Die Stücke der Formation „Initial Conditions“ entstehen spontan aus dem Moment heraus und faszinierten das Publikum.
GrenzüberschreitungenFestival Experimentale in Troisdorf bot außergewöhnliche Klangerlebnisse

Die Formation „Initial Conditions“ faszinierte beim Festival Experimentale.
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Es begann mit einem leisen Scharren auf den Saiten des Cellos, das wenig später von der Bassklarinette aufgegriffen und verdichtet wurde. Schritt für Schritt fanden die sieben Mitglieder der Formation „Initial Conditions“ beim Festival Experimentale im Kunsthaus Troisdorf zueinander und schufen ein facettenreiches Klangerlebnis, das noch lange nachhallte.
Kaum zu glauben, dass diese versierten jungen Musikerinnen und Musiker erst wenige Male gemeinsam aufgetreten sind. Was João Gato (Altsaxophon), Till Müller (Bassklarinette), Lara Fleischer (Cello), Ronja Sophie Putz (Violine), Samuel Dietze (Schlagzeug) und Marina Schlagintweit (Live-Elektronik) auf die Bühne brachten, sprengte Genres und Erwartungen. Die leider viel zu wenigen Zuhörer verfolgten fasziniert, was sich vor ihren Augen und Ohren entfaltete.
Stücke wachsen spontan aus Zusammenspiel der Musiker
Was diese Musikschhaffenden auf die Bühne bringen, entwickelt sich aus dem Moment heraus und bestimmt den Verlauf des Konzerts. Die Stücke entstehen nicht nach einem festen Plan, sondern wachsen spontan aus dem Zusammenspiel der Beteiligten. Klänge verdichten sich, lösen sich wieder auf und nehmen immer neue Formen an.
Einen besonderen Reiz erzeugt das Zusammenwirken kammermusikalischer Elemente mit Strukturen des Jazz und der Live-Elektronik. Tatsächlich gelingt die Verbindung von Holzbläsern und Streichern mit dem stärker jazzorientierten Klavier und Schlagzeug mühelos. So bewegt sich das Ensemble in einer Zwischenwelt aus Klassik, Jazz, Improvisation und elektronischer Musik, die stets wohldosiert eingesetzt wird.
Erstmals auch größere Ensembles beim Festival stärker vertreten
Die Atmosphäre im Kunsthaus, zusätzlich aufgewertet durch die neue Beleuchtungsanlage, tat ihr Übriges. Die Zuhörer saßen so nah an den Musikern, dass sie die Bögen über die Cellosaiten kratzen und die Ventile der Bassklarinette klappern hören konnten. Selbst die meisten renommierten Jazzclubs können eine solche Nähe nicht bieten.
Vor den letzten beiden Konzerten des Festivals zeigte sich Gründer und Organisator Frank Baquet zufrieden: „Bei den Zuschauerzahlen ist noch Luft nach oben, aber ich denke, von der Qualität her passt alles.“
Erstmals waren auch größere Ensembles stärker vertreten. Den Auftakt des Festivals bildete das Wooli Duo, dessen Musik vor allem auf traditionellen ostasiatischen Klängen basiert. Es folgte das deutsche Trio „Triple Dance“. Den Abschluss sollte ein Doppelkonzert von KIND sowie Nicklas Koppe & Gervasio Tarragona Valli bilden.
2027 feiert das Festival sein zehnjähriges Bestehen. Aus diesem Anlass will Frank Baquet noch einmal den Bogen zu den Anfängen schlagen und nachzeichnen, welche Entwicklung die damaligen Musiker seit ihrem Auftritt in Troisdorf genommen haben.
