Große Kontrolle auch an der Baustelle des Jobcenters. In beiden Fällen wurden illegal Beschäftigte angetroffen.
Hauptzollamt KölnRazzia auf der Großbaustelle des Forums in Troisdorf

Fahrzeuge des Zoll stehen am Forum in Troisdorf.
Copyright: Quentin Bröhl
Nicht Handwerker oder Lieferanten parkten am Mittwochvormittag vor dem ehemaligen Forum an der Kölner Straße in der Troisdorfer Stadtmitte. Mit starken Kräften war das Hauptzollamt Köln angerückt, Pressesprecher Jens Ahland bestätigte eine „große Kontrolle“, der eine lange Planungsphase vorangegangen sei.
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit habe mit knapp 40 Kolleginnen und Kollegen an insgesamt zwei Baustellen in Troisdorf die Papiere von dort Beschäftigten geprüft. Unterstützung erfuhren die Zöllnerinnen und Zöllner durch Beschäftigte aus dem städtischen Ausländeramt und dem Ordnungsamt.
Zoll-Razzia in Troisdorf: 50 Personen kontrolliert, acht Schwarzarbeiter entdeckt
Schon bis Mittag seien insgesamt acht illegal Beschäftigte ermittelt worden, sagte der Sprecher. „Diese Personen dürften sich gar nicht in Deutschland aufhalten“, so Ahland, „oder wegen ihres Aufenthaltsstatus nicht arbeiten.“
Allein auf der Baustelle Forum an der Kölner Straße, wo derzeit der Umbau zum Unterhaltungszentrum Happy Franky läuft, wurden knapp 50 Personen kontrolliert, die für 20 Firmen tätig waren. „Bei solchen Kontrollen muss jeder umfassend Auskunft geben“, erklärte Jens Ahland. Zum Beispiel zum Verdienst, zur verrichteten Arbeit und zu Arbeitszeiten. Bei ausländischen Arbeitskräften kämen ausländerrechtliche Fragestellungen hinzu.
So auch bei sieben Bosniern, die ohne Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis angetroffen wurden. „Sie haben dort Hilfstätigkeiten ausgeführt“, erklärte Jens Ahland. Auftraggeber sei eine Elektrikerfirma aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis gewesen.
Auch auf der Baustelle des Jobcenters arbeitete ein illegal Beschäftigter
„Aktuell vernehmen wir diese Bosnier mit zwei Dolmetschern“, die Ermittlungen richteten sich jetzt vor allem gegen die genannte Firma. Schon auf der Baustelle seien Beweismittel, wie zum Beispiel Stundenzettel gesichert worden. Auch Hinweise auf Scheinselbständigkeit hätten sich ergeben.
Sehr häufig würden solche Arbeiter nicht versichert oder mit Pauschallöhnen abgespeist. „Wenn man das ausrechnet, kommt man auf Stundenlöhne um die fünf Euro“ - weit unter dem gesetzlichen Mindestlohn. „Das ist Ausbeutung“, wurde Ahland deutlich, „während sich andere die Taschen vollmachen.“
Einen weiteren illegal Beschäftigten machten die Beamten ausgerechnet auf der Baustelle des Jobcenters an der Sieglarer Straße dingfest. Unter den 20 Arbeitern aus neun unterschiedlichen Firmen war ein Mann aus der Türkei mit Fassadenarbeiten betraut, der weder Aufenthalts- noch Arbeitserlaubnis hatte.
