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30-jähriges BestehenTroisdorfer Jugendfeuerwehr trainiert für Ernstfall mit Flammen und Verletzten

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Mit dem Schlauch auf echte Flammen zu zielen, war für die Jugendlichen ein wahres Highlight.

Mit dem Schlauch auf echte Flammen zu zielen, war für die Jugendlichen ein wahres Highlight.

Zur Jahresübung war auch die Jugendfeuerwehr aus Troisdorfs Partnerstadt Heidenau in Sachsen gekommen. 

Zuschauer, die bei den Löscharbeiten ihre Handys zücken, schätzen aktive Feuerwehrleute gar nicht. Anders ist das, wenn die Jugendfeuerwehr zu Werke geht. Bei der Jahresübung der Troisdorfer Jugendfeuerwehr waren Eltern, Geschwister, Freunde und Großeltern ausdrücklich willkommen. Sie beobachteten, wie die Kinder und Jugendlichen einen fiktiven Großbrand am Georg-Kerschensteiner-Berufskolleg in Sieglar löschten.

Der Sieglarer Jugendfeuerwehr war das Heimspiel zuteil geworden, weil sie in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen feiert. „Die Jahresübung ist der einzige Termin, an dem die Troisdorfer Jugendfeuerwehr in kompletter Stärke zusammenkommt“, sagte Stefan Kuhl, stellvertretender Einheitsführer in Sieglarer. Er hatte die Übung geplant und erläuterte am Mikrofon die Schritte der Jugendlichen im Einsatz. Die Verantwortlichen hatten sich einiges ausgedacht, um die Übung zu einem Highlight werden zu lassen.

Feuerwehr simuliert Großbrand für Übung mit Gasfackeln

Mit Blaulicht und Martinshorn wurden die Jugendfeuerwehrleute zum Einsatzort gefahren, vom Dach des Gebäudes schossen Flammen empor. „Das sind Effekte aus dem Bühnenbau, einfach Gasfackeln. Wir hatten auch mal Elemente auf Mehlbasis, um Rauch zu simulieren, die haben uns aber nicht gefallen, weil Leute das abbekommen haben“, schilderte Kuhl. Für jede der sechs Gruppen galt es, in ihrem Einsatzabschnitt zwei Verletzte zu retten. „Eine Puppe und eine echte Person.“ Die Verletzten wurden von jungen Schauspielerinnen und Schauspielern der Bühnengesellschaft Sieglar gespielt.

Kinder der Bühnengesellschaft Sieglar spielten Verletzte, die versorgt werden mussten.

Kinder der Bühnengesellschaft Sieglar spielten Verletzte, die versorgt werden mussten.

„Das Berufskolleg ist ein optimales Gebäude, wo man den Gruppen verschiedene Aufgaben zuweisen kann und verschiedene Maßnahmen wie Löschangriff und Menschenrettung einbauen kann. Außerdem können viele Leute zugucken“, sagte Kreisjugendfeuerwart André Dekleermaeker. „Die Jugendlichen üben zwar regelmäßig, kennen aber das Szenario nicht. Vor Ort müssen sie selbst entscheiden, was zu tun ist.“ Das Spektakel ließ sich auch die Leitung der Troisdorfer Feuerwehr nicht entgehen: Neben Wehrleiter Lars Gödel sah auch Kreisbrandmeister und Spicher Stefan Gandelau zu. „Das ist ein Zeichen der Wertschätzung an den Nachwuchs“, sagte Dekleermaeker.

Jugendfeuerwehr aus Partnerstadt Heidenau machte auch bei der Übung mit

Zu den teilnehmenden Jugendfeuerwehrleuten zählte auch eine Gruppe aus Heidenau, der Partnerstadt Troisdorfs. „Wir machen zwei Mal im Jahr einen 24-Stunden-Dienst mit verschiedenen Einsätzen, eine so große Übung hatten wir aber noch nicht, weil wir nur eine Jugendfeuerwehr haben“, sagte ihr Jugendleiter Anton Mühle. „Deswegen haben wir uns sehr darauf gefreut. Üben kann man so etwas nicht, nur die Grundtechniken kann man den Kindern beibringen.“

Mit sieben Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen acht und 16 Jahren, darunter vier Mädchen, hatten sie sich am Freitag auf den Weg von Sachsen ins Rheinland gemacht, um erstmals an der Jahresübung ihrer Troisdorfer Kameradinnen und Kameraden teilzunehmen. „Dafür haben wir von den Troisdorfern ein Auto bekommen, mit unserem eigenen durften wir leider nicht 600 Kilometer fahren“, scherzte Mühle.

„Es hat sich gelohnt, wir wurden sehr herzlich empfangen. Wir brauchten uns um nichts kümmern, wir hatten ein tolles Frühstück und Betten. Man sorgt sich um uns und daran merkt man die Partnerschaft“, sagte Jugendleiter Richard Kiel. Untergebracht sei die neunköpfige Delegation im Feuerwehrhaus in Friedrich-Wilhelms-Hütte. „Wir überlegen definitiv, wie wir die Troisdorfer im kommenden Jahr zu uns einladen können“, ergänzte er.