Nach dem Weggang von 22 Spielerinnen aus dem Jugendbereich setzt der Verein auf einen Neuanfang, spielerisch auf niedrigerem Niveau.
Nach 22 AbgängenSportfreunden Troisdorf steht schwierige Saison im Mädchenfußball bevor

Das Mädchentraining bei den Sportfreunden Troisdorf wird auf neue Füße gestellt.
Copyright: Ralf Rohrmoser-von Glasow
Erstmals haben die Sportfreunde Troisdorf ihre Zahl von Spielerinnen genannt, die mit einer dreimonatigen Sperre belegt wurden. 22 Abgänge hat es nach Angaben von Jugendleiterin Roswitha Klein gegeben. Der Vorgang hatte hohe Wellen geschlagen. „Geht jemand so geschlossen weg, dann sperren wir“, sagte sie im Gespräch mit dieser Zeitung. Einige andere Fußballerinnen wären zu verschiedenen Vereinen gewechselt, ohne dass sie mit einer Sperre belegt worden wären.
„Wir sind spielfähig, aber das Niveau sinkt“, beschrieb sie die Perspektive der Sportfreunde. Doch mit Andreas Billetter soll das Training auf neue Füße gestellt werden. Der 49-Jährige hat die A-Lizenz und hat schon mit Ex-Nationalspielerin Inka Grings beim MSV Duisburg trainiert. Er hat nach eigenen Worten eine hohe Affinität zum Frauenfußball. Mit anderen Trainern hatte er ein Konzept entwickelt, das von der Jugendleitung und anschließend dem Vorstand abgesegnet wurde.
Wir wollen Mädchen im Verein halten, wo es geht.
„Wir haben nichts an der sportlichen Ausrichtung geändert“, argumentierte er gemeinsam mit Klein. Die Bedingungen seien verbessert worden, „die Jungs mussten was abgeben“. Das traf Sponsoring genauso wie Belegungszeiten auf den Plätzen. „Wir wollen Mädchen im Verein halten, wo es geht“, versicherte Billeter. „Wir hoffen, dass wir die Abgänge bis Weihnachten ausgleichen können.“ Jede Woche gebe es Neuanmeldungen.
Ziel sei es, Mädchen aus den eigenen Reihen für die Mannschaften auszubilden, die auf das Großspielfeld wechseln. Die Kooperation der Vereine sei gut und wichtig. „Wir profitieren von Andreas’ Netzwerk“, freute sich Klein, die durchaus die Arbeit des Trainers, der gegangen sei, zu schätzen weiß. „Es tut mir ein Stück weit leid“, erklärte Billetter zu den Sperren, „aber Handeln hat auch Konsequenzen.“
Denn die Sperren seien angekündigt worden, so Klein. „Als Verein werden wir sonst erpressbar“, würde nicht umgesetzt, was vorher gesagt worden sei. Jetzt aber geht der Blick nach vorne.

