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Wetter-EckeBlitz-Hitzewelle im Rhein-Sieg-Kreis bringt Region an den Rand von Rekorden

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Ende der Woche wird das Thermometer auch in Rhein-Sieg nach oben schnellen: Bis zu 37 Grad Celsius werden erwartet.

Ende der Woche wird das Thermometer auch in Rhein-Sieg nach oben schnellen: Bis zu 37 Grad Celsius werden erwartet. 

Der Meteorologe Dr. Karsten Brandt schreibt in einer regelmäßigen Kolumne über lokale Wetterphänomene.

Die bevorstehende Hitzewelle hat es in sich: Dem Rheinland steht ein extrem rasanter und außergewöhnlicher Luftmassenwechsel ins Haus. Während das Thermometer zu Beginn der Woche am Montag als Höchstwert gerade einmal magere 20 Grad Celsius anzeigte, schießt die Temperatur durch das schnelle Einströmen subtropischer Warmluft, die die polare Meeresluft verdrängt, am heutigen Dienstag bereits auf 27 bis 28 Grad nach oben.

Doch das ist erst der Startschuss für eine echte Temperaturexplosion innerhalb von nur 72 Stunden. Bis zum Donnerstag klettern die Höchstwerte weiter auf stramme 33 bis 34 Grad, bevor am Freitag nach aktuellem Stand mit schweißtreibenden 36 bis 37 Grad der vorläufige Höhepunkt der Hitzewelle erreicht wird.

Extremwetter in Rhein-Sieg: Sprung von über 15 Grad bei den Tageshöchstwerten

Ein solcher Sprung von über 15 Grad bei den Tageshöchstwerten binnen drei Tagen ist extrem selten. Bedenkt man zusätzlich, dass die Tiefstwerte in der Nacht zu Dienstag stellenweise noch bei frischen zehn Grad lagen, erleben wir innerhalb weniger Tage eine Spanne von fast 30 Grad Unterschied zwischen Nacht und Tag.

Ein Blick in die historischen Daten der Wetterstation Troisdorf zeigt, wie außergewöhnlich diese Dynamik ist. Sollten am Donnerstag oder Freitag tatsächlich die 36- oder 37-Grad-Marke überschritten werden, bewegt sich der Rhein-Sieg-Kreis im absoluten Rekordbereich für den Monat Juni. Je nachdem, wie warm es am Ende exakt wird, steuern wir auf die höchsten Maximalwerte der letzten zehn bis 20 Jahre zu, die hier in der Region je gemessen wurden.

Karsten Brandt

Karsten Brandt

Karsten Brandt, geboren 1973 in Bonn, interessierte sich schon als Kind für das Wetter: 1987 baute er bereits eine eigene Wetterstation auf. Nach Preisen bei „Jugend forscht“ machte er mit 17 Jahren s...

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Da diese enorme Hitze so plötzlich über uns hereinbricht, ist an dieser Stelle eine deutliche Warnung angebracht: Der menschliche Organismus ist zu diesem Zeitpunkt im Jahr noch überhaupt nicht an solche extremen Temperaturen angepasst oder akklimatisiert.

Es gilt jetzt vor allem aufzupassen, viel zu trinken und den Kreislauf konsequent zu schonen. Besonders ältere Menschen, chronisch Kranke, aber auch kleine Kinder werden erhebliche Schwierigkeiten haben, mit diesem plötzlichen „Glutofen-Effekt“ umzugehen. Zumal die extreme Hitze auch viel Feuchtigkeit mit sich bringt: Die Luft wird drückend schwül, was die Belastung weiter verschärft und in der Folge das Risiko für kräftige Wärmegewitter und lokale Unwetter massiv ansteigen lässt.

Zweite Hitzewelle deutet sich bereits an

Ein nachhaltiges Aufatmen ist auch danach erst einmal nicht in Sicht. Für die nächste Woche deutet sich bereits eine zweite Wärmewelle an. Da bis dahin das Mauerwerk und die Wohnungen bereits deutlich aufgeheizt sein werden, wird diese zweite Phase insbesondere die Raum- und Schlafzimmertemperaturen unangenehm nach oben treiben.

Es steht zwar noch nicht final fest, ob Phase zwei noch höhere Spitzenwerte bringt als die erste – gefühlt wird sie durch die fehlende nächtliche Abkühlung im Alltag aber wohl um einiges unangenehmer ausfallen.