In Troisdorf wird seit Jahren über Sanierung oder Neubau einer Mehrzweckhalle für den Stadtteil Altenrath debattiert. Nicht immer souverän.
Reaktion auf BürgerantragSchlechter Stil im Troisdorfer Stadtrat

Über die Sanierung der alten Josef-Schumacher-Halle oder einen Neubau in Altenrath wird seit vielen Jahren diskutiert.
Copyright: Dieter Krantz
In ganz Troisdorf bekommt die CDU seit vielen Jahren stabile Mehrheiten. In ganz Troisdorf? Nein, ein kleines Dorf am Rande des Stadtgebiets wählt seit Jahrzehnten mit deutlicher Mehrheit die SPD. Verfolgt man die Diskussion der vergangenen Jahre über die Mehrzweckhalle im Stadtteil Altenrath, so ist man versucht zu glauben, dass CDU-Fraktion und Bürgermeister den Menschen im Heidedorf dafür die Quittung ausstellen.
Jüngstes Beispiel: Anders als es guter Brauch ist, wenn Zuschauer in großer Zahl zu Sitzungen erscheinen, wollte der Bürgermeister den Bürgerantrag der Altenrather Vereine nicht etwa an den Anfang der Tagesordnung stellen, sondern erst nach der erwartbar zeitaufwendigen Beratung anderer Themen aufrufen. Ganz schlechter Stil!
Dass man jetzt mit einer Sanierung schon fertig wäre, wenn man früher begonnen hätte, wie es CDU-Fraktionschef Friedhelm Herrmann vortrug, ist eine Binsenweisheit – das gälte nämlich auch für einen Neubau, der übrigens vor Jahren auch erheblich billiger gewesen wäre. Und dass das Grundstück in der Ortsmitte weder die Vereine noch die SPD jemals für sich reklamiert haben, sollte Herrmann, der seit vielen Jahren im Stadtrat sitzt, eigentlich auch wissen.
Staunen macht überdies ein angebliches Nicht-Wissen der Verwaltungsspitze beim Thema Mehrzweckhalle. Da erklärte der Bürgermeister zunächst, es sei weder für Sanierung noch Neubau Geld im Haushalt, und wer das ändern wolle, riskiere es, eine Kita nicht zu bauen oder eine Schule nicht zu sanieren. Auf Nachfrage äußerten dann Bürgermeister und Kämmerer, sie wüssten aus dem Kopf nicht zu sagen, ob es einen Ansatz gebe.

