War es ein Revanchefoul? Ein Schlag nach einem Spiel in der Kreisliga B brachte einen Troisdorfer Torjäger vor Gericht.
„Ich bin kein Schläger“Foul nach Abpfiff brachte Troisdorfer Torjäger vor Gericht

Das Spiel war gewonnen, da teilte der Torjäger aus. Das Foul hatte vor dem Amtsgericht ein Nachspiel. (Symbolbild)
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Es war das Aufstiegsderby, der SV Müllekoven konnte den 2:1-Erfolg feiern. Doch der maßgebliche Mann auf dem Platz sorgte für Bestürzung. Er schlug nach dem Abpfiff einem Gegenspieler vom SV Kriegsdorf ins Gesicht, so dass dieser verletzt zu Boden fiel. Die Sache landete nicht nur vor dem Sportgericht, sie hatte auch ein Nachspiel vor dem Siegburger Amtsgericht.
„Ich bin kein Schläger“, beteuerte der Angeklagte. Er habe reflexhaft ausgeholt, nachdem er von hinten ein Faust gegen die Rippen bekommen habe. Nach dem Sieg sei er bester Stimmung gewesen, schilderte der 28-jährige Torjäger, weder sauer noch aggressiv, „dazu hatte ich keinen Grund“. Denn sein Team hatte kurz vor Schluss den Ausgleichtreffer erzielt und in der Nachspielzeit, in der 95. Minute, das entscheidende Tor zum Sieg - und somit zum Aufstieg.
Troisdorfer Trainer schilderte hitziges Derby
Das Derby zwischen den beiden Dorfmannschaften sei schon immer emotional gewesen, nicht nur seitens der Spieler. Auch aus dem Publikum sei wie stets provoziert worden, schilderte der Trainer des Aufsteigers im Zeugenstand. Den Schlag des Kriegsdorfers gegen seinen Mann „habe ich gesehen“. Nur mit Mühe habe er eine weitere Eskalation verhindern können.
Der Geschädigte indessen, ein 24-jähriger Student, beteuerte, nichts gemacht zu haben. Der Schlag vom Gegner in sein Gesicht sei unvermittelt gekommen, „ich bin zusammengeklappt, meine Wange schwoll sofort stark an“, sechs Wochen lang habe er Beschwerden gehabt. Ein Mitspieler von der Ersatzbank, vom Geschädigten als Zeuge benannt, konnte nichts zur Wahheitsfindung beitragen, er hatte lediglich gesehen, wie sein Mannschaftskamerad zu Boden ging.
Vor dem Sportgericht erhielten beide eine Rot-Sperre, der Angeklagte eine längere. Von der Staatsanwaltschaft flatterte ihm danach ein Strafbefehl über 1500 Euro wegen Köperverletzung ins Haus, fast ein Nettogehalt für den Garten- und Landschaftsbauer. Er legte Einspruch ein, so dass der Prozess folgte.
Ein Schritt, der sich für ihn lohnte. Denn Richter Hauke Rudat stellte das Verfahren gegen eine Auflage ein: Der Kicker muss 500 Euro ans Siegburger Kinderheim zahlen, womit er sich einverstanden erklärte. Die Kontrahenten sind sich seitdem nicht mehr begegnet, da Müllekoven in die Kreisliga A aufgestiegen ist. Das könnte sich künftig ändern: Kriegsdorf steht in der Kreisliga B derzeit, drei Spieltage vor Saisonende, auf dem ersten Platz.
