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Troisdorf/Niederkassel/Köln
Das sind die drei Varianten für eine Umgehung L274n

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Straßenbau (Symbolfoto)

Straßenbau (Symbolfoto)

Troisdorf/Niederkassel – Eine bessere Anbindung der Orte am Rhein ist das Ziel, ohne freilich die anderen Ortschaften mehr zu belasten:

Neue Bewegung ist in die schon Jahrzehnte dauernde Diskussion um die Umgehungsstraße L 274  n gekommen. Verschiedene mögliche Varianten für eine Trasse hatten Fachleute im Auftrag der Städte Niederkassel, Troisdorf und Köln untersucht.

Drei Varianten

Variante 1 sieht einen Neubau von der Liburer Straße zur B 8 mit einer neuen Querung der Bahngleise vor, Variante 2 den Neubau von der L 269 durch die Spicher Seen zur B 8 bei Nutzung der bestehenden Unterführung an der Belgischen Allee in Spich. Bei Variante 3 schließlich würde ein Neubau direkt an die A 59 angeschlossen, bei einer noch zu errichtenden Tank- und Rastanlage „Liburer Heide“.

Zehn Prozent pauschalen Verkehrszuwachs haben die beauftragten Gutachter angenommen, außerdem den neuen Logistikstandort bei Evonik in Lülsdorf mit eingeplant. Entlastung, so ihr Fazit beim Vortrag im Troisdorfer Ausschuss für Umwelt und Verkehr, bringen alle drei untersuchten Möglichkeiten.

Allerdings profitierten die Orte unterschiedlich stark, eine Vorzugsvariante könne man daraus nicht ableiten. Sinnvoll bleibe das Vorhaben auch beim Bau einer verlängerten Autobahn 553, betonten die Referenten; vor allem für Ranzel sei es aber von entscheidender Bedeutung, an welcher Stelle die Umgehung an die Autobahn angeschlossen werde.

Umweltrisiken betrachtet

Die benötigte Leistungsfähigkeit indes zeigten nur die Varianten 1 und 2, führten die Fachleute aus, für Lösung 3 konnten sie das nicht nachweisen. Bei den Kosten lagen die Varianten 1 und 3 mit etwa elf Millionen Euro in etwa gleichauf, Lösung 2 wäre um drei Millionen Euro teurer.

Dazu, dass am Ende die Lösung 1 am besten abschneidet und auch von den Troisdorfer Kommunalpolitikern als „Vorzugsvariante“ verabschiedet wurde, trägt erheblich die Umweltrisikoanalyse bei, die ebenfalls Bestandteil der Bewertungsmatrix war. Weil sie Naturschutzgebiete berührten und Ausgleichsflächen durchschnitten, erhielten die Varianten 2 und 3 hier die schlechtesten Noten – auch wenn die Variante 1 nicht ohne Lärmschutz auskommt.

Am Ende der Begutachtung stand ein Blick auf die Möglichkeiten, das Vorhaben auch zeitnah zu verwirklichen: Solange für die geplante Autobahn 553 das sogenannte Linienbestimmungsverfahren nicht beendet ist – und das, so der städtische Verkehrsplaner Thomas Marner, werde mindestens fünf Jahre dauern – fallen alle Flächen aus, die für das Autobahnprojekt in Frage kommen.

„Deutlich schneller realisierbar“ nannten die Gutachter die Möglichkeit 1, da sie unabhängig von den Planungen der Autobahn ist.

Einstimmig machten daher auch die Mitglieder des Troisdorfer Ausschusses diese Lösung zu ihrem Favoriten. Obwohl sie die Trasse mit der geringsten Entlastung für Troisdorf ist. „Aber die einzige, die zeitnah realistisch ist“, wie Ausschussmitglied Uwe Göllner sagte.