Der Einzelhandelsverband Bonn Rhein-Sieg Euskirchen hat die Ergebnisse einer Leerstandserhebung für die Troisdorfer Innenstadt vorgelegt.
LeerstandserhebungTroisdorfer Innenstadt ist mit Problemen nicht allein

Die Messung von Passantenfrequenzen erklärten Trowista-Chef Alexander Miller (rechts) und Wirtschaftsförderer Stephan Frings.
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Die Ergebnisse einer Leerstandserhebung in der Troisdorfer Innenstadt haben der Einzelhandelsverband Bonn Rhein-Sieg Euskirchen und die Troisdorfer Wirtschaftsförderungsgesellschaft Trowista vorgelegt. Sie weisen für die Troisdorfer City 30 leerstehende Ladenlokale aus – bei insgesamt 282 erfassten Erdgeschossbetrieben aus. Das entspricht einer Leerstandsquote von 10,6 Prozent.
Erfasst wurden erdgeschossige Gewerbeeinheiten mit Bezug zum öffentlichen Raum. Die Erhebung bildet damit eine Momentaufnahme ab. „Nicht jeder gezählte Leerstand ist dabei gleich zu bewerten“, erklärten die Autoren der Erhebung: Manche Flächen befänden sich in einer Übergangsphase oder es gebe bereits Gespräche über eine Nachnutzung,. Andere Immobilien werden umgebaut oder stehen vor einer Neuvermietung. Aber: „Andere Leerstände sind anspruchsvoller, etwa aufgrund von Lage, Größe, Zuschnitt oder Investitionsbedarf.“
Leerstand in Troisdorf ist nicht gleichmäßig verteilt
Braucht es neue Ideen für einen Standort? Dort, so Zentrenmanager Stephan Frings von der Trowista, setzten seine Aufgaben an: „Mit Präsenz vor Ort, Kontakt zu Eigentümerinnen und Eigentümern sowie Unterstützung für Interessierte“.
Leerstände in Troisdorf verteilen sich nicht gleichmäßig über die Innenstadt, sondern konzentrieren sich auf einzelne Abschnitte. Zugleich gibt es Lagen, die derzeit keinen Leerstand aufweisen. Gegenüber früheren Troisdorfer Zählungen mit über 40 Leerständen sei die absolute Zahl zurückgegangen, so die Mitteilung. Allerdings war der damalige Untersuchungsraum etwas anders definiert. Auffällig bleibe zugleich die gestiegene Fluktuation: Geschäftsaufgaben, Neuansiedlungen und Konzeptwechsel treten häufiger auf als früher.
Diese Entwicklung ist laut Trowista und Einzelhandelsverband nicht allein lokal zu erklären. Innenstädte stehen bundesweit unter Veränderungsdruck: Einkaufsverhalten, Onlinehandel, steigende Kosten, Fachkräftemangel und Nachfolgefragen machen das Leben schwer.

In der Troisdorfer Innenstadt weist die Erhebung 30 leerstehende Ladenlokale aus.
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„Die Erhebung von Leerständen ist für uns eine wichtige Momentaufnahme. Sie zeigt Handlungsbedarfe, aber sie zeigt nicht die ganze Geschichte einer Innenstadt. Troisdorf steht wie viele Städte vor einem Strukturwandel, den wir nicht vollständig aufhalten, aber aktiv gestalten können: mit Daten, Dialog, Förderinstrumenten und einer klaren Strategie für die unterschiedlichen Lagen“, so Alexander Miller, Geschäftsführer der städtischen Wirtschaftsförderung.
Innenstadtentwicklung ist Daueraufgabe in Troisdorf
Im dauerhaft etablierten Zentrenmanagement bündelt die Trowista die Ansprache von Eigentümerinnen und Eigentümern, die Vermittlung zwischen Immobilienanbietern und Interessierten, die Unterstützung bei Nachfolgen, die Nutzung von Förderprogrammen sowie die enge Abstimmung mit Stadtverwaltung, Handel, Gastronomie und weiteren Innenstadtakteuren. Dabei arbeiten die Wirtschaftsförderung auf der Grundlage des Masterplans Innenstadt. Es gibt den Zentrenbeirat und die kontinuierliche Passantenfrequenzmessung, die seit 2023 in den Troisdorfer Zentren erfolgt.
Ziel der Trowista sei es, Leerstand nicht nur zu erfassen, betonen Miller und Frings. Vielmehr wollten sie Entwicklungen frühzeitig sichtbar machen und gemeinsam mit den Beteiligten passende Lösungen für die unterschiedlichen Lagen unterstützen. Dabei könne die Wirtschaftsförderung private Mietentscheidungen und übergeordnete Markttrends nicht ersetzen. Sie könne aber dazu beitragen, Transparenz zu schaffen, Kontakte herzustellen, Fördermöglichkeiten zu nutzen und tragfähige Nutzungen für die Innenstadt zu ermöglichen.