreuzung Spicher Straße/Im Zehntfeld genutzt, hatte die Verwaltung Ende April mitgeteilt. Aus dem Wohngebiet, zum Beispiel auch aus der Agnesstraße, gebe es schon seit Jahren Beschwerden über zu hohe Verkehrsbelastung, zu hohe Geschwindigkeiten, Fahren über den Gehweg oder Beschädigungen an geparkten Fahrzeugen.

Bürgermeister sprach mit Nachbarn und Autofahrern

Beschwerden gab es offenbar aber auch nach der Montage der Poller an der Kreuzung. Schnell hätten sich die Beschwerden gehäuft, so Biber auf Anfrage. Er habe sich daraufhin die Situation vor Ort angesehen, außerdem mit Autofahrern und Menschen aus der Nachbarschaft gesprochen. „Unter Abwägung aller Aspekte“, so der Bürgermeister, habe er sich entscheiden, den Verkehrsversuch sofort zu beenden.

Die Diagonalsperre habe nicht nur zur Folge, dass die Nahversorger Lidl, Aldi und Hit am Rotter See schwieriger zu erreichen seien, hieß es in der Stellungnahme Bibers am Mittwoch. Insbesondere für ältere und gehbehinderte Menschen sowie andere auf das Auto angewiesene Mitbürgerinnen und Mitbürgern sei die Sperre eine überflüssige Barriere gewesen. Auch die Auswirkungen auf die örtlichen Gewerbetreibenden seien seiner Einschätzung nach „nicht ausreichend berücksichtigt“ worden.

Während der Testphase sollte ermittelt werden, in welchen Straßenabschnitten sich Entlastungen ergeben, ob und in welchem Umfang der Verkehr auf benachbarte Straßen ausweicht. Anwohnerinnen und Anwohner hatten dem Vorhaben schon von Anfang an kritisch gegenüber gestanden: Die Sperrung verdränge Verkehr in Straßen, an denen Kitas und Grundschulen liegen; der ins Feld geführte Schwerverkehr aus dem Reifenhäuser-Werk erreiche über die Bonner Straße wesentlich schneller und einfach die Autobahn, sagte ein Oberlarer. Ein Plan, mit alternierendem Parken die Fahrt durch die Agnesstraße unattraktiv zu machen, sei indes nie umgesetzt worden.

Wir haben uns schon gewundert, was das soll
Ein Passant und FedEx-Mitarbeiter

„Wir haben uns schon gewundert, was das soll“, kommentierte auch ein Fed-Ex-Mitarbeiter die Sperrung. Wer zum Beispiel nach rechts in die Schopenhauerstraße abbiege, könne ausschließlich im Kreis fahren und lande über die Haberstraße – wo es eine Kita gibt – wieder auf der Straße Im Zehntfeld. Zum Zeitpunkt unseres Gespräches waren allerdings die Poller schon wieder verschwunden: Am Mittwochmorgen bereits wurden sie entfernt, die entstandenen Löcher wieder geschlossen. Am Nachmittag zeugte ein dunklerer Streifen von der Baustelle, mobile Sperren verhinderten zunächst noch die Fahrt über die frische Fahrbahndecke.

Bürgermeister Biber hat den Verkehrsversuch an der Kreuzung Im Zehntfeld Schopenhauerstrraße in Oberlar nach 24 Stunden gestoppt

Die geflickte Fahrbahndecke zeigt den Verlauf der Diagonalsperre.

Das Hin und Her um die Diagonalsperre fand ein reges Echo in den sozialen Medien, in den Kommentaren wurde dem Bürgermeister und der Verwaltung gleichermaßen die Verschwendung von Steuergeld vorgeworfen. Verwaltungschef Biber verteidigte sich in einer Stellunahme: „Als Bürgermeister wird mir nicht jedes Geschäft der laufenden Verwaltung zur Entscheidung vorgelegt“, ließ er mitteilen. Auch auf die Frage nach den Kosten gab das Rathaus Auskunft: „Die entstandenen Kosten liegen bei rund 1800 Euro“, die ursprünglich verbauten Poller könnten wiederverwendet werden.

Das Ziel der Sperrung, die Wohnstraßen in Oberlar zu entlasten und Verkehre auf den Willy-Brandt-Ring und die Spicher Straße umzuleiten, bleibe sinnvoll, hieß es aus dem Rathaus. Nun müsse geprüft werden, ob es erreicht werden kann, ohne Wegeverbindungen komplett zu kappen. Zu bedenken sei dabei, dass der Landesbetrieb Straßen NRW „in absehbarer Zeit“ die Spicher Straße voll sperren lässt: Mit dem Anschluss an die Autobahn 59 wird dann der letzte Bauabschnitt der L332n verwirklicht.