Vor den Haupteingang und in die Briefkästen wurde eine stinkende Flüssigkeit geschüttet.
Einsatz am RathausVerdacht auf Buttersäure in Troisdorf – vier Mitarbeitende im Krankenhaus

Verdacht auf Buttersäure: Am Montagmorgen (23. März) ist vor dem Troisdorfer Rathaus und in die Briefkästen eine stinkende Flüssigkeit entdeckt worden.
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Am Troisdorfer Rathaus hat eine bislang unbekannte Person eine stark stinkende Flüssigkeit verschüttet. Die Stadtverwaltung geht von Buttersäure aus. Vier Mitarbeitende musssten im Krankenhaus behandelt werden. Feuerwehr und Polizei waren am Montagmorgen vor Ort, der Betrieb des Rathauses lief aber weiter.
Wie Stadtsprecher Marc Eickelmann berichtet, wollte eine Mitarbeiterin der Poststelle am Montagmorgen gegen 6 Uhr die Briefkästen leeren und die Post sortieren. „Dabei hat sie einen stechenden Geruch wahrgenommen.“ Die Feuerwehr kam zur Erkundung hinzu und alarmierte die Messgruppen des Rhein-Sieg-Kreises.
Die betroffenen Briefe sollen nun im Labor untersucht werden
Aus mehreren Städten kamen Einheiten herbei, um den Stoff zu untersuchen. „Sehr wahrscheinlich handelt es sich um Buttersäure. Diese wurde in die Briefkästen und vor dem Eingang verschüttet, auch einige Briefe sind betroffen“, sagte Eickelmann. Die Briefkästen und der Eingang wurden mit Flatterband abgesperrt. Einige Briefe seien im Rathaus verteilt worden. „Wir werden sie zusammen mit der Polizei öffnen, weil vielleicht ein Bekennerschreiben darunter sein könnte.“
An den Briefkästen befinden sich auch die Einwürfe für die einzelnen Ratsfraktionen. Ob die Attacke einer bestimmten Partei galt, konnte Eickelmann nicht sagen. „Wir vermuten, dass die Substanz bei der CDU und den Grünen eingefüllt wurde, aber die Briefkästen sind einfach ganz oben.“ Die Briefe würde in einem Labor untersucht werden.

Die Briefkästen vor dem Rathaus wurden verschlossen.
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Die Mitarbeiterin der Poststelle wurde wie drei weitere Angestellte, die über Kopfschmerzen und Übelkeit geklagt hatten, vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Alle konnten es aber bereits wieder verlassen. Die Substanz habe sich weitestgehend verflüchtigt, so Eickelmann. „Die Feuerwehr hat eine Konzentration von 0,2 ppm festgestellt.“ Ppm steht für „parts per million“, also ein Millionstel. Am Vormittag rückten die Einsatzkräfte ab. Der Eingang des Rathauses blieb gesperrt, bis eine Fachfirma die Substanz, die in der Nähe der Briefkästen noch immer zu riechen war, beseitigt hatte. Eickelmann: „Der Betrieb im Rathaus lief normal weiter, die Bürgerinnen und Bürger konnten das Gebäude auf der Rückseite betreten. Termine im Bürgeramt waren ebenfalls nicht betroffen.“
Wer dafür verantwortlich ist, muss die Polizei klären. Ebenso sei der genaue Zeitpunkt noch zu klären, sagte ein Sprecher vor Ort. Entdeckt wurde die Buttersäure am Montagmorgen gegen 7 Uhr. Der Staatsschutz, der bei politischen Straftaten aktiv wird, sei informiert worden, weil die Fraktionsbriefkästen betroffen waren. Ob er die Ermittlungen übernehme, sei noch nicht klar. Hinweise nimmt die Polizei unter 02241/541-3221 entgegen.
Das ist Buttersäure
Bei Buttersäure handelt es sich um eine farblose Flüssigkeit, die durch das Fermentieren von Zucker oder Stärke gewonnen wird. Der Geruch ist intensiv, erinnert an Erbrochenes und ist durch handelsübliche Reinigungsmittel oder Lüften nicht zu beseitigen. Die Dämpfe reizen in höheren Konzentrationen die Augen und die Atemwege. Häufig muss der Boden ausgetauscht werden.

